Umwelt

Briloner Bürgerwald Poppenberg erhält das Kyrill-Tor zurück

Die Firma Holzbau-Kraft bereitet die Stämme für das Aufstellen des neuen Kyrill-Tores vor.

Die Firma Holzbau-Kraft bereitet die Stämme für das Aufstellen des neuen Kyrill-Tores vor.

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Im Herbst 2016 hat die Stadt Brilon das morsch gewordene Wahrzeichen entfernen müssen. Ein Stamm war gebrochen. Jetzt kommt der Nachfolger.

So kurz vor dem Wochenende kommen Dieter Hennecke und Marcel Morhenne Freitagmittag noch so richtig ins Schwitzen. Mit vereinten Kräften pressen der Zimmermeister und der Geselle den Bohrer herunter. Ein besonderes Exemplar.

Eigens für diesen Auftrag angefertigt. 1,30 m lang, drei Zentimeter im Durchmesser. Vorne dran ein sogenannter Lewis-Kopf. Der zieht das Gestänge punktgenau ins Holz. Gut einen Meter dick ist das Material, durch das er hindurch muss. Es sind die beiden ersten Stämme des neuen Kyrill-Tores, das an diesem Mittwoch aufgestellt wird.

„Beim ersten Tor war das einfacher“, sagt Dieter Hennecke und wischt sich die Stirn. Im Frühjahr 2008 war die Arbeit einfacher. Die Stämme damals waren kürzer und dünner - und zudem aus Fichte. Jetzt liegen mächtige Douglasien am Fuß des Bürgerwaldes. Die sind um die 100 Jahre alt und stammen aus verschiedenen Stellen des Briloner Stadtforstes.

Klaus Kraft von der Fa. Zimmerei/Holzbau Kraft und seine Mitarbeiter bereiten den Aufbau vor. Zunächst haben sie die im Winter gefällten und am Bürgerwald gelagerten und entrindeten Stämme „gesund geschnitten“, wie Klaus Kraft sagt. Der Wurzelansatz kam weg, jetzt liegen die blanken Stämme fertig zum Aufbau bereit. Etwa eine Tonne bringt jeder auf die Waage.

Bürgerwaldverein unterstützen

Beim Aufbau der insgesamt 14 Stämme bilden die beiden ersten eine besondere Herausforderung. Sie werden gemeinsam von einem Kran hochgezogen und in Position gebracht. Dazu hat das Kraft-Team beide im späteren Anschlagspunkt miteinander fixiert.

Eine drei Zentimeter dicke Gewindestange hält die beiden Stämme über Kreuz zusammen, wenn der Autokran sie aufrichtet.

Dann müssen die unten ins Holz getriebenen Stützen aus verzinktem und pulverbeschichtetem Stahl in die Fundamente gepasst werden. Dabei handelt es sich übrigens noch um die alten. Die sind auch für das neue Tor zu gebrauchen.

Für das schwere Gerät hat der Garten- und Landschaftsbau Weber in der vergangenen Woche eigens 150 Tonnen Mineralgemisch auf dem aufgeweichten Boden aufgebracht.

Rund 35 000 Euro benötigt der Bürgerwaldverein für das neue Kyrill-Tor.

Neben Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft, die wie schon beim ersten Tor kräftig mit ins Rad gepackt haben, leisten dieses Mal auch viele Bürger einen Obolus.

Aktion läuft bis Dienstagmittag

Im Mai startete die Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten ein Crowd-Funding für das neue Tor. Ab fünf Euro konnte jeder spenden. Ziel war, mit dieser Schwarm-Finanzierung 5000 Euro zusammen zu bekommen, wobei die Volksbank für jede Spende aus Gewinnsparmitteln Geld beisteuerte.

Das Ziel ist längst geschafft. Einen Tag vor dem morgigen Ende der Aktion stehen 5290 Euro auf dem Konto. 112 Personen haben dazu beigetragen.

Wer sich alles an dem Crowd-Funding beteiligt und einen Obolus geleistet hat, ist auf der Homepage https://vb-bbs.viele-schaffen-mehr.de/kyrilltor naczulesen. Und wer mag, kann dort noch bis morgen, Dienstag, um 12 Uhr sein Scherflein beisteuern.

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