Ehrenamtspreis

Ehrung für „Kletterer“ Paul Steinacker aus Neuastenberg

Dass das Klettern auch in der Region (hier am Hillenberg in Warstein) möglich  ist, ist auch Paul Steinacker zu verdanken. Foto:Privat

Dass das Klettern auch in der Region (hier am Hillenberg in Warstein) möglich ist, ist auch Paul Steinacker zu verdanken. Foto:Privat

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Neuastenberg.   Der Landesverband des Deutschen Alpenvereins verleiht dem Ehrenvorsitzenden der Sektion Hochsauerland, Paul Steinacker, den Ehrenamtspreis.

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Er ist in der Kletterszene bekannt wie ein bunter Hund. Vor allem im Sauerland hat sich Paul Steinacker (73) aus Neuastenberg für die Förderung des naturverträglichen Kletterns eingesetzt. Am heutigen Samstag wird der Landesverband des Deutschen Alpenvereins (DAV) in Wuppertal dem Ehrenvorsitzenden der Sektion Hochsauerland für seine Verdienste um den DAV in NRW, insbesondere bei der Gewinnung neuer und der Bewahrung bestehender Klettergebiete, den Ehrenamtspreis des Landes verliehen.

Damit ist Paul Steinacker der erste Bürger in NRW überhaupt, der diesen Preis erhält.

Der heute 73-Jährige, der mit zehn Jahren das Bergsteigen erlernte und viele Gipfel der Welt bestiegen hat, lebte lange Jahre als Lehrer in Oelde (Kreis Warendorf). Nach seiner Pensionierung zog es ihn an einen Ort, „wo es noch vier Jahreszeiten gibt“, wie der Buchautor schmunzelnd meint. So kam er 2004 nach Neuastenberg.

2005, im ersten Jahr seines neuen Lebens im Hochsauerland, wurde ihm gleich das Amt des 1. Vorsitzenden der Sektion Hochsauerland vorgeschlagen. Er willigte ein und hatte den Vorsitz ab 2006 für zehn Jahre bis zum April 2016 inne.

„Da man mich noch nicht vollständig in den Ruhestand entlassen wollte, wurde ich auf der Mitgliederversammlung unserer Sektion zum Ehrenvorsitzenden und zugleich in das neugeschaffene Amt des Referenten für naturverträgliches Klettern im Sauerland gewählt“, erzählt er.

In seiner Zeit als 1. Vorsitzender gelang es ihm unter tatkräftiger Unterstützung der heimischen Sektion, des Landesverbandes NRW und des DAV-Bundesverbandes in München nach vielen Gesprächen mit Politikern des Landes NRW und mit Kommunalpolitikern, mit Touristikern, Naturschutzbehörden und Eigentümern „ein gewisses Verständnis für unser Anliegen zu wecken“, wie er betont. Ziel ist und war es, den heimischen Bergsteigern und Kletterern wieder ihre Felsenheimat vor Ort zu eröffnen.

Naturschutzgedanke wichtig

Im Jahre 2007 wurde eine Rahmenvereinbarung Klettern und Naturschutz des Landes NRW erarbeitet und gemeinsam mit den Ministern für Umwelt und Sport unterzeichnet. Auf Basis dieser Vereinbarung gelang seitdem die Einrichtung und Eröffnung von elf Klettergebieten. Zwei weitere Gebiete befinden sich in der Einrichtungsphase und werden wohl in den kommenden Jahren freigegeben werden können. Dazu zählt auch das Klettergebiet Steinschab bei Hallenberg, das seit mehreren Jahren gesperrt ist. Sollten die Sanierungsarbeiten wie geplant umgesetzt werden, könnte dort, so Steinacker, ab 2017 wieder geklettert werden.

„Mit den Möglichkeiten des naturverträglichen Kletterns hier im Sauerland werden Fernfahrten zu Gebieten in Niedersachsen, Thüringen, der Pfalz und in Bayern reduziert“, meint Steinacker. Durch möglichst gleichgelagerte Regelungen in ganz Deutschland gewinnt seiner Ansicht nach nicht nur das sportliche Klettern, sondern auch der Naturschutzgedanke.

Und wie geht es weiter? „Ich werde diese Arbeit trotz meiner 73 Jahre noch einige Jahre fortsetzen, falls es meine Gesundheit erlaubt, denn unser gemeinsames Ziel ergibt sich aus der Rahmenvereinbarung, in der es heißt: Ziel ist die Schaffung vielfältiger, attraktiver und wohnortnaher Klettergebiete unter Beachtung der Anforderungen an den Naturschutz.“

Die heimische Sektion Hochsauerland des Deutschen Alpenvereins (DAV) ist aus der Abteilung Hochsauerland der Sektion Paderborn hervorgegangen und wurde am 4. Dezember 1982 gegründet.

Sie wuchs seit dieser Zeit auf mehr als 3000 Mitglieder aller Altersgruppen und Interessenrichtungen des Bergsteigens im gesamten Hochsauerlandkreis und im Südteil des Kreises Soest (Soest bis Geseke) an.

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