Stadtmuseum Medebach

Die Geschichte der Stadt Medebach wird visuell aufgearbeitet

Ein neues Info-Portal ist im Foyer des Stadtmuseums Medebach geplant. Im Bild die zukünftige Aufschrift „Portal Geschichtserlebnispark“ auf der Gebäudewand des Museums. Foto:Priv

Ein neues Info-Portal ist im Foyer des Stadtmuseums Medebach geplant. Im Bild die zukünftige Aufschrift „Portal Geschichtserlebnispark“ auf der Gebäudewand des Museums. Foto:Priv

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Medebach.   Die umfangreiche Geschichte im Stadtgebiet Medebach soll visuell in einem Info-Portal im Foyer des Stadtmuseums dargestellt werden.

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Die außergewöhnlich reiche Geschichte im gesamten Stadtgebiet soll aus den Archiven geholt und visuell in einem Info-Portal im Foyer des Stadtmuseums Medebach dargestellt werden. Das ist das Ziel der Arbeitsgemeinschaft (AG) der Medebacher Heimatvereine (AGHM) in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein (HGV). Leiter dieses umfangreichen Projektes ist Horst Frese. „Vieles ist schon geleistet. Aber es kommen auch noch einige Aufgaben auf uns zu.“

Im Mittelpunkt stehen dabei die Hanse, Kloster Glindfeld, die Freigrafschaft Düdinghausen, mittelalterliche Wege und Wüstungen. Das Portal vermittelt dazu übersichtlich Informationsangebote in Museen und Heimatstuben über Orte in der Landschaft mit historischen Geschehnissen wie Hohlwege der Heidenstraße, Konfliktorte oder auch erdgeschichtliche Besonderheiten wie die Geschichte des Schwerspats, Steinbrüche als Fenster in die Erdgeschichte und historische Gebäude wie die ehemalige Herberge Padberg in Küstelberg.

„Eine 2014 herausgegebene Grundlagenstudie zur Pflege und Visualisierung der Stadtgeschichte enthält die Ergebnisse einer umfangreichen Sammlung dieser Geschichtszeugnisse im Stadtgebiet“, berichtet Horst Frese. In der Studie wurde die Einrichtung eines Geschichtserlebnisparks Medebach empfohlen und als zentrale Säule die Einrichtung eines Park-Info-Portals im Museum vorgeschlagen. Und dies wird nun umgesetzt.

So soll schon bald im Foyer des Museums ein barrierefreies, mediales Infozentrum mit Übersicht über die Schätze der Kultur- und Erdgeschichte im Stadtgebiet entstehen. Für Einheimische, Gäste und auch Schulen sei die Vielfalt an Angeboten und ihre übersichtliche Darstellung z.B. mit Angaben von Öffnungszeiten, Startpunkten, ÖPNV-Haltestellen und -verbindungen oder Einkehrmöglichkeiten sehr hilfreich, meint der Projektleiter.

Vermittlungssäulen

Als Vermittlungssäule dient ein interaktiver barrierefreier Touch Screen Monitor. Über ihn können Kurzfilme abgerufen werden. Einige sind vorhanden, andere müssen entwickelt („gedreht“) werden. Darüber hinaus vermittelt der Monitor gut gegliederte Zugänge zu den Geschichtsthemen und vertieft sie.

Für das Stadtgebiet bieten die Projektträger auch eine Zusammenarbeit mit Traditionseinrichtungen an. So können Medebacher Unternehmen, Dienststellen und Vereine ihre Profile, die auf eigener Geschichte beruhen, in die Plattform bringen. Das Monitor-Portal schaut – kundenorientiert - auch über die Stadtgrenze hinaus und präsentiert aus der umgebenden Region Museen, besonders geschichtsträchtige Orte und herausragende Themenwege

Als zweite Vermittlungssäule mit Konzentration auf das Stadtgebiet soll eine dreidimensionale, digital gesteuerte und interaktive Landkarte dem Besucher per Beamer Markierungen und räumliche Informationen zu Wanderwegen und kulturhistorischen Stationen geben. Sie bietet eine plastische Übersicht über die Orte im Stadtgebiet und bringt auf Anforderung historische Orte, Themenwege, Museen/Heimathäuser in Punkt- oder Linienform ans Leuchten. Relief und Monitor sind vernetzt mit der Homepage der Medebach Touristik, des Nationalen Geoparks GrenzWelten und der Naturparke Sauerland-Rothaargebirge und Diemelsee. Das Portal wird auch ins Internet gestellt.

„Das gesamte ehrenamtlich gesteuerte Projekt ist intensiv und umfassend in einen vielfältigen Rahmen ehrenamtlicher Aktivitäten eingebunden“, betont der Projektleiter. So müssen alle für die Vermittlung in Frage kommenden Informationen gesammelt, gesichtet, fachlich bearbeitet und geordnet werden, bevor sie nach professioneller Gestaltung Eingang in das Monitorprogramm finden.

80 000 Euro Einrichtungskosten

„Wegen der die gesamte Stadtfläche überdeckenden Ausrichtung bieten wir den Heimatvereinen, Ortsvorstehern, Ortsheimatpflegern, Unternehmern aller Orte im Stadtgebiet die Zusammenarbeit an“, so Horst Frese. Ein Freundeskreis soll gegründet werden, der in die fachliche Weiterentwicklung, aber auch die Finanzierung der jährlichen Aktualisierungskosten von ca. 1500 Euro mit eingebunden wird. Das Portal wird frei zugänglich sein und bedarf keiner täglichen Personalbetreuung.

Die Einrichtungskosten betragen rund 80 000 Euro. Davon hat das interaktive Stadtrelief den größten Anteil. Die LAG der Leader-Region Hochsauerland hat das Projekt einstimmig befürwortet und dazu einen 65-prozentigen Zuschuss reserviert.

„Der Leader-Zuwendungsantrag wird in Kürze bei der Bezirksregierung Arnsberg gestellt. Ein weiterer Förderantrag ist bei der NRW-Stiftung gestellt worden“, teilt der Projektleiter mit. Nach den Entscheidungen beider Institutionen wird geklärt sein, wie viel Kofinanzierungsmittel aus der Region selbst eingeworben werden müssen. Nach Kenntnis des Mittelbedarfs soll in der Stadt intensiv für eine Beteiligung möglichst vieler Personen und Institutionen geworben werden.

Mit dem Umsetzungsbeginn des Projekts ist in der zweiten Hälfte 2017 zu rechnen, mit der Fertigstellung Mitte 2018.

Fachliche, organisatorische und finanzielle Verantwortung für das Projekt trägt die Arbeitsgemeinschaft der Medebacher Heimatvereine (AGHM), Verantwortung als rechtlicher Projektträger der mit der AGHM kooperierende Heimat- und Geschichtsverein (HGV). Projektleiter ist der Sprecher der AGHM, Horst Frese, zugleich auch Vorstandsmitglied des HGV. Digitaltechnische Beiträge für die Projektkonzeption liefert Christoph Hammerschmidt. Die raumbezogenen Angelegenheiten erfolgen in enger Abstimmung mit dem HGV als Betreiber des städtischen Museums und mit der Stadt als Eigentümerin, aber auch mit dem benachbarten Brauhaus.

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