Preis Pro Ehrenamt

Der gute Geist von Hallenberg

Rita Hartmann (rechts) bekommt den Pro-Ehrenamt-Preis, weil sie seit Jahrzehnten in Hallenberg hilft, wo sie kann. Es gratulieren ihre Schwester Paula Alberti sowie Andreas Humberg (rechts) und Ralf Meyer von der Volksbank. Foto:WP

Rita Hartmann (rechts) bekommt den Pro-Ehrenamt-Preis, weil sie seit Jahrzehnten in Hallenberg hilft, wo sie kann. Es gratulieren ihre Schwester Paula Alberti sowie Andreas Humberg (rechts) und Ralf Meyer von der Volksbank. Foto:WP

Hallenberg.   Der Pro-Ehrenamt-Preis 2018 geht an Rita Hartmann. Seit Jahrzehnten ist sie überall zur Stelle, wo eine helfende Hand gebraucht wird

„Ich denke, ich bin wohl dazu geboren“, sagt Rita Hartmann und meint damit, für andere da zu sein und sich um sie zu kümmern. Das hat sie schon praktisch ihr ganzes Leben lang gemacht. „Meine Mutter bestimmte, dass ich keinen Beruf erlernen und stattdessen arbeiten und helfen sollte, wo immer ich kann.“ Bald umfasste diese Hilfe nicht mehr nur die eigene Familie. „Überall, wo etwas zu tun war, wurde ich gefragt. Bei Festen, bei Kranken, bei Geburten... so war das damals. Man ist in viele Aufgaben reingewachsen.“

Heute hat Rita Hartmann ihren 80. Geburtstag hinter sich, vier Kinder großgezogen und acht Enkel und vier Urenkel zum drum Kümmern. Aber die alte Gewohnheit, sich auch um andere zu sorgen und ihnen zu helfen, hat sie nicht abgelegt.

Pokal im Waffelstübchen

Sie besucht Menschen im Seniorenzentrum St. Josef, fährt mit ihrem Auto alte Menschen zum Einkaufen oder zum Arzttermin, hilft bei Festen beim Essenmachen, Austeilen und Aufräumen und ist generell überall zu finden, wo es eine Lücke gibt und eine Hand gebraucht wird. Ein guter Geist des Ortes. Für 40 Jahre Mitgliedschaft in der Caritas wurde sie bereits geehrt. „Aber die Ehrung hier, das ist nun wirklich nicht nötig“, stellt sie fest und schaut streng in Richtung der Herren von der Volksbank. „Ich kriege den Dank der Leute. Das reicht doch.“

Das jedoch sehen andere Leute anders und deshalb sitzt Rita Hartmann an einem schmuddeligen Dezembertag im gemütlichen Waffelstübchen in Hallenberg und bekommt den Preis Pro Ehrenamt samt Pokal, 250 Euro Preisgeld, eine leckere Waffel und Kaffee und obendrein eine kleine Lobrede von Volksbank-Regionalmarktleiter Andreas Humberg. „Wir möchten uns bedanken für dieses Engagement und dafür, dass Sie so vielen Menschen in der Region helfen.“

Preisgeld wird gespendet

Auch Paula Alberti ist dabei – sie war es, die ihre Schwester Rita Hartmann für den Preis vorgeschlagen hat. Sie weiß wegen ihrer Gehbehinderung selbst deren Hilfe oft zu schätzen – wenn sie sie denn erreichen kann. „Telefonisch ist das nämlich ziemlich schwierig, weil sie ständig in irgendeiner Sache unterwegs ist“, schmunzelt sie.

Manchmal habe sie schon übers Aufhören nachgedacht, meint Rita Hartmann. „Aber dann haben alle gesagt, ich soll weitermachen. Und ich habe ja die Zeit dafür. Also mache ich weiter, so lange ich es gesundheitlich kann. Es macht ja auch Spaß. Man freut sich, wenn sich einer freut, über Hilfe oder über ein nettes Wort.“ Dass sie das Preisgeld von 250 Euro an einen guten Zweck weitergeben will, steht fest. Die Hospizinitiative Hallenberg/Winterberg soll es bekommen.

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