Natur

Dorfjugend verschönert Braunshausen in nur 72 Stunden

Noch bis Sonntagmittag haben die Kinder und Jugendlichen aus Braunshausen Zeit, Ideen für die ihnen gestellten Aufgaben zu entwickeln und sie dann tatkräftig umzusetzen. Fotos:Rita Maurer

Noch bis Sonntagmittag haben die Kinder und Jugendlichen aus Braunshausen Zeit, Ideen für die ihnen gestellten Aufgaben zu entwickeln und sie dann tatkräftig umzusetzen. Fotos:Rita Maurer

Braunshausen.   30 Kinder und Jugendliche kümmern sich mit kreativen Ideen um vier soziale Projekte, die dem Dorf zugute kommen. Eines betrifft den Klippenweg.

Auf dem Sofa chillen, Netflix-Serien gucken oder bis mindestens mittags ausschlafen? Nein, die Dorfjugend von Braunshausen hat für so etwas momentan keine Zeit. Rund 30 Kinder und Jugendliche sind seit Donnerstag im Dauereinsatz, denn sie nehmen an der 72-Stunden-Aktion „Uns schickt der Himmel“ des BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend) teil und verwirklichen in dieser knappen Zeit insgesamt vier soziale Projekte, die dem ganzen Dorf zugute kommen werden.

Am Donnerstag um Punkt 17.07 Uhr ist die Aktion bundesweit gestartet worden. Erst zu diesem Zeitpunkt haben die Braunshäuser ihre Projekte erfahren, die sie nun bis Sonntagmittag (also noch etwas kürzer als 72 Stunden) umsetzen sollen: Hauptaufgabe ist die Aufarbeitung des „Klippenweges“ - einem alten, in Vergessenheit geratenen Pfad vom Ruhewald zur Kreuzberg-Kapelle, der mit natürlichen Materialien zu einem Naturpfad gestaltet werden soll.

Außerdem gilt es, ein bienenfreundliches Beet auf dem Dorfplatz zu erstellen und die Projektergebnisse der Aktionen von 2009 und 2013 aufgearbeitet werden soll. Damals wurden Hinweisschilder für den Ort, ein Welt-Wegweiser oder ein großes Insektenhotel gebaut, die bis heute im Ort zu finden sind.

Schüler lassen sich freistellen

Ein Teil der Jugendlichen hat sich gestern von der Schule freistellen lassen oder morgens in der ersten Stunde noch schnell eine Französischarbeit geschrieben, bevor es an die Arbeit geht. Direkt am Donnerstagabend wurden noch gemeinsam Ideen gesammelt und auf ein Flip-Chart geschrieben, wie man einen solchen Naturweg gestalten könnte, nachdem er von Unkraut und Gestrüpp befreit worden ist. Schnell waren sich alle einig, dass es ein Weg werden soll, auf dem man zur Ruhe kommen kann: „Man vergisst im Alltag so oft, sich Zeit für sich selbst zu nehmen und sich Gedanken um sich zu machen.“

Das soll demnächst durch Schaukeln und Klanghölzer möglich sein, die in die Bäume am Weg gehängt werden. Die Jugendlichen wollen einen Balancierstamm sowie einen großen Holzrahmen bauen, der zusammen mit Bänken zu einem Landschaftskino wird. Weiter sollen Holzschilder mit Sprüchen und Fragen angefertigt werden, die zum positiven Denken anregen. Auch einen Platz zum Meditieren und einen Gedankenast könnte es geben. Ideen sind eine Menge da, notfalls werden sie auch später noch realisiert.

Kinder basteln Samenbomben

Auch die jüngsten Braunshäuser sind bei der 72-Stunden-Aktion schon mit von der Partie: Die Kindergruppe der Dorfjugend hat die Aufgabe bekommen, Samenbomben oder neudeutsch „Seedbombs“ herzustellen. Samenbomben? Das sind ganz friedliche Kugeln in Tischtennisball-Größe, die ein Gemisch aus Erde, Torf, biologisch-abbaubarer Katzenstreu und Blumensamen enthalten. Die Zutaten werden im Ofen getrocknet und zu einem Ball geformt. Damit wollen die Kinder die schwer zugängliche Böschung an der Vogelstange bewerfen, so dass dort bald eine bunte Blumenwiese wächst, an der alle Freude haben.

Das ganze Dorf packt mit an

Aber nicht nur die Jugend von Braunshausen ist auf den Beinen - die 72-Stunden-Aktion wird vom ganzen Dorf mitgetragen. Der Opa macht gerade Holz? Dann kann er auch mal eben schnell aus einem dicken Baumstamm zwei Bretter und eine stabile Astscheibe als Schaukeln sägen. Der Dachdecker im Ort stiftet einen Satz Schiefertafeln und zeigt, wie man Löcher hineinbohrt.

Die Mütter kümmern sich um die Verpflegung und viele kleine organisatorische Dinge, die Väter packen bei den handwerklichen Arbeiten mit an. Damit die Stationen am Klippenweg den Sicherheitsansprüchen genügen, haben zudem zwei Mitarbeiter vom Forstamt der Stadt Hallenberg ein wachsames Auge auf die Arbeiten.

Gottesdienst am Sonntagmittag

Bürgermeister Michael Kronauge, der am Donnerstag die Aufgabenstellung übergab, ist begeistert: „Braunshausen ist ein sehr aktiver Ort. An den vielen jungen Leuten sieht man, dass das Engagement fürs Dorf auch in der nächsten Generation sicher ist!“

Noch liegen arbeitsreiche Stunden vor der Dorfjugend. Am Sonntag sollen die Aufgaben so weit wie möglich erledigt sein. Um 12.15 Uhr findet ein Gottesdienst an der Schutzhütte im Ruhewald statt, zu der die ganze Gemeinde herzlich einladen ist. Anschließend wird der neue Klippenweg bei einer gemeinsamen Wanderung zum Sportfest präsentiert.

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