Brilon.

Ein kleiner Blick in die russische Seele

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Brilon. Um die „Die Deutschen und die Russen: Puschkin, Eugen Onegin und die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ ging es bei der 2. Literarisch-Musikalischen Veranstaltung im Haus Hövener. Das Thema hatte sogar Gäste aus Medebach, Marsberg, Züschen und Kassel angelockt.

Wenig Beinfreiheit wurde belohnt mit einem spannenden Vortrag, der 200 Jahre deutsch-russische Beziehungen beleuchtete und in dem neben Puschkin und seinen Romanfiguren die wesentlichen russischen Dichter der Romantik eine Rolle spielten, und in dem sich Zar Nicolas I, Alexander I und Katharina die Große ein Stelldichein gaben.

Gelebte Integration

Zwei russischstämmige Frauen, Natalie und Nicole Pfau, rezitierten im Original und in Deutsch aus Puschkins Versroman. Die Literaturbetrachtung Christiane Kretzschmars reichte bis in die Gegenwart, und diese wurde dominiert von starken Frauen, allen voran das egozentrische Wahnsinnsweib Rosalinda aus Alina Bronskys Roman „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“.

Am Klavier und Violoncello sorgten Sonja Harlinghausen und Zoltan Czegledi für den entsprechenden stimmungsvollen Rahmen.

Wie das Projekt zustande kam, erläuterte Edith Schlömer-Bracht. Im Unterricht sollten ihre Schüler Schriftsteller ihrer Wahl vorstellen. Nicole Pfau erzählte von der Literaturbegeisterung ihrer Mutter. Frau Pfau wurde in die Deutschstunde eingeladen und rezitierte auswendig und in Russisch aus Eugen Onegin.

Das kam sehr gut bei den SchülerInnen an und man überlegte, dies einem breiteren Publikum zugänglich zu machen, gelebte Integration sozusagen.

Edith Schlömer-Bracht : „Ich bin der festen Überzeugung, dass Integration nur gelingen kann, wenn wir bereit sind, die kulturellenWurzeln der Menschen, die mit uns hier leben, in den Blick zu nehmen und zu würdigen.“

Christiane Kretzschmar stellte drei Fragen an ihre Gäste:

1. Was hat es mit der russischen Seele auf sich? Leiden die Russen wirklich so gerne, wie Dostojewski behauptet?

2. Laut dem russischen Schriftsteller Wladimir Kaminer lieben die Deutschen die Ordnung und die Aktenordner. Was ist den Russen besonders wichtig?

3. Was fehlt Ihnen aus dem russischen Alltag?

Die Antworten seien hier nicht verraten. Denn vielleicht gibt es noch eine Nachfolgeveranstaltung, da viele Interessierte wegen der gegrenzten Räumlichkeiten nicht zum Zuge kamen.

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