Sonderausstellung

Der Erlinghausener Bürgermeister ist stolz auf sein Dorf

Der stellvertretende Bürgermeister Johannes Wüllner lobt am Rednerpult den Einfallsreichtum der Organisatoren und Bestücker der  Sonderausstellung "Erlinghausen - immer auf der Höhe" im Museum der Stadt Marsberg in Obermarsberg. 

Der stellvertretende Bürgermeister Johannes Wüllner lobt am Rednerpult den Einfallsreichtum der Organisatoren und Bestücker der  Sonderausstellung "Erlinghausen - immer auf der Höhe" im Museum der Stadt Marsberg in Obermarsberg. 

Foto: Annette Dülme

Obermarsberg.   Erlinghausen zeigt sich bei der Sonderausstellung im Museum der Stadt von seiner besten Seite. Der stellvertretende Bürgermeister weiß auch wieso

„Erlinghausen – immer auf der Höhe“. Unter der Überschrift präsentiert sich das 1000-Seelen-Dorf in einer Sonderausstellung im Museum der Stadt Marsberg in Obermarsberg. Und die Ausstellung zeigt, wieso niemand mehr aus dem kleinen Ort weg ziehen möchte.

Im Rahmen einer Ausstellungsreihe wird jedem Ortsteil der Stadt die Möglichkeit dazu gegeben. „Denn das Museum ist ein Museum für die ganze Stadt“, betonte Detlev Steinhoff vom Förderverein historisches Obermarsberg, „und das soll mit der Ausstellungsreihe im Bewusstsein der Menschen wachsen.“

In Erlinghausen ist das Dorfmotto Dorfprogramm. Davon konnten sich zur Ausstellungseröffnung am Sonntagmorgen die vielen Gäste überzeugen. Das Motto spiegele nicht nur die geografische Lage des Dorfes wider, so Ortsheimatpfleger Herbert Dülme in seinen Einführungsworten, „es drückt auch ein Gefühl aus, das aus vielen Fakten gewachsen ist.“

Dülme rechnete vor: „Wenn rund 2.400 Mitglieder in den örtlichen Vereinen gezählt werden, ist vom Säugling bis zum Greis jeder 2,4-mal in einem Verein vertreten.“

Aktives Dorfleben

Wenn rund 100 Musiker ein Instrument beherrschten und im Musikverein erklingen ließen, seien dies zehn Prozent der Bevölkerung. Wenn 34 Messdiener aktiv ihren Dient vor dem Altar verrichten, die kfd das gesamte Jahr im Einsatz ist, der Sportverein Rot-Weiß-Erlinghausen als Botschafter des Dorfes über die Stadt- und Kreisgrenze hinaus bekannt ist, „dann ist Erlinghausen immer auf der Höhe“.

Für die Ausstellung hat der Schützenverein extra einen Schützenvogel gebaut. Er hängt unter der Raumdecke. Jeder kann einmal über die Kimme des Gewehrs auf das Objekt der Begierde eines jeden Schützen blicken.

Der geschichtlichen Entwicklung des Dorfes ist eine eigene Schautafel gewidmet. In einem Zeitungsartikel aus den 1930er Jahren ist zu lesen, wie der erst zweijährige Zuchthengst „Commandeur“ vom Blitz getroffen wurde und den Bauern unter sich begrub. Andere beschreiben Viehseuchen, Unglücksfälle oder Straftaten.

Niemand möchte weg

Die politische Entwicklung ist auf einer anderen Stellwand dargestellt, ebenso die wechselvolle Geschichte der Kirchengemeinde. Der Karnevalsverein zeigt eine bunte Bilderschau durch die tollen Fastnachtstage der vergangenen Jahrzehnte, die Löschgruppe und das Familienzentrum, der Förderverein „Use Erlinghausen“ als jüngster Verein, der Männergesangverein „Cäcilia“ als ältester sind dabei; und die KLJB präsentiert das Ergebnis der Dorfbefragung im Vorfeld der Ausstellung. Ergebnis: Niemand möchte von Erlinghausen weg.

„Sie haben mit dieser Ausstellung etwas Großes geleistet und beeindruckend unter Beweis gestellt, wie facettenreich das Dorfleben war und ist,“ betonte Johannes Wüllner, stellvertretender Bürgermeister. Dass die intakte Dorfgemeinschaft nicht ohne das große ehrenamtliche Engagement vieler zustande komme, hob Ortsbürgermeister Thomas Schröder hervor.

Besonderer Dank an Herbert Dülme

Dazu gehörten auch die 25 Gewerbetreibenden. Von denen einige durch ihre finanzielle Unterstützung die Ausstellung erst ermöglichten. Sein Dank galt besonders Ortsheimatpfleger Herbert Dülme, der sie organisiert und konzipiert hatte und den Vereinsvorständen, für die Präsentation ihrer Stände. Schröder: „Ihr macht mich hiermit noch ein großes Stück stolzer auf unser Dorf.“

Die Sonderausstellung über Erlinghausen ist nach Westheim im Vorjahr die zweite in der Aussstellungsreihe. Das Museum wird momentan weiter ausgebaut. Im 1. Obergeschoss entstehen neuen Themenräume, in denen u. a. die Geschichte des Landschaftsverbandes in Marsberg und die Entwicklung der Glasindustrie dargestellt wird.

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