Verkehr

Diskussion um Chaos in Winterberg nach Wut-Post auf Facebook

Immer wieder Staus in Winterberg und an der B 480. Viele Bürger sind genervt.

Immer wieder Staus in Winterberg und an der B 480. Viele Bürger sind genervt.

Foto: Markus Hündgen

Winterberg.   Die B 480 kann den anrollenden Verkehr der Skiurlauber nicht aufnehmen. Es gibt Staus in und rund um Winterberg. Gibt es überhaupt eine Lösung?

„Auf der operativen Ebene sind wir nicht weitergekommen. Deswegen muss das jetzt eine politische Runde werden.“ So beschreibt Winterbergs Tourismusdirektor Michael Beckmann die Strategie, mit der die Verkehrssituation an Wintersportwochenenden entschärft werden soll. Die bereits häufig geführte Diskussion war nach dem Wut-Post eines Bürgers auf Facebook in der Gruppe „Du bist Winterberger, wenn..“ kürzlich noch einmal hochgekocht. Gibt es Hoffnung auf Besserung der oft chaotischen Lage?

Winterberg gibt Tausende Euro für Verkehrszählung aus

Die maßgeblichen Hebel und die finanzielle Verantwortung für große Verbesserungen sieht die Stadt nicht bei sich. Kostenlos allerdings bleiben die Bemühungen für Winterberg nicht. Im Sommer habe man, so Beckmann, ein Ingenieurbüro beauftragt, die Situation von außen zu bewerten. Es sollte feststellen, ob die B 480 zu den Hochfrequenzzeiten den anrollenden Verkehr aufnehmen kann. Das wenig überraschende Ergebnis: nein.

Ein zäher bürokratischer Prozess

Derzeit investiere die Stadt einen fünfstelligen Betrag in eine Verkehrsmessung: Eine Woche lang sollen im Februar an sieben Messpunkten auf Anreisestrecken die Fahrzeugzahlen technisch erfasst werden – bei Wenholthausen, Enkhausen, Remblinghausen, Ramsbeck, Elpe, Brunskappel und Wiemeringhausen. Zusätzlich sollen an einem Wochenendtag menschliche Zähler die Lage an fünf Knotenpunkten, darunter den Kreiseln an der B 480, erfassen.

Ist das nicht viel Geld, um Tatsachen herauszufinden, die bekannt sind? „Nun, uns hier vor Ort sind sie bekannt,“ betont Beckmann. Um Entscheider auf politischer Ebene von der Dringlichkeit zu überzeugen, brauche man Nachweise. Erste Gespräche seien positiv verlaufen. Doch es sei „ein zäher bürokratischer Prozess.“

Vorschlag Großparkplatz außerhalb der Stadt

Immer wieder wird in der Diskussion der Vorschlag gemacht, außerhalb der Kernstadt einen Großparkplatz anzulegen und von dort Busse einzusetzen. Man habe Flächen gesucht, versichert Beckmann. Doch an dem am stärksten frequentierten Abschnitt der B 480 kurz vor Winterberg liegen beidseits der Straße Flächen des FFH-Schutzgebietes Bergwiesen. „Außerdem führt mehr Parkraum zu mehr Verkehr. Und das Problem der Nadelöhre, an denen es sich staut, wäre auch nicht gelöst“, gibt er zu bedenken. Also Schiene statt Straße? Auch hier ist Geduld gefragt: Eine Fahrtakt-Verdichtung „wird geprüft“. Neue Züge mit mehr Platz für Skier und Fahrräder sollen im Frühling kommen – doch das Hauptproblem ist, dass trotzdem zu viele das Auto nutzen.

Beckmann: Urlauber stört der Stau nicht

Die Gäste fühlten sich übrigens kaum von den Staus gestört, glaubt Beckmann – und bezieht sich auf Bewertungen und Kommentare im Internet. Man analysiere praktisch alles, was es in diesem Bereich gebe und stoße kaum auf Beschwerden bezüglich des Verkehrs. Die Gäste kämen überwiegend aus Ballungsgebieten; für sie sei es relativ normal, im Stau zu stehen.

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