Trauer

Edward Kersting war Unternehmer mit sozialer Verantwortung

Starb im Alter von 85 Jahren: Edward Kersting.

Starb im Alter von 85 Jahren: Edward Kersting.

Olsberg.   Im Alter von 85 Jahren ist am Montag der langjährige Geschäftsführer der Olsberger Hütte, Edward Kersting, gestorben.

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Der Olsberger Unternehmer Edward Kersting ist tot. Er verstarb am Montag. Edward Kersting wurde 85 Jahre alt.

Am 1. Oktober 1965 trat Edward Kersting in die Olsberger Hütte ein und löste Hans Everken als geschäftsführenden Gesellschafter ab. Unter seiner Führung über 35 Jahre kam es zu erheblichen Veränderungen, die das Unternehmen noch heute prägen. So konnte sich Olsberg mit der Entwicklung und Produktion von Elektrospeicherheizgeräten ein neues Marktsegment erschließen und damit von der einseitigen Ausrichtung auf gusseiserne Heizgeräte lösen. Olsberg entwickelte sich zu einem bedeutenden Anbieter dieser Geräte.

Übernahmen

Weitere Meilensteine in seiner Zeit als geschäftsführender Gesellschafter waren der Erwerb der Warsteiner Eisenwerke und die Übernahme der Glockengießerei Junker in Brilon, die später zur Handformgießerei in Olsberg ausgebaut wurde. Darüber hinaus übernahm Olsberg die Firma Jotul-Esch sowie kurz nach der Wiedervereinigung die Ofen- und Herdfabrik Rathenow sowie die Gießerei- und Ofenbau Königshütte im Oberharz.

1998 wurde die Mehrheitsbeteiligung an der Firma Fireplace Kft. in Ungarn erworben. In der Gießerei wurde die Produktion von Ofengussteilen aufgegeben. Es erfolgte die Neuausrichtung auf anspruchsvolle kernintensive Grau- und Sphärogussteile für die Investitionsgüterindustrie. Am 31. März 2000 beendete Edward Kersting seine operative Tätigkeit „als Hüttenboss“ im Unternehmen und wechselte in den Beirat. Hier hatte er bis 2012 den Vorsitz inne.

Ehrenamtliche Tätigkeit

Edward Kersting war nicht nur Unternehmer. Große Verdienste erwarb er sich bei seinen ehrenamtlichen Tätigkeiten in Organisationen und Verbänden der Wirtschaft. So war er unter anderem bis zum Jahr 2002 Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer Arnsberg und 30 Jahre lang Vorsitzender des Unternehmensverbandes Südöstliches Westfalen.

Kersting engagierte sich in den Vorständen der Metall- und Elektroindustrie NRW, der Landesvereinigung der Arbeitgeberverbände NRW und beim HKI Industrieverband Heiz- und Kochtechnik in Frankfurt.

Bundesverdienstkreuz 1. Klasse

Auf kommunaler Ebene war Edward Kersting Mitglied des Kreistages und gehörte von 1969 bis 1975 dem ersten Stadtrat der neuen Stadt Bigge-Olsberg an. Unvergessen ist auch sein Einsatz für die behinderten Menschen der Bigger Werkstätten, die im Josefsheim für die Olsberger Hütte Montagearbeiten vornahmen. In späteren Jahren spielte Edward Kersting fast jeden Sonntag in Assinghausen die Orgel. Ein Anliegen war ihm zudem in jüngerer Zeit der Aufbau der Stiftung Briloner Eisenberg und Gewerke, in deren Kuratorium er tätig war.

Für seine umfassenden Verdienste wurde Edward Kersting das Bundesverdienstkreuz erster Klasse verliehen.

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