Einsatz für ein Leben und Sterben in Würde

Brilon.  Ein Leben in Würde - dieser Anspruch ist grundgesetzlich fixiert. Die Stimmen aber teilen sich, wenn es nicht um das Leben, sondern um das Sterben geht. Wie sieht ein menschenwürdiges Sterben aus? Diese Grundsatzfrage stand im Fokus des Vortrages „Sterbehilfe in der Diskussion“, zu dem der Hospizverein Brilon Pfarrer Lothar Kuschnik und Peter Sinn eingeladen hatte, die verschiedene Positionen zur Sterbehilfe darstellten.

Lothar Kuschnik kritisierte mit Blick auf das Sterben lassen und dürfen eine zu große „Programmierung auf das Leben“. Seine Forderung konkret: „Es muss den Ärzten die Möglichkeit gegeben werden, denen, die es wollen, ein Sterben in Würde zu ermöglichen.“

Peter Sinn sah Parallelen zwischen Lebensende und dessen Beginn: „Ich gehe dahin zurück, woher ich gekommen bin.“ Sterbenden würdevolle letzte Tage im Leben zu geben, das verstehen die aktiven Mitglieder des Hospizvereins Brilon als ihren Auftrag. Auf ihrer Mitgliederversammlung blickten sie auf das vergangene Jahr zurück.

2014 wurden 30 Menschen von 14 ehrenamtlichen Sterbebegleitern bis zu ihrem Tod begleitet. Den Hinterbliebenen wurde jeden zweiten Sonntag im Monat im Alfred-Delp-Haus mit dem Trauercafé ein Forum gegeben, sich gemeinsam an den geliebten Verstorbenen zu erinnern und sich über Verlust, Leben und Perspektiven auszutauschen. Ein solches Forum wird in Kooperation mit dem Krankenhaus Maria-Hilf jeden ersten Sonntag im Quartal auch verwaisten Eltern und Familien bei einem Begegnungsnachmittag gegeben sowie die zweimal jährlich stattfindenden ökumenischen Abschiedsfeiern für die sogenannten Sternenkinder.

Neben der Begleitung pflegen die Hospizler auch ihr internes Netzwerk mit anderen Hospizvereinen der Region. Zu den Zukunftsthemen gehört dabei u.a. die Etablierung eines Palliativnetzwerkes zwischen Haupt- und Ehrenamt – Ärzten, Sozialstationen und Hospizbewegung. In Kooperation mit dem Bildpunkt Brilon wurden zwei Themen-Film-Abende veranstaltet.

Information und Diskussion

Im Rahmen ihrer Konfirmationsvorbereitung informierten sich Konfirmanden auf einem Projekttag zum Thema „Tod und Sterben“ über das Engagement und den Auftrag des Hospizvereins. Darüber hinaus intensivierte der Verein seine Öffentlichkeitsarbeit an Schulen, Berufskollegs, Vereinen und Verbänden sowie bei professionellen Altenhilfe-Diensten.

Ein besonderes Dankeschön ging an Hildegard Padberg, die sich nach 12-jähriger engagierter Arbeit von ihrer Aufgabe als Koordinatorin verabschiedet hat. Sie hat die Ausbildungs-Gruppen geleitet und das Notfall-Handy an der Frau gehabt. „Sie sind das Gesicht des Hospizvereins und sie haben Menschen zusammengebracht“, bedankte sich Vorsitzender Pastor Rainer Müller. Die Koordination des Vereins mit der Hauptaufgabe der Telefonübernahme hat Lucie Ernstberger übernommen. Ein herzliches Dankeschön sagen die 130 Mitglieder des Hospizvereins auch der Fa. Egger, die im Rahmen ihrer Aktion „Egger läuft“ 1500 Euro gespendet hat.

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