Tourismus

Der neue Geopfad vereint Historie, Landschaft und Bergbau

Der neue Geopfad wird nur durch Spenden finanziert. Die erste Info-Tafel ist fertig. Von links: Gerd Rosenkranz, Melanie Laukant, Heiner Duppelfeld, Andreas Trotz. Hinten von links: Detlev Steinhoff und Hermann Runte.

Der neue Geopfad wird nur durch Spenden finanziert. Die erste Info-Tafel ist fertig. Von links: Gerd Rosenkranz, Melanie Laukant, Heiner Duppelfeld, Andreas Trotz. Hinten von links: Detlev Steinhoff und Hermann Runte.

Foto: Annette Dülme

Obermarsberg.  Der Förderverein historisches Obermarsberg hat einen Themenweg von Nieder-, nach Obermarsberg und durch die Oberstadt als Geopfad konzipiert.

„Tagebau Mina – was für ein Loch!“ So ist die Informationstafel der Geostation 8 des neuen Themenweges überschrieben. Die erste Tafel ist fertig. Mit ihr sollen es 12 werden, die zu markanten Orten von Nieder- nach Obermarsberg und durch die Oberstadt führen. Konzipiert hat ihn der Förderverein historisches Obermarsberg als Geopfad, der auf drei tragenden Säulen steht: der Historie, der Landschaftsgeschichte und dem Bergbau.

So erfährt der Wanderer beim Lesen der Infotafel der Geostation Tagebau Mina, dass „die kupferführenden Schichten in Marsberg die Kieselschiefer sind. Diese lagern zunächst in 600 Meter Tiefe. Während der Bildung des Rheinischen Schiefergebirges wurden die Schichten gestaucht und aufgerichtet. Vor 260 Mio. Jahren wurde das Gebirge durch Erosion zu einer Rumpffläche abgetragen. Im Zuge der Auffaltung der Alpen vor 60 Mio. Jahren riss das Gestein entlang der Lagerstätte auf und der südliche Teil des Eresberges senkte sich um ca. 20 bis 30 Meter. So entstand die „Mina-Sattelkluft“ mit ihrer Reicherzzone.“

Und weiter: Durch die einschneidenden Kräfte der Flüsse Glinde und Diemel wurde der Eresberg in den letzten 300.000 Jahren herausgearbeitet. Die Lagerstätte trat jetzt an den Flanken des Berges offen zu Tage. Erze der Wüstung Twiste, die vor 1.400 Jahren verhüttet wurden, kommen von hier.“

Deshalb der Geopfad

„Obermarsberg ist mit seiner bedeutenden geschichtlichen Entwicklung, seinen Kirchen und Bauwerken das historische Zentrum der Stadt Marsberg“, verdeutlicht Detlev Steinhoff, Vorsitzender des Fördervereins, die Beweggründe hinter dem Projekt. Ca. 8.000 Besucher lassen sich jährlich durch die Oberstadt führen. Das Museum der Stadt Marsberg ist 2014 von Nieder- nach Obermarsberg umgezogen. Seitdem haben rund 10.000 Menschen das Museum besucht. „Auch die herausragenden Zeugnisse der Landschaftsgeschichte und des ehemaligen Kupferbergbaus sind beeindruckend“, findet Steinhoff. Sie bedürften aber zum besseren Verständnis einer Vorort-Beschreibung. „Wir möchten nun die beeindruckenden Zeugnisse der bewegten Geschichte in Form eines beschilderten Wanderweges erschließen.

Die 12 Infotafeln

Dazu sind 12 Stationen mit Informationstafeln vorgesehen. Beginn ist am Museum der Stadt Marsberg. Auf der Infotafel wird das Museum thematisch dargestellt. Weiter geht es zum Schandpfahl. Dort wird die Rechtsgeschichte der Stadt Obermarsberg nachzulesen sein. An der Stiftskirche findet der Machtanspruch Kaiser Karls seinen Ort. Am Buttenturm wird die Festung Obermarsberg dargestellt, an der Drakenhöhle deren Geologie und Geschichte, an der Hagenkurve die Variskische Faltung, am Besucherbergwerk Kilianstollen in Niedermarsberg die Geologie und der Bergbau. Am jüdischen Friedhof wird dessen kulturhistsorische Bedeutung dargestellt.

Weiter geht es zum Kalvarienberg. Dort wird die Sühnekapelle und der Tripelpunkt dreier Großlandschaften beschrieben, am Bergbau unter Obermarsberg deren Geologie und Bergbautechnik und an der Nikolaikirche die kulturhistorische Bedeutung.

Die Konstruktion

Die Schilder werden an einer einbetonierten Säule und einem Edelstahlausleger befestigt werden. „Diese Konstruktion hat sich bei vielen Themenwegen in unserer Region bewährt“, so Detlev Steinhoff, Vorsitzender des Fördervereins historisches Obermarsberg.

Auf den Tafeln sollen neben den Texten, Bildern und erklärenden Grafiken auch QR-Codes mit weiteren Informationen angebracht werden.

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