Ehrungen

Ehrenmedaillen in Medebach zum Dank für besondere Verdienste

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Bei Straßenmalerfest in Medebach wurden Hermann Lefahrth, Hermann Josef Köster und Heide Kesseler ausgezeichnet.

Bei Straßenmalerfest in Medebach wurden Hermann Lefahrth, Hermann Josef Köster und Heide Kesseler ausgezeichnet.

Foto: Kerstin Neumann-Schnurbus

Medebach.  Hermann Lefahrth, Hermann Josef Köster und Heide Kesseler wurden von Bürgermeister Thomas Grosche ausgezeichnet. Die Gründe für die Ehrungen:

Im vergangenen und in diesem Jahr gab es pandemiebedingt keinen Neujahrsempfang und somit auch nicht die Verleihung der Ehrenmedaille der Hansestadt Medebach. Dieser überaus wichtige Punkt im Medebacher Veranstaltungsjahr wurde jetzt würdevoll mit einem Festakt beim Straßenmalerfestival auf der Marktplatzbühne nachgeholt.

Zwei Tage lang präsentierte sich die Hansestadt Medebach als künstlerische, kreative, laute, vor allem bunte, aber mit der Feststunde, auch als hochemotionale Stadt. Musikalisch untermalt vom Musikzug Medebach ließ Bürgermeister Thomas Grosche zunächst einmal die vergangenen eineinhalb Jahre in verkürzter Form Revue passieren. Dabei wurde den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern noch einmal klar, dass sich wieder einmal viel getan hatte und, wenn auch mit Einschränkungen, erstaunlich viel los war in Medebach. In der Hansestadt werden Sport, Vereinsarbeit, Kultur und Brauchtumspflege großgeschrieben.

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Mithilfe einer kurzweiligen Präsentation mit Videoeinspielern veranschaulichte der Bürgermeister die großen fertiggestellten Baumaßnahmen in der Kernstadt. Hierzu gehören die Hallenbadsanierung für 5,5 Mio Euro, die Schulhofumgestaltungen für 370.000 Euro und die gelungene Kindergartenaufstockung. Zeitnah werden auch die Attraktivität des Marktplatzes durch das 200.000 Euro starke Förderprogramm „Sofortprogramm Innenstadt“ erhöht und die Sanierung der Dreifachturnhalle angegangen.

Großprojekte in den Ortsteilen

Auch in den Ortsteilen konnten große Projekte in die Tat umgesetzt werden. So wurden in Medelon und Referinghausen die Dorfplätze neugestaltet, in Titmaringhausen das Sportheim renoviert, in Küstelberg ein Kletter- und Spielgerät angeschafft und in Berge und Deifeld die Feuerwehrhäuser ausgebaut. Nach dem erfolgreichen Sportplatzumbau zum Fitness Park Ebenau mit kleinem Spielfeld und einer modernen Pumptrack-Anlage wurde Referinghausen Kreissieger beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und ist damit qualifiziert für den Landeswettbewerb Nordrhein-Westfalen, der nach den Sommerferien 2022 stattfindet. Außerdem erzählte Thomas Grosche von den Eröffnungen des Bistros „Alena´s Angerichtet“ und des Medebacher Rockcafès und der großen Resonanz beim Schützen-Biergarten. Auch das große ehrenamtliche Engagement der Träger der Fluthelfermedaille im Stadtgebiet und der unermüdliche Einsatz von Ehrenamtlichen und Übersetzerinnen für die 145 aus der Ukraine geflüchteten Neumedebacher lobte er. Genau zum Zwölf-Uhr-Läuten gab es dann einen bewegenden kollektiven Moment der Stille für die Menschen in der Ukraine. Anschließend versprach Thomas Grosche: „Wenn ich die Amtskette anlegen darf, freue ich mich, denn dann kommt was ganz Besonderes.“

Und so war es auch, denn der Programmhöhepunkt, die Verleihung der Ehrenmedaille bildete den krönenden Schlussteil des Festaktes. Zur Auszeichnung mit dieser Medaille werden Bürgerinnen und Bürger von der Bevölkerung vorgeschlagen, die sich in besonderer Weise ehrenamtlich um die Stadt verdient gemacht haben. Viele Jahrzehnte haben sie unauffällig im Hintergrund gewirkt, doch am Sonntagmorgen standen sie auf der Bühne im Mittelpunkt: Hermann Lefarth aus Medelon und Heide Kesseler und Hermann Josef Köster aus Medebach, um von Bürgermeister Thomas Grosche für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet zu werden.

Hermann Lefarth mit Herzblut dabei

Aus einem Hermann Lefarth kann man andernorts gleich drei Menschen machen. Ob Heimatverein, Kirchenvorstand, Pfarrheim, Feuerwehr, Schützen- und Sportverein ­– es gibt fast kein Projekt oder keinen Verein in seinem Heimatort Medelon, in dem sich der tatkräftige Handwerker nicht mit Hilfseinsätzen oder Vorstandsarbeit eingebracht hat. Außerdem hat der „Medeloner Historiker mit Leib und Seele“, wie er liebevoll genannt wird, spannende Bücher über seinen Heimatort und die Region veröffentlicht. Neben seiner ehrenamtlichen Richtertätigkeit war Hermann Lefarth auch jahrzehntelang mit Herzblut für die Handwerkskammer aktiv.

Heide Kesseler mit ganz großem Herz

Heide Kesseler betreut eine alleinerziehende, kranke indische Frau mit vier Kindern nahezu täglich. Sie hilft bei Behördengängen, der Erlernung der Sprache, bei Arztbesuchen, ist Ansprechpartnerin für Kindergarten und Schulen der Kinder und bemühte sich auch um Familienhilfe für die indische Familie. Einmal sagte sie sogar einen Kurzurlaub mit ihren eigenen Kindern und Enkeln ab, weil es der indischen Mutter gesundheitlich nicht gut ging. Das ist gelebte Nächstenliebe von Heide Kesseler, der guten Seele der indischen Familie. Außerdem setzt sie sich genau wie der dritte Preisträger, Hermann Josef Köster intensiv für die Partnerschaft mit Locminè ein.

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Hermann Josef Köster Herzstück des HC Medebach

Hermann Josef Köster ist das Herzstück des HC Medebach. Durch sein großartiges Engagement war die Vereinsgründung vor genau 40 Jahren erst möglich. In den Anfangsjahren gab es vier Mannschaften, die allesamt von Hermann Josef Köster trainiert und mit seinem Privatauto auch zu weit entfernten Spielen gefahren wurden. Schon früh nutzte er den Handballsport bewusst zur Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Er war 25 Jahre 1. Vorsitzender seines HC´s, dessen Heimspiele er immer noch regelmäßig besucht und dem er bis heute mit Rat und Tat zur Seite steht. Außerdem bekleidete er 18 Jahre das Amt des 1. Vorsitzenden des Stadtsportverbandes. Des Weiteren ist er auch überregional als Experte für den berühmtesten Sohn Medebachs, Caspar Vopelius, bekannt. Er hat über den Medebacher Kartographen zwei Bücher geschrieben und bei der Beschaffung einer originalen Armillarsphäre von Vopelius, für den Heimat- und Geschichtsverein, tatkräftig mitgewirkt.

Die feierliche Veranstaltung endete mit stehenden Ovationen und dem Musikstück „Salemonia“,das der Musikzug zu Ehren der drei Träger der Ehrenmedaille bravourös spielte.

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