Bundestagswahl

Briloner Roman-Herzog-Schüler machen bei Juniorwahl mit

Bei der Juniorwahl haben die Schüler der Oberstufe das Stimmrecht und erleben ihre erste Bundestagswahl.

Bei der Juniorwahl haben die Schüler der Oberstufe das Stimmrecht und erleben ihre erste Bundestagswahl.

Foto: Lennart Filthuth

Altenbüren  Es ist wie bei einer echten Wahl - mit Stimmzettel, Urne und Plakaten. Bei der Juniorwahl können Schüler eine Wahlteilnahme simulieren.

„Zweimal so falten und warten, bis die Wahlkabine frei ist.“ Fabian ist Schüler der 9. Klasse an der Roman-Herzog-Schule in Altenbüren – und Wahlhelfer. Bei der Juniorwahl des Deutschen Bundestags ist er aktiv am Geschehen beteiligt und erklärt gemeinsam mit Adrian, ebenfalls Wahlhelfer, seinen Mitschülern das Verfahren. Die Juniorwahl ermöglicht es Jugendlichen an weiterführenden Schulen, eine Wahl zu simulieren. Der Teilstandort Altenbüren ist eine von 556 Schulen in NRW, die an der Initiative teilnimmt.

Intensive Vorbereitungen

„Seit Schulbeginn bereiten wir uns intensiv vor“, erzählt Lehrerin Heike Eckermann. Sie beaufsichtigt gemeinsam mit Kollegin Petra Gaida den schulinternen Wahlraum. Zum ersten Mal sei die Schule beim Projekt dabei. Beide sind begeistert: „Es ist wunderbar organisiert vom Deutschen Bundestag“, so Eckermann. Den teilnehmenden Schulen wird alles Nötige zur Verfügung gestellt: Wahlbenachrichtigung, Wahlurne und -kabine sowie Stimmzettel des entsprechenden Wahlkreises gehören zum Paket.

Heike Eckermann: „Uns ist wichtig, dass die Schüler den Ablauf einer Wahl kennenlernen und wir ihnen so Demokratie beibringen.“ Im Unterricht gestalteten die 14- bis 17-jährigen Schüler beispielsweise Plakate zu den einzelnen Parteien. „Wir haben uns gefragt: Was sagen die Parteien zum Beispiel zur Familienpolitik oder der Flüchtlingskrise“, erklärt sie. Dafür habe man mit den 48 Schülern fächerübergreifend in Gruppen gearbeitet. Im „Wahlflur“ hängen die Plakate und andere Arbeiten der Schüler an der Wand. Doch alle sind bereits entschlossen und schauen vor dem Kreuzchensetzen nicht noch einmal darauf.

Echte Wahlverhältnisse

Wie bei der offiziellen Wahl am Sonntag ist ein bestimmter Zeitraum ausgeschrieben. Ab 8.30 Uhr verschwindet ein Schüler nach dem anderen kurzzeitig in der Wahlkabine, um danach seinen Stimmzettel in die versiegelte Wahlurne zu werfen. Ein Schüler vergisst seine Wahlbenachrichtigung im Klassenraum und muss zurücklaufen, um sie zu holen. Schließlich achten die Wahlhelfer ganz genau darauf, dass alles korrekt abläuft. Erst dann setzt Adrian ein Häkchen hinten den Namen. Ein weiterer möchte die bedruckte Seite des Stimmzettels nach außen knicken. „Mach das lieber andersrum, sonst sieht man, wen du gewählt hast“, meint Fabian.

Spannender Ablauf

Heike Eckermann und Petra Gaida müssen kaum einschreiten, die Schüler haben alles im Griff. „Sie waren alle von Anfang an interessiert und sehr aufgeschlossen“, freut sich Gaida. „Es gab einige Diskussionen um die Parteien. Das war schon sehr spannend. Die Schüler haben sich kritisch damit auseinandergesetzt.“ Auch Sarah aus dem 10. Jahrgang hat Spaß am Projekt: „Es war spannend zu sehen, wie alles abläuft“, sagt sie.

Die Stimmzettel werten die beiden Kolleginnen nach der Wahl aus. „Online geben wir die Ergebnisse ein und am Sonntag wird um 18 Uhr alles bekanntgegeben“, so Heike Eckermann. Dann sehen die Schüler der Roman-Herzog-Schule, inwiefern ihre Resultate mit denen der Bundestagswahl übereinstimmen. „Im Unterricht arbeiten wir in der nächsten Woche alles auf“, so Eckermann. Egal, welche Parteien in der Juniorwahl vorne liegen – die praktische Erfahrung für die erste richtige Wahl ist den Jugendlichen sicher.

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