Zehn Jahre Hospizverein

Das Thema Tod nicht verdrängen

Brilon. „Wo es um den Menschen geht, sind wir Christen uns sehr einig!” Propst Stefan Wigger, der den Vorsitz des Briloner Hospizvereins im Wechsel mit dem evangelischen Pfarrer Roland Lichterfeld innehat, ist vom ökumenischen Gedanken der Arbeit überzeugt.

Der Verein feiert am Sonntag sein zehnjähriges Bestehen.

In den letzten Tagen und Stunden des Lebens geht es vor allem um den Sterbenden und seine Angehörigen - unabhängig von dessen Glauben und Konfession. Die Themen Tod, würdiges Sterben und auch Sterbehilfe waren erst kürzlich wieder sehr präsent in allen Medien. „Vielleicht können wir vom Hospizverein eine Antwort und eine Alternative zu diesen Fragen bringen”, hofft Propst Wigger. Es ginge schließlich nicht darum, das Leben einfach zu beenden, sondern vielmehr zum Ende zu begleiten. Das beschreibt mit einem Satz die Hauptaufgabe der - überwiegend weiblichen - Mitarbeiter des Briloner Hospizvereins. Bereits seit zehn Jahren leisten sie diesen überaus wichtigen Dienst. Als Vorstand des Vereins sieht sich der Propst jedoch eher im Hintergrund. „Aus der eigentlichen Arbeit halten wir uns raus, sondern schaffen vielmehr die Rahmenbedingungen für die Ehrenamtlichen, die sehr diskret und kompetent arbeiten”, beschreibt er die Funktion der Vorstandsmitglieder. In regelmäßigen Treffen wird der Kontakt zu den Ehrenamtlichen gehalten und natürlich gehört ein Mitarbeitervertreter auch zum Vorstand dazu. Konfrontation mit Leid Für die Zukunft wünscht der Vorsitzende dem Verein und vor allen seinen Mitgliedern viel Kraft für ihren Dienst, der immer eine Mischung aus vielen erfüllenden Begegnungen mit verschiedenen Menschen aber auch die Konfrontation mit Leid und schließlich mit sich selbst beinhaltet. „Hier helfen die Ausbildungen und verschiedenen Kurse, die je nach Bedarf und Belastung angeboten werden”, beschreibt der Propst die Rahmenbedingungen und Hilfestellungen. Ebenso wichtig ist ihm auch die verstärkte Zusammenarbeit mit anderen Diensten, wie seit einiger Zeit mit dem Palliativpflegedienst der Caritas-Sozialstationen. Denn das sei eine der wichtigen Aufgaben des Hospizvereins, das Thema Tod und Sterben nicht zu verdrängen, aber auch nicht auf eine Ebene verkommen zu lassen, wo es nur um Geschäfte gehe. Dass dieses für die Zukunft gelingt, dafür sorgen auch nach zehn Jahren die engagierten Mitglieder des Briloner Vereins. Das Jubiläum wird gefeiert am Sonntag, 14. September, im neuen Briloner Pfarrzentrum, u. a. mit einem Theaterstück.

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