Flucht und Asyl

Erinnerung an verfolgte Christen bei Empfang in Marsberg

Sein persönliches Kreuz übergibt Bischof Damian, Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschlang aus dem Kloster Brendhausen, auf dem ökumenischen Neujahrsempfang an Bürgermeister Kllaus Hülsenbeck. Links: Superintendent Pfarrer Alfred Hammer. Rechts: Propst Meinolf Kemper

Sein persönliches Kreuz übergibt Bischof Damian, Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschlang aus dem Kloster Brendhausen, auf dem ökumenischen Neujahrsempfang an Bürgermeister Kllaus Hülsenbeck. Links: Superintendent Pfarrer Alfred Hammer. Rechts: Propst Meinolf Kemper

Foto: Annette Dülme

Marsberg.  Das Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche dankt beim ökumenischen Neujahrsempfang in Marsberg für die Hilfe. Es gibt auch mahnende Worte.

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Sein koptisches Kreuz hält Bischof Damian, Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland aus dem Kloster Brenkhausen bei Höxter während seines Besuches in Marsberg fest in Händen. Während des Gottesdienstes zum Ökumenischen Neujahrsempfang am Sonntag in der Propsteikirche, ebenso beim Empfang in der Alten Propstei. „Ich schenke Ihnen mein persönliches Kreuz als Segen, als Schutz und als Zeichen der Verbundenheit“, sagte der Generalbischof und gab es Bürgermeister Klaus Hülsenbeck.

Bischof Damian hat selbst Ausgrenzung, Flucht und Vertreibung kennengelernt

„Sie bilden hier in Marsberg eine rettende Insel für Hoffnungslose und bieten den Flüchtlingen vielfache Hilfe an“, dankte er für das Engagement um die Flüchtlinge. Bischof Damian hat selbst Ausgrenzung, Flucht und Vertreibung kennengelernt. Wegen seines Glaubens. „Auch heute noch werden 200 Millionen Christen auf der Welt mit dem Tod bedrängt“, so Propst Meinolf Kemper. Es sei kaum zu ertragen, wie wenig das wahrgenommen werde: „Deshalb wollen wir bei unserem Neujahrsempfang besonders an sie denken.“

Er sei sehr dankbar, dass er nach Marsberg eingeladen worden sei, sagte der Bischof. Seine koptisch-orthodoxe Gemeinde sei durch die Chefarztfamilie des verstorbenen Dr. Ishag mit der Stadt verbunden. Die koptisch-orthodoxe Kirche ist die ursprüngliche Kirche Ägyptens, die bereits im ersten christlichen Jahrhundert von dem Evangelisten und Apostel Markus gegründet wurde. „Sie ist nie Staatskirche gewesen, sondern musste sich von Anbeginn in einer Umwelt behaupten, die dem Christentum feindlich gegenüberstand“, so der Bischof.

Rund 6000 Kopten leben derzeit in Deutschland

Die Verfolgung der Christen sei hochaktuell. Bei einem Empfang beim Bundespräsidenten, damals Horst Köhler, habe er ihm gedankt, dass er hier mit seinen Glaubensbrüdern und -schwestern in Frieden leben dürfe. „Das Leben in Deutschland ist eine Gnade. Es ist nicht selbstverständlich Würde zu erfahren und Menschenrechte zu genießen.“ Und weiter: „Denken Sie aber auch an Menschen, die anders denken. Kein Mensch wurde als Terrorist geboren.“

In Ägypten seien Christen Bürger zweiter Klasse. Heute leben 6000 Kopten in Deutschland. Seit 1993 gibt es eine koptische Gemeinde in Höxter-Brenkhausen, die das ehemalige Zisterzienserinnen-Kloster renovieren. Die Ruine ist Ausflugsziel und Tagungsort auch für Jugendliche. Dazu hat die Gemeinde eine ehemalige Kaserne gekauft und für Flüchtlinge umgebaut. 2014 zogen die ersten ein. Zwischen 400 und 600 Menschen könnten untergebracht werden. In den 29 Gebäuden leben Frauen mit Kindern, Familien und alleinstehende Männer. Die meisten seien behindert und hätten Verletzungen wie Querschnittslähmungen, so der Bischof. Sie werden durch die Malteser betreut in Kooperation mit den katholischen, evangelischen und koptischen Gemeinden.

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