Prozess

Briloner schubst Frau und sträubt sich gegen Polizeibeamte

Ein 53-Jähriger Mann aus Brilon soll seine Frau geschubst haben. Sie ruft daraufhin die Polizei. Die Beamten müssen ihn mit Pfefferspray und Fesseln fixieren. Wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte muss er sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

Ein 53-Jähriger Mann aus Brilon soll seine Frau geschubst haben. Sie ruft daraufhin die Polizei. Die Beamten müssen ihn mit Pfefferspray und Fesseln fixieren. Wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte muss er sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

Foto: Maurizio Gambarini

Brilon.   53-Jähriger steht wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte vor dem Amtsgericht. Polizisten hatten Pfefferspray gegen ihn einsetzen müssen.

Am 3. Dezember 2016 rief eine 52-jährige Brilonerin die Polizei, weil sie Angst vor ihrem Ehemann hatte. Vor dem Amtsgericht in Brilon zeigte sie Reue, sie habe „überreagiert“. Trotzdem wurde ihr Mann verurteilt, zu 1050 Euro Geldstrafe wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

52-Jährige bereut den Anruf bei der Polizei: „Er war nie gewalttätig“

Alles fing an, als sie vom Einkaufen mit ihrer Tochter nach Hause gekommen sei, sagt die Brilonerin und tischt damit die gleiche Geschichte auf, die ihr Mann zuvor erzählt hatte. „Er hatte getrunken, wollte aber noch einmal das Haus verlassen. Ich habe ihm gesagt, er soll daheim bleiben.“

Dann kam es zum Streit. Der Ehemann schubste seine Frau, sodass sie mit dem Rücken auf dem Kamin landete. „Nur ein kleiner blauer Fleck“, spielt sie vor Gericht die Verletzung runter. Trotzdem rief sie damals die Polizei. „Ich habe aber direkt nach dem Anruf bemerkt, dass ich einen Fehler gemacht habe. Mein Mann war nie gewalttätig zu mir“, sagt sie. Als die Beamten angekommen seien, habe sie an der Tür gestanden, um ihnen zu sagen, dass sie keine Strafanzeige stellen wolle. „Trotzdem sind die Beamten direkt hoch zum Badezimmer, wo mein Mann in der Wanne lag.“ Ihr Mann habe die Tür aufgemacht und nach Ausweisen gefragt. „Er wollte sie des Hauses verweisen.“

Polizei sprüht Angeklagtem Pfefferspray ins Gesicht

Dann sei es zu einem Handgemenge gekommen, die Polizei habe ihren Mann zu Boden gedrückt, ihm Pfefferspray ins Gesicht gesprüht, obwohl er die Tür nach Aufforderung geöffnet habe. „Er hatte keine Zeit, sich etwas anzuziehen, da lag er schon gefesselt am Boden“, sagt die 52-Jährige. Ihr Mann erzählt die gleiche Geschichte.

Die Beamten haben an diesem Tag etwas anderes erlebt. Der 53-Jährige habe sich lautstark geweigert, die Tür zum Badezimmer zu öffnen. Einer der drei Polizisten habe dann die Tür mit einem Geldstück aufgeschlossen. Erst nach langem Zureden sei der Briloner aus der Wanne ausgestiegen, habe wild und komplett nackt mit den Händen gefuchtelt, geschrien „Verpisst euch!“ und die Beamten aus dem Raum gedrängt. „Es sah plötzlich aus, als würde der Angeklagte auf mich losgehen“, sagt ein 28-jähriger Polizeikommissar.

Ehefrau lügt mit ihrer Aussage vor Gericht

Nach mehrmaliger Vorwarnung hätten die Beamten den 53-Jährigen überwältigt und gefesselt, während er mit Händen und Füßen getreten und versucht habe, einem der Männer eine Kopfnuss zu verpassen. „Seine Frau stand nicht im Flur, sie hat nicht gesehen, was passiert ist, sondern uns zuvor nur gesagt, wie viel Angst sie habe, dass er ihr, ihrer Tochter oder sich selbst etwas antut“, schildert ein anderer Beamter.

Der Richter glaubt ihnen. „Ihre Ehefrau kann das Geschehen nicht mitverfolgt haben, sie hat also gelogen.“

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