Infrastruktur

Bürgerbus in Brilon hat heimlich den Standplatz gewechselt

Neuer Standplatz des Briloner Bürgerbusses ist das Maria Hilf-Krankenhaus. Hier einige der ehrenamtlichen Fahrer mit dem Technischen Leiter des Krankenhauses, Johannes Hillebrand (r.) und dem Vorsitzenden des Bürgerbus-Vereins, Günter Wiese (daneben)

Neuer Standplatz des Briloner Bürgerbusses ist das Maria Hilf-Krankenhaus. Hier einige der ehrenamtlichen Fahrer mit dem Technischen Leiter des Krankenhauses, Johannes Hillebrand (r.) und dem Vorsitzenden des Bürgerbus-Vereins, Günter Wiese (daneben)

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.  Der Bürgerbus wechselte nicht nur den Standplatz, er versucht in diesem Jahr einen Meilenstein zu erreichen. Ein Plan für den nächsten Bus steht.

In diesem Jahr will der Bürgerbus-Verein Brilon bei den Fahrgästen erstmals die 10.000er-Marke knacken. Seit mit der Anbindung von Ratmerstein und Itzelstein die großen Wohngebiet an den Randbereichen ins Streckennetz eingegliedert wurde, sei die Auslastung spürbar gestiegen, so Günter Wiese, Vorsitzender des Bürgerbusvereins. Ganz aktuell hat sich noch etwas geändert, wovon die Fahrgäste aber nichts merken.

„Huberta 2“, wie der achtsitzige Bürgerbus-Sprinter heißt, hat einen neuen Standplatz. Waren bislang die Stadtwerke sein „Stall“, so steht er nun außerhalb der Fahrzeiten am Krankenhaus. Mit der Erweiterung der Stadtwerke war der Platz in der Keffelker Straße weggefallen. Der Standort am Schönschede ist nicht zufällig gewählt. Dort haben die Stadtwerke Brilon Anfang November eine Ladesäule für Elektro-Autos installiert.

Krankenhausnetz soll nicht belastet werden

37 Cent kostet, alles inklusive, die Kilowattstunde. Zwei Wagen können dort parallel „getankt“ werden. Für die Stromversorgung wurde eigens eine neue Leitung aus der Helle heraus gelegt; das Krankenhausnetz sollte mit der 22 Kilowatt-Anlage nicht belastet werden.

Elektromobilität ist auch eine Option für den Bürgerbusverein. „Der nächste Bus“, so Günter Wiese, „wird ein E-Bus.“ Dafür biete der Einsatzzweck „mit kurzen Strecken und langen Standzeiten“ ideale Voraussetzungen. Maximal 90 Kilometer legt der Bus am Tag zurück. Die 2016 in Betrieb genommene „Huberta 2“ hat jetzt rund 100.000 Kilometer auf dem Buckel.

Bürgerbus fährt zwei Routen

Zwei Routen fährt der Bürgerbus täglich im Taktverkehr ab: die eine führt - grob - durch den östlichen, die andere durch den westlichen Teil der Kernstadt. Start und Ende ist jeweils am Markt. Die B1-Route sieht so aus: Derker Tor, St. Engelbertheim, Renzelsberg, Frankenweg, Wittekindstraße, Itzelstein, Derkerstein, Hugo-Lasalle-Straße, Frankenweg, Hotel am Kurpark, Ludwig-Wolker-Straße, Hellenteich, Krankenhaus, Drübel, Engelbertstraße, Amt Thülen, Voba-Center, Schultenhaus.

Von Montag bis Samstag finden vormittags jeweils vier Fahrten statt, los geht es am Markt um 8.35 Uhr, um 9.35 Uhr, um 10.35 Uhr und um 11.35 Uhr, nachmittags wird diese Strecke nur dienstags und donnerstags bedient, und zwar um 14.35 Uhr, um 15.35 Uhr, um 16.35 Uhr und um 17.35 Uhr.

Die Linie B2

Die Linie B2 führt zum Derker Tor, Hollemann, Kalvarienberg, Auf dem schönen Felde, Rochusstraße, Unterer und Mittlerer Müggenborn, Markt, Mühlenweg, Kurkölnische Straße, Hesdiner Ring, Heusdener Straße, Lerchenstraße, Ratmersteinschule, Alter Friedhof, Neuer Friedhof, Almerfeldweg, Gallbergwerg, Kaufpark, Voba-Center, Schultenhaus.

Diese Tour wird vormittags - beginnend am Markt - um 9,=7 Uhr, um 10.07 Uhr, um 11.07 Uhr und um 12.07 Uhr abgefahren. Nachmittags ist der Bürgerbus auch hier nur dienstags und donnerstags unterwegs, und zwar nur dreimal, nämlich um 15.07 Uhr, um 16.07 Uhr und um 17.07 Uhr. Für beide Routen beträgt die Fahrzeit laut Fahrplan jeweils 27 Minuten.

Anschlussmöglichkeiten an das Busnetz

Eine Fahrt kostet für Erwachsene zwei Euro, das Tagesticket ist für 7,20 Euro zu haben. Im übrigen, darauf weist Günter Wiese hin, gelten auch die üblichen Ticket-Angebote aus dem Westfalentarif wie das 60plus-Ticket oder auch das Brilon-Ticket oder die Sauerlandcard. Der Fahrplan bietet Anschlussmöglichkeiten ans Busnetz. „Die Umsetzung der Mobilitätskette“, so Julian Lins, Leiter Planung/Teilnetzmanagement Sauerland bei der DB Westfalenbus, „ist für uns oberstes Ziel.“

Zur Finanzierung des zentralen Mobilitäts-Angebotes tragen die Sponsoren bei, die auf dem Bus Werbung treiben. Zudem steuert das Land zu den Betriebskosten 5000 Euro bei, und die Stadt musste eine Erklärung abgeben, für Verluste bis zu 5000 Euro gerade zu stehen. Diese Bürgschaft, so Bürgerbus-Vorsitzender Günter Wiese, zugleich SPD-Ratsmitglied, habe bisher nicht in Anspruch genommen werden müssen.

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