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Continental: Unklarheiten nach Fast-Aus für Werk in Korbach

Das Continental-Reifenwerk in Korbach bleibt erhalten. Es gibt aber noch viele offene Fragen.

Das Continental-Reifenwerk in Korbach bleibt erhalten. Es gibt aber noch viele offene Fragen.

Foto: Ralf Rottmann / FUNKE Foto Services

Korbach/Altkreis Brilon.  Das Continental-Reifenwerk in Korbach stand vor dem Aus. Dort arbeiten viele Menschen aus dem Altkreis Brilon. Es gibt noch viel Ungewissheiten.

Das Reifenwerk von Continental in Korbach hat zuletzt offenbar kurz vor dem Aus gestanden. Das teilte der Betriebsrat am Standort mit. Stattdessen kündigte der Konzern Anfang der Woche überraschend an, das Reifenwerk in Aachen zu schließen – neben Korbach zentraler zweiter Reifenstandort im Inland. „Es war eine knappe Entscheidung, es hätte auch Korbach sein können“, sagte der Korbacher Betriebsratsvorsitzende Jörg Schönfelder. In dem Korbacher Reifenwerk sind auch viele Menschen aus dem Altkreis Brilon angestellt.

Bei einer Tagung des Wirtschaftsausschusses des Konzernbetriebsrats in Hannover seien die Pläne des Managements mitgeteilt worden. „Das war ein Stich in die Herzkammer“, so Schönfelder. Er kündigte die Solidarität des Korbacher Betriebsrates mit Aachen an.

Konzernführung schweigt zur Standort Korbach

Die Pläne sind Teil des Anfang September angekündigten verschärften Sparkurses beim zweitgrößten Autozulieferer der Welt. Was ausschlaggebend dafür war, den Standort Korbach zu erhalten, bleibt offen. Der Konzern will sich nicht dazu äußern.

Grund für die Schließung des Aachener Werks sei die seit mehreren Jahren rückläufige Auslastungssituation in den europäischen Reifenwerken des Konzerns in einem auf Sicht nicht wachsenden Markt, erläuterte Henry Schniewind, Sprecher der Reifensparte bei Continental. „Die weiter zunehmenden strukturellen Überkapazitäten führen zu einer enormen Kostenbelastung und verringern nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit von Continental auf dem hart umkämpften Reifenmarkt.“Um das gesamte Produktionsnetzwerk von Continental-Reifen zukunfts- und wettbewerbsfähig aufzustellen, sei nach eingehender Prüfung aller Optionen beschlossen worden, die Produktion in Aachen Ende 2021 einzustellen.

Unklar ist, ob Korbach von der Schließung in Aachen profitiert

Betroffen wären rund 1800 der insgesamt rund 2000 Arbeitsplätze in Produktion, Entwicklung und Verwaltung. Zum Vergleich: Am Standort Korbach sind rund 3500 Mitarbeiter beschäftigt. Der Aufsichtsrat der Continental AG muss der geplanten Schließung noch zustimmen.

Unklar ist, ob Korbach von der Schließung in Aachen profitiert. Dort fertigt Continental unter anderem Reifen für SUVs. Teile der Kapazitäten könnten nach Korbach verlagert werden. Auch wenn der Standort sicher scheint, alle Jobs bei Continental in Korbach sind es nicht. „Bei Contitech beispielsweise gibt es einen bislang unbezifferten Personalüberhang. Das wird nicht ohne Auswirkungen bleiben“, sagte Betriebsratschef Jörg Schönfelder. Der Betriebsrat in Korbach schließt sich deshalb einer Aktion des Konzernbetriebsrats und der Gewerkschaften an und sammelt Unterschriften gegen harte Einschnitte bei Arbeitsplätzen. wlz

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