Sportholzfällen

Dirk Braun sägt Konkurrenz in Grund und Boden

Dirk Braun in Aktion: Der Winterberger erfüllte sich seinen Traum und wurde wieder Deutscher Meister. Fotos: WP

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Winterberg. Ein Urschrei nach der letzten Disziplin, ein dynamischer Satz von der Bühne und hin zur Familie - Überglücklich nahm er seine älteste Tochter auf den Arm und aus der Anspannung wurde pure Freude. Dirk Braun holte sich am Samstag vor heimischer Kulisse nach 2005, 2006 und 2007 erneut die Krone der Königsklasse der deutschen Sportholzfäller.

Sein größter Mitbewerber Robert Ebner aus Bayern, Titelträger der letzten drei Jahre, wurde Zweiter. Stefan Stark aus Unterfranken landete auf dem dritten Platz bei der Meisterschaft in Winterberg.

Bereits beim ersten Wettkampf des Tages, dem Springboard, sorgte Dirk Braun vor vollen Rängen am Sahnehang für eine gute Ausgangsbasis zum Titelgewinn. Mit präziser Technik, Kraft, Balance und Geschicklichkeit hatte er als erster die beiden Trittbretter im senkrecht verankerten Holzstamm platziert und den auf der Spitze montierten Holzblock durchgeschlagen. Die über 3000 Fans am Rande des Wettkampfs jubelten.

In der zweiten Disziplin, dem Stock Saw, bei dem mit einer handelsüblichen Motorsäge zwei Holzscheiben abgeschnitten werden müssen, belegte er Platz zwei. Kein Grund zur Panik für Dirk Braun, denn sein größter Konkurrent Robert Ebner belegte nur Rang 4. Somit hatte er bereits drei Punkte Vorsprung vor dem Zweitplatzierten.

In der dritten Runde stand das Fällen eines Baumes auf dem Programm. Mit einer Superzeit ließ er die Konkurrenz hinter sich und verbuchte damit einen weiteren Punkt mehr als sein größter Mitbewerber Robert Ebner. Anschließend ging es an die 2-Meter-Handsäge und zum Underhand Chop. In diesen Disziplinen belegte Dirk Braun jeweils „nur“ Rang 2 und sein Punktepolster schrumpfte auf 3 Punkte.

Leistungsstarke Motorsägen

Beim letzten Wettkampf, dem Hot Saw, wurde mit getunten und extrem leistungsstarken Motorsägen gearbeitet. Hier kam es nicht allein auf die Beherrschung der bis zu 80 PS starken Motorsäge an, sondern auch auf eine funktionierende Technik. Die Anspannung der Athleten, aber auch der zahlreichen Zuschauer erhöhte sich merklich, denn in dieser Disziplin war alles möglich: springt der Motor an, hält die Kette, sind die geforderten Schreiben vollständig? 2010 hatte Dirk Braun in dieser „Angstdisziplin“ nur Rang 5 belegt. Mit dieser Platzierung, wäre der Titel weg gewesen.

Das Startkommando, Zug am Startseil, Motor springt an, Säge angesetzt, die erste Scheibe, die zweite, dann die dritte Scheibe, alle vollständig, die Uhr bleibt bei sagenhaften 5,82 Sekunden stehen. Während Dirk Braun bereits zum Luftsprung ansetzt, sägt der Zweitplatzierte der Deutschen Meisterschaft, Robert Ebner, noch an der letzten Scheibe.

Lokalmatador hat Ziel erreicht

Der Lokalmatador hat sein Ziel erreicht: vor heimischen Publikum Deutscher Meister im Sportholzfällen zu werden. „Ich möchte mich bei meiner Familie bedanken, die in letzter Zeit durch mein Training viel auf mich verzichten musste. Auch meinen Sponsoren und dem tollen Publikum gilt mein Dank. Diese Form habe ich nur für euch hier am Sahnehang gezeigt“, jubelte Dirk Braun nach seinem Triumph, der schon vor dem Wettkampf fast auf der Kippe stand. „Mein Dank gilt auch meinem Arzt, der mit fit gespritzt hat. Denn vor einigen Tagen konnte ich mich kaum bewegen.“

Winterbergs Tourismusdirektor Michael Beckmann überreichte die begehrte Trophäe. „Ein Mega-Event mit dem krönenden Abschluss. Diese Veranstaltung wäre ohne die Unterstützung von Heijo Krevet und seinem Team nicht zu stemmen gewesen wäre“, so der Tourismusdirektor später. Anfang September wird Dirk Braun Deutschland bei der Weltmeisterschaft in Roermond vertreten.

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