Die Mauer niemals kennengelernt

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Brilon/Berlin.  Als ich ein Kind war, hing neben dem Bett meines Vaters ein Bild, auf dem Menschen eine Absperrung zerreißen und ihr entkommen, während sie wild jubeln. Von dem Mauerfall hatte ich damals bereits gehört. Meine Eltern und meine Lehrer hatten mir davon erzählt. Erst als ich dieses Bild sah, wurde mir aber klar, wie viel dieses Ereignis, das ich gar nicht miterlebt hatte, den Menschen, die zu diesem Zeitpunkt auch in Westdeutschland gelebt hatten, bedeutete.

„Berliner Mauer“ heißt sie eigentlich, spricht man heute aber von „der Mauer“, so weiß jeder Bescheid.

Tausende Ballons

Zu DDR-Zeiten teilte sie Deutschland, bevor sie in der Nacht von dem 9. auf den 10. November 1989, also genau vor 25 Jahren, fiel. Insgesamt war sie rund 160 km lang, allein 15 km zogen sich quer durch Berlin und markierten eine innerstädtische Grenze.

Zwischen ihrem Baujahr 1961 und 1989 kostete die Mauer 138 Menschen ihr Leben.

Um das Jubiläum zu feiern, bekamen die Berliner ihre Mauer jetzt mal ganz anders zu sehen: Mehrere tausend Ballons wurden, angefangen bei der Bornholmer Brücke, dem Ort, wo sich die Mauer zuerst öffnete, bis hin zur Oberbaumbrücke aufgestellt.

Sind sonst nur noch an wenigen Orten wie dem Abgeordnetenhaus und an der East Side Gallery die Reste der Mauer zu sehen, markieren nun, sobald die Abenddämmerung einsetzt, leuchtende Ballons, wo die Mauer einmal stand.

Bis gestern Abend sollten sie dort stehen, bevor jeder Ballonpate seinen Ballon mit einer Botschaft versehen und anschließend in den Himmel steigen lassen wollte.

Hat unser Leben beeinflusst

Miterlebt hat unsere Generation den Mauerfall nicht und doch hat er auch unser Leben beeinflusst – kann sich heute doch kaum jemand vorstellen, in einem geteilten Deutschland zu leben. Was sagt ihr also zu dem Mauerfall? Wir haben nachgefragt!
Vanessa Caracozzo (17, aus Olsberg): Meine Mutter kommt aus der ehemaligen DDR und hat mir deshalb auch von dem Leben dort und vom Mauerfall erzählt. Insofern bin ich schon allein deshalb froh, dass es den Mauerfall gegeben hat, weil es mich sonst heute nicht gäbe. Besprochen haben wir es in der Schule noch nicht, jedenfalls nicht im Detail, es wurde nur ab und zu erwähnt. Heute könnte ich mir weder vorstellen, unter den Zuständen, die damals in der DDR herrschten, noch in einem geteilten Deutschland zu leben.
Deborah Klink (17, aus Brilon):
Als ich das erste Mal vom Mauerfall gehört habe, war ich noch in der Grundschule und unsere damalige Lehrerin hat meiner Klasse davon erzählt.

Heute denke ich, dass wir froh sein können, in einem vereinigten und nicht wie zur Zeiten der DDR in einem geteilten Deutschland zu leben. Trotzdem glaube ich, dass es noch immer zahlreiche Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland gibt.
Jasmin Schiller (18, aus Brilon):
Meine Mutter hat mir bei unseren Berlin-Urlauben viel darüber erzählt. Das Thema hat mich schon immer interessiert, deshalb habe ich einige Kinder- und Jugendbücher wie zum Beispiel „Abgehauen“ und „Weggesperrt“ von Grit Poppe gelesen oder Filme wie „Westwind“ geguckt.

Wenn ich jetzt vom Mauerfall höre, denke ich zuerst an die DDR, den Kommunismus, die Sowjetunion und daran, dass es wichtig ist, dass es keinen Überwachungsstaat gibt. Es gehört so weit ich weiß auch auf den Lehrplan, weil aber der Zweite Weltkrieg zu Recht ausführlich besprochen wird, wird wohl oft die Zeit knapp.

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