Krätze

Darum steigen die Krätze-Zahlen im HSK wieder an

Lange galt sie als ausgerottet, doch nun ist sie zurück: Die Krätze-Fälle häufen sich.

Lange galt sie als ausgerottet, doch nun ist sie zurück: Die Krätze-Fälle häufen sich.

Foto: Foto: Michael Kleinrensing

Hochsauerlandkreis/Brilon.   Eigentlich galt die Hautkrankheit als ausgerottet, doch nun häufen sich die Fälle wieder. Das sagen die Experten zu dem ansteigendem Trend.

Die Krätze ist zurück. Noch vor einigen Jahren galt die Hautkrankheit als ausgerottet, nun häufen sich die Fälle wieder. Und die Zahlen im Hochsauerlandkreis zeigen: Sie ist in rasanter Geschwindigkeit auf dem Vormarsch. Wir haben bei den Experten nachgehört, was sie zu den Zahlen sagen.

Das Kreisgesundheitsamt

Während 2017 123 Fälle gemeldet wurden, waren es 2018 150. Und bis zum April 2019 inzwischen schon 100 Fälle. „Wir können nicht sagen, woher der Trend kommt. Allerdings steigen und fallen die Zahlen immer wieder mal“, weiß Dr. Peter Kleeschulte, Vorsitzender des Kreisgesundheitsamt des Hochsauerlandkreises.

Da es aber keine Meldepflicht gibt, könnte die Dunkelziffer auch höher liegen. Einzig Schulen, Kindergärten, Altenheime und ähnliche Einrichtungen sind nach dem Infektionsschutzgesetz dazu verpflichtet Krätze-Fälle zu melden. „2018 hat es in einem Pflegeheim mehrere Fälle gegeben und einen in einem häuslichen Umfeld.

Ansonsten waren es in aller Regel nur einzelne Ansteckungen“, weiß Kleeschulte. Woran die hohe Zahl in diesem Jahr liegen könnte, vermag er nicht zu sagen: „Eine spezifische Erklärung gibt es von unserer Seite aus dafür nicht.“ Besorgniserregend findet er die aktuellen Zahlen allerdings auch noch nicht. Vielmehr seien die Ansteckungszahlen seit Jahren in einer Wellenbewegung, so dass Anstiege keine spezielle Ursache haben müssen: „Das kommt immer wieder mal vor.“

Der Hautarzt

Dass die Krätze-Zahlen steigen beobachtet auch Dr. Robert Oebbecke. Der Hautarzt ist mit seiner Praxis in Brilon ansässig: „Seit der Flüchtlingskrise 2015 sind die Zahlen angestiegen und haben sich in der vergangenen Zeit auf einem hohen Niveau eingependelt.“ Fünf bis zehn Fälle, beziehungsweise Verdachtsfälle wurden täglich bei dem Mediziner vorstellig, „in der letzten Zeit hat es sich aber wieder etwas beruhigt.“ Dennoch ist die Unsicherheit groß: „Die Krankheit ist infektiös, was auch Eltern verängstigt.Allerdings bekommt man sie auch gut in den Griff, wenn auf die begleitenden Maßnahmen geachtet wird“, beruhigt Oebbecke.

Zudem hätte sich die Art der Behandlung geändert. „Neben den schon länger bekannten Tabletten, wie etwa Scabioral wird inzwischen auch immer häufiger Antiscabiosum Permethrin 25 Prozent für Erwachsene und 10 Prozent für Kinder verwendet.

Mit dieser Art der Behandlung wären alle Krätze-Fälle in den Griff zu bekommen: „Wie schnell man die Krankheit wieder los ist, hängt in einem großen Maße von der Mitarbeit der Patienten ab. Je besser sie die begleitenden Maßnahmen, wie etwa das Waschen der getragenen Kleidung, der Polstermöbel und Decken berücksichtigen, desto schneller bekommt man die Krätze in den Griff.“

Der Apotheker

Das es zu einer Häufung der Krätze-Fälle gekommen ist, beobachtet auch Apotheker Klaus Mörchen aus Meschede: „Es betrifft alle Altersgruppen und häuft sich, nach meinem Empfinden seit 2014, 2015 immer mehr.“ Wichtig sei es vor allem vermehrt auf die Hygiene zu achten. „Und die Betroffenen sind in der Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass sich nicht noch mehr Personen bei ihnen infizieren.“

Dem stimmt auch Doktor Oebbecke zu, der von vielen Begleitmaßnahmen spricht: „Nicht nur der Betroffene muss neben der Behandlung auf eine strenge Einhaltung der Hygiene achten, auch Partner und das Umfeld müssen mit beachtet werden.“

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