Gartenserie

Dieser Garten in Brilon setzt auf verschiedene Perspektiven

Zitronenbäumchen lassen sich im Garten ebenso finden, wie ein Avocado-Baum. Die Vielfalt spielt hier eine wichtige Rolle.Foto: Katja Voss

Zitronenbäumchen lassen sich im Garten ebenso finden, wie ein Avocado-Baum. Die Vielfalt spielt hier eine wichtige Rolle.Foto: Katja Voss

Brilon  Zum Tag der offenen Gärten zeigt Marianne Kleineberg ihr durchdachtes grünes Reich. Ein Besuch im Ausland veränderte ihren Blick auf den Garten.

. Schon als kleines Mädchen hat Marianne Kleineberg erlebt, wie Pflanzen wachsen und gepflegt werden. Mittlerweile hat die 65-Jährige ihren eigenen Garten als Refugium für unzählige Pflanzen und Tiere erschaffen. Kleinebergs Mutter hat ihre Tochter schon früh in die Geheimnisse des eigenen Nutzgartens eingeweiht. Seit 1990 hat die Brilonerin eine ungewöhnliche, aber sehr gelungene Mischung aus schönen und nützlichen Pflanzen angelegt.

Auf 1200 Quadratmetern mischen sich Rosen, Storchschnabel und Phlox mit ins Kräuterbeet, Brombeeren blühen mit Pfingstrosen um die Wette, in den Hochbeeten wachsen Kartoffeln, Radieschen und Ringelblumen. In einem Gewächshaus zieht die pensionierte Lehrerin aus Samen Pflänzchen groß, bis sie in den Garten wandern können. Dort haben auch alle kälteempfindlichen Pflanzen wie die Passionsblume einen Platz gefunden und zahlreiche Gartenbücher laden zur Lektürestünde am Sitzplatz ein. Vor dem Gewächshaus steht ein selbst gezogener Avocado-Baum, gegenüber wachsen die Zitronenbäumchen.

Das Glück wachsen lassen

Im Laufe der Zeit hat sich so eine enorme Bandbreite von Arten angesammelt. „Hier wächst das Glück“, steht auf einem Schild. Und das sind keine leeren Worte: „Im Garten kann ich leben“, sagt Marianne Kleineberg und strahlt übers ganze Gesicht bei der Führung durch ihren Garten. Ihr erster Gang morgens führt durch den Garten. In fast jede Ecke gibt es eine Bank oder einen Stuhl, um den Garten zu genießen und die verschiedenen Perspektiven bewusst wahrzunehmen.

Dazu gehören auch die kleinen Natur-Kunstwerke aus Weinranken oder die Holzsteele mit Steinen aus Patagonien und Mitbringseln von anderen Reisen wie auf die Osterinseln. Seit Kleineberg ein Jahr freiwillig im Dschungel in Südamerika gearbeitet hat, hat sich ihr Blick auf den Garten verändert. „Im Regenwald waren wir eins mit der Natur, sie hat uns beherrscht.“ Deshalb gilt in ihrem Garten das Motto „leben und leben lassen“. Wenn sich Pflanzen selbst aussäen und an einem anderen Ort gemütlich machen, dann lässt Kleineberg sie. Brennnesseln und Disteln dürfen bei ihr auch wachsen, denn sie sind wichtige Nahrungsquelle für Schmetterlinge.

Lebensraum für Tier und Mensch

Ihr Konzept ist der naturnahe Garten - er soll nicht nur ein Lebensraum für sie, sondern auch für Tiere und Insekten sein. Trotzdem geht sie auch mal radikal dazwischen, um eine Grundordnung zu wahren und den Pflanzen genug Raum zum Wachsen zu geben. Ihr Rat an alle, die vielleicht selber erst mit dem Gärtnern angefangen haben: „Habt Geduld und genießt den Garten.“

Wer sich selbst ein Bild vom naturnahen Garten machen will, ist beim Tag der Offenen Gärten am Samstag, 13. Juli, von 14 bis 18 Uhr willkommen. Die Produkte ihrer Pflanzen verarbeitet Kleineberg selbst und verkauft je nach Saison auch etwas davon: Von Marmelade über Zuccini-Chutney, Rosmarin-Salz bis hin zu Tomatenpflanzen kann so eine kleine Erinnerung an den naturnahen Garten mit nach Hause genommen werden.

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