Schule

Das lernen Schüler in Giershagen über die Welt der Biber

Naturparkführer Peter Hankel stellt den Schülerinnen und Schülern der Naturparkgrundschule Giershagen mit ihren zwei Klassenlehrerinnen erst den präparierten Biber vor, bevor es auf Biberwanderung am Diemelsee geht.

Naturparkführer Peter Hankel stellt den Schülerinnen und Schülern der Naturparkgrundschule Giershagen mit ihren zwei Klassenlehrerinnen erst den präparierten Biber vor, bevor es auf Biberwanderung am Diemelsee geht.

Foto: Annette Dülme

Heringhausen/Giershage n.  Die dritten Klassen der Naturparkschule erkunden den Lebensraum der Biber. Am Ende haben alle Schüler einen gesehen. Wenn auch anders als gedacht

Sofia (fast neun Jahre alt) hat noch nie einen Biber gesehen, Jasmin hat aber schon einmal einen echten Waschbären gesehen. „Der ist uns zu Hause vorm Auto hergelaufen.“ Jetzt haben alle 29 Kinder der Klassen 3 a und b aus der Gemeinschaftsgrundschule Giershagen einen echten Biber gesehen.

Wenn auch nur einen ausgestopften. Den brachte Landschafts- und Naturparkführer Peter Hankel extra mit als Anschauungsexemplar vor der spannenden Biberwanderung am Diemelsee. Denn dort haben sich die großen Nager seit einigen Jahren angesiedelt.

Fledermaussafari im Programm enthalten

Ein zweitägiger Klassenausflug der Naturparkschule führte die dritten Schuljahre auf den Jugendzeltplatz in Heringhausen am Diemelsee. Morgens um 10 Uhr wurden erst die Zelte aufgeschlagen, nachmittags stand die Biberexkursion auf dem Stundenplan und abends eine Fledermaussafari. „Dieser Ausflug an den Diemelsee mit dem Erkunden der Biber- und Fledermauswelten soll jedes Jahr für die 3. Jahrgänge angeboten werden“, erklärt Klassenlehrerin Angelika Noltenhans die Absicht der Naturparkschule. Ihre Kollegin Sandra Bornemann fügt hinzu: „Die Kinder sind total begeistert.“

Klassenausflug zur Biberburg

Auch von dem präparierten Biberexemplar. „Der hat mal gelebt“, erklärt der Naturparkführer den Kindern vor der Wanderung zu den Lebensräumen der Biber am See. Der präparierte Biber ist bei Gießen von einem Auto überfahren worden und tot am Straßengraben aufgefunden worden. Er sei an innerlichen Verletzungen gestorben, deshalb fänden sich auch äußerlich keine Verletzungen. Peter Hankel: „Dieses Exemplar gehört dem Regierungspräsidium Darmstadt. Zu Lehrzwecken wird es zur Verfügung gestellt.“

„Der Biber hat ganz gelblich-rote Zähne“, fordert Hankel die Kinder auf, genau hinzuschauen. „Warum hat er so große Zähne?“, fragt er in die Kinderrunde. „Der nagt damit“, wissen sie. „Deshalb der Rot-Ton“, nickt Hankel zustimmend. „Der härtet die Zähne.“ Mit den unteren Zähnen nage der Biber, mit den oberen hake er sich fest. Die Zähne würden immer wachsen und wachsen, deshalb müssten die Biber unermüdlich nagen, um sie auf der richtigen Länge zu halten.

Gute Architekten

Die Kinder erfahren auch noch von dem Biberexperten, dass die Biber an ihren Vorderpfoten einen ausgeprägten Tastsinn haben, und dass sie sehr gute Architekten sind. Die Biber würden die Baumstämme annagen und auf den nächsten Sturm warten, der sie dann genau in die von ihnen vorgesehene Richtung fallen lasse.

Hankel: „23.000 Haare wachsen dem Biber auf einem Quadratzentimeter Haut. Deshalb hat er so ein dichtes Fell.“ Die Kinder staunen. Mit einem Sekret würden sie sich jede Nacht ausgiebig das dichte Fell putzen. Weiter erfahren sie, dass die Biber Schwimmhäute zwischen den Zehen haben und dass sie am See keine natürlichen Feinde haben, „außer uns Menschen“.

Schüler finden Biberburg

Auf dem Weg zum Vorstaubereich des Diemelsees, dem Revier der Biber, zeigt der Naturparkführer angenagte Baumstämme. Wie viele Biber es dort genau sind, das weiß auch der Naturparkführer nicht. Er vermutet zwei. Wenn sie Junge kriegen, dann würden sie möglicherweise jetzt geboren werden. Die Schülergruppe kommt vorbei an einer Biberburg aus Knüppeln am Uferbereich. Die scheint aber verlassen zu sein, weil es längere Zeit keine frischen Nagespuren gab. Unter der Burg haben die Nager ihren Wohnkessel mit mehreren Röhren, eine für den Nachwuchs, eine Fluchtröhre und eine für die Nahrung. Im angrenzenden Bereich der Kläranlage macht Hankel die Kinder auf weitere Spuren aufmerksam, wie die Biberrutschen in einem der Vorteiche und geht auf Konfliktsituationen ein. Zum Beispiel wenn Biber Röhren unter Wiesen bauen, die von Traktoren befahren werden und anschließend einbrechen.

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