Nachhaltigkeit

Briloner Gymnasium wird für den Klimaschutz aktiv

Ein  eigenes Kochbuch haben die Petriner geschrieben und darin nachhaltige Rezepte gesammelt. Vorgestellt wurde es beim Aktionstag.

Ein eigenes Kochbuch haben die Petriner geschrieben und darin nachhaltige Rezepte gesammelt. Vorgestellt wurde es beim Aktionstag.

Foto: Jutta Maas

Brilon.  Das Gymnasium Petrinum hat am Mittwoch einen Aktionstag zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit veranstaltet.

Der Mittwoch war ein guter Tag für das Klima – zumindest am Gymnasium Petrinum in Brilon. In dieser oft öden letzten Schulwoche vor den ersehnten Sommerferien gestalteten Schüler und Lehrer unter dem Motto „Wednesday for Future – Ein Tag zum nachhaltigen Klimaschutz“ einen facettenreichen Projekttag rund um die Themen Umwelt und Klima.

„Man könnte auch jeden Tag drei Filme schauen“, sagt Johannes Droste augenzwinkernd. „Aber wir machen es so, dass wir die letzten Schultage ganz bewusst für nicht alltägliche Aktionen nutzen.“ Inspiriert wurde der diesjährige Projekttag von der „Fridays-for-future-Bewegung“. Johannes Droste ist Schulleiter des Petrinums und unterstützt ausdrücklich die Forderungen der jungen Demonstranten. Einen Protest zur Unterrichtszeit kann er als Schulleiter natürlich nicht gut heißen.

Protest allein reicht nicht

Den Petrinern reicht der Protest alleine allerdings nicht aus. Sie gehen einen Schritt weiter und wollen auch aktiv werden. Die Problematik des Klimawandels wird im Rahmen des Projekttags nicht nur von verschiedenen Seiten beleuchtet. Es werden auch Möglichkeiten aufgezeigt, wie jeder einzelne in seinem Alltag etwas dazu beitragen kann, dem Problem entgegenzutreten. Dabei ist neben dem alltagsbezogenen auch ein regionaler Bezug wichtig. „Ich bin beeindruckt, welches Engagement hier von Schülern und Lehrern aufgebracht wird“, sagt Svenja Möhlmeier, stellvertretende Schulleitung. „Wir mussten auch schon einige Pflaster verteilen.“ Es wurde gesägt, gebohrt, gefeilt und geschraubt. Insektenhotels, Vogelhäuser und Fledermauskästen sind gebaut worden und warten nun auf den Einzug ihrer neuen Bewohner.

Aber auch Cremes, Deos und Duschgels wurden kreiert. Handfeste Erkenntnisse über Klimadaten und wohlig vollgeschlagene Bäuche mit klimaverträglichen und gesunden Leckereien sind nur einige der zahlreichen Ergebnisse des Projekttags.

Auch 17 Kilo Müll wurden gesammelt. Aber sammeln allein reicht den Projektteilnehmern nicht aus. Die Ergebnisse wurden ganz genau erfasst und analysiert. „So können wir der Stadt vielleicht Tipps zur Müllbeseitigung geben“, erläutert Lehrer Kai Rudoph.

Gibt es ihn denn nun, den Klimawandel im Hochsauerland? Ja, sagt Lea Bartsch. Sie hat sich mit ihrer Gruppe mit den Klimadaten der Wetterstation auf dem Kahlen Asten auseinander gesetzt. In den letzten 150 Jahren kann die Gruppe einen deutlichen Anstieg der durchschnittlichen Jahrestemperatur ausmachen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge ist gestiegen. „Wir gehen auch insgesamt mehr in die Extreme“, erklärt Lea Bartsch. Was können wir selber dagegen tun?

Nachhaltiges Kochbuch

Eine ganze Menge, sagt Merle Völchert. Sie hat mir ihrer Gruppe ein nachhaltiges Kochbuch erstellt. „Wir haben darauf geachtet Produkte aus der Region zu verwenden“, fügt sie hinzu. Ein Kalender über die Erntezeiten der heimischen Produkte darf nicht fehlen. Passend dazu hat die Klasse 9b gesundes und nachhaltiges Essen hergestellt. Ein Burger sollte es auf jeden Fall sein, denn schmecken muss es schließlich auch, so die Schüler. „Wir haben aber Bio-Produkte verwendet“, erklären sie. „Das Fleisch wurde in einer kleinen Metzgerei mit eigener Schlachtung gekauft und die Brötchen sind vom regionalen Bäcker“, so Felicitas Leonhardt, die als Lehrerin das Projekt begleitet hat. Alle Klassen und Kurse des Petrinum haben am Projekttag teilgenommen.

An Ideen mangelte es dabei nicht: von „Müll in Brilon – eine Sammelaktion“, über „Plastikfasten – aber wie?“ bis zum Bau von Insektenhotels war vieles dabei. Die Bedeutung unseres Waldes als Klimaretter, wie klimafreundlich ist Biodiesel und was soll ich mit meinem alten Handy machen?, waren wichtige Fragen des Tages.

Die selbst hergestellte Kosmetik überzeugte nicht nur im Duft. „Hier kann man auch richtig Geld sparen“, verrät eine Teilnehmerin. Auch, wenn vielleicht der Einsatz von festem Shampoo etwas gewöhnungsbedürftig ist, sind sich die Schülerinnen und Schüler bei der abschließenden Präsentation einig, dass man mit wenigen Stellschrauben viel verändern kann.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben