Barrierefreiheit

Engpass für Gehbehinderte beheben

Kulturspeicher in Düdinghausen

Kulturspeicher in Düdinghausen

Foto: Privat

Düdinghausen.   Mit einem Hublift soll ein barrierefreier Zugang von der Dreggestobe zum Kulturspeicher in Düdinghausen geschaffen werden. Leader-Mittel eingeplant.

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Die Treppe von der Dreggestobe zum „Kulturspeicher“, dem Ausstellungs-, Aufenthalts- und Veranstaltungsraum im Obergeschoss von Pastoren Scheune, ist sehr eng und führt über Eck. „Das schafft niemand, der Probleme mit dem Gehen hat“, weiß Horst Frese, Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Düdinghausen, der auch Träger der Heimatstube ist, aus Erfahrung. Jetzt soll für Abhilfe gesorgt werden - mit Leader-Mitteln.

Von einem Raum im Erdgeschoss ist zum Eckbereich des darüber liegenden Kulturspeichers ein 3,80 m hoher Senkrecht-Hub-lift geplant, der den barrierefreien Zugang zum Kulturspeicher ermöglicht. „Der Betrieb des Lifts ist auf solche Besucher beschränkt, die Schwierigkeiten beim Treppensteigen haben. Es handelt sich also nicht um einen öffentlichen Aufzug, sondern um ein die Barrierefreiheit herstellendes Gerät. Daher wird er auch durch eine Person des Vereins nur bei konkretem Bedarf betrieben“, betont Frese.

Seit fünf Jahren schon beschäftigt man sich im Verein mit dem Gedanken, eine Änderung herbeizuführen. Egal ob Museum, Cafétreff für das Dorf und für Besucher der Dreggestobe, standesamtliche Trauungen, Ehrungsfeiern, Familienfeiern, Lehrgänge und kulturelle Veranstaltungen oder Einkehr nach geschichtlichen Dorfführungen - immer wieder mussten ältere oder gehbehinderte Menschen unten bleiben, da die Treppe zu eng und steil war.

Umsetzung kostet 40 000 Euro

Dann kam Leader ins Gespräch und damit die Chance, den Traum eines Liftes zu verwirklichen. „Im Ort selbst ist das Wort barrierefrei ein aktuelles Thema“, so Frese. Denn vor der Kirche ist bereits der Eingangsbereich behindertengerecht gestaltet worden. Kirchenvorstand und Vereinsmitgliedern wurde das Lift-Projekt vorgestellt und alle sagten ihre Unterstützung zu. Aber es gab auch kritische Stimmen im Dorf, denn ein Umbau kostet viel Geld.

Der Verein holte Angebote herein. Aktuell sieht der Finanzierungsplan rund 40 000 Euro vor. 65 Prozent davon würde bei Zustimmung die Leader-Förderung übernehmen. Zudem rechnet man mit rund 10 000 Euro an Zuschüssen (NRW-Stiftung etc.) und Spenden. Auf den Verein selbst kämen rund 4000 Euro für den Aufzug und 2000 Euro für die Neugestaltung des äußeren Eingangsbereiches (Tor) zu.

Der Aufzug würde, so Frese, unter Inklusionsaspekten die schon 2014 mit Leader-Mitteln eingerichtete öffentliche behindertengerechte Toilette hervorragend ergänzen.

Laut dem 1. Vorsitzenden haben auch schon Seniorenheime und Pflegehotels der Region nachgefragt, wie es um den Zugang bestellt ist. „Das Projekt bedeutet daher für uns eine sozial begründete Nachrüstung einer Heimatstube, vielleicht als erste Heimatstube weit und breit.“ Es habe auch eine ermutigende zukunftsweisende Bedeutung für andere kleinere Kultureinrichtungen und wäre landesweit ein Vorzeigeobjekt in Sachen Barrierefreiheit von Heimathäusern, so Frese.

Barrierefreiheit ist Voraussetzung

Aber auch die wirtschaftliche Seite ist mit der Treppe eng verbunden. Es geht um die langfristige finanzielle Absicherung des gemeinnützig betriebenen Heimathauses. „Wir möchten den Gruppentourismus noch mehr einbinden. So findet z.B. ein holländisches Busunternehmen unsere Angebote ganz toll. Doch man setzt Barrierefreiheit voraus.“

Inzwischen ist die Baugenehmigung für den Aufzug erteilt worden. Sobald die Leader-Fördermittel freigestellt werden, soll mit den Arbeiten begonnen werden. Die Fertigstellung ist für 2017 geplant.

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