Theater

Dominique Horwitz in Brilon mit unglaublicher Bühnenpräsenz

Am Ende des Chansonabend gab es noch Autogramme von Dominique Horwitz

Am Ende des Chansonabend gab es noch Autogramme von Dominique Horwitz

Foto: Constanze Piontek

Brilon.   Zu „Je t’aime ... Das spektakuläre Leben des Serge Gainsbourg“ lud der Besucherring ins Bürgerzentrum Kolpinghaus. Es wurde bemerkenswert.

Ein biographischer Chansonabend von Berthold Warnecke und Dominique Horwitz in Zusammenarbeit mit dem a.gon Theater München.

Zum Maler hatte er lediglich Talent, das Genie dazu fehlte ihm. Als Musiker, Chansonnier, Komponist, Autor, Schauspieler und Provokateur aber sprengte er den künstlerischen Rahmen und feierte Welterfolge ebenso wie zahllose Skandale und Abstürze.Serge Gainsbourg (1928-1991), der Ausnahmekünstler, der Raucher und Trinker, der „Flatterfalter“, wie sein Alter Ego „Gainsbarre“ ihn charakterisierte.

Immer mit einer Gitanes im Mundwinkel

Dominique Horwitz streift mit einer unglaublich intensiven Bühnenpräsenz als „Gainsbarre“ durch das skandalträchtige Leben Gainsbourgs. Vom ausschweifenden Leben gezeichnet hält er Rückblick. Erzählend und singend, mal mit abgeklärter Lässigkeit, dann in melancholischer Zerrissenheit spürt er der jüdisch-französischen Identität des Künstlers nach. Horwitz erzählt mal gelassen, mal ironisch und manchmal fast unbeteiligt. Und immer mit einer Gitanes im Mundwinkel und dem Whiskyglas in Reichweite.

Hervorragend begleitet von vierköpfiger Liveband

Die Frage an „Gainsbarre“, ob eher die Frauen oder die Zigaretten die wichtigste Rolle im Leben einnehmen, hat der frauenverschlingende Künstler mit „Zigaretten“ beantwortet, „sie verlassen einen nicht“. „Je t’aime ...“ nahm er zunächst mit Birgitte Bardot, seiner großen Liebe, auf. Ihr war das Lied für eine Veröffentlichung aber zu gewagt.

Erst im Duett mit Jane Birkin wurde es ein weltweiter Hit und ein großer Aufreger für Moralisten. Horwitz erweist sich nicht nur als begnadeter Erzähler sondern auch als ein mitreißender Sänger. Ob mit „Mister Iceberg“, „Docteur Jeykyll et Monsieur Hyde“ oder „Bonnie & Clyde“: Horwitz überzeugt. Und spätestens mit der Reggae-Version der französischen Nationalhymne La Marseillaise (Aux armes et caetera) hielt es keinen Besucher mehr ruhig auf seinem Stuhl. Hervorragend begleitet wurde er von der vierköpfigen Liveband mit Kai Weiner am Klavier und Keyboard, Gitarrist Peter Engelhardt, Bassist Johannes Huth und Schlagzeuger Volker Reichling.

Ein fantastischer Lieder- und Erzählabend, Begeisterungspfiffe und nicht enden wollender Applaus für die Künstler, ein Erlebnis auch für Nichtraucher und -trinker.

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