Kirchensanierung

Erste Zuschüsse für die Briloner Propsteikirche

Mit 63 m das höchste kirchliche Gebäude in Brilon: der Turm der Propsteikirche St. Petrus und Andreas. Weil u.a. der Turm marode ist, gibt es jetzt Zuschüsse vom Bund aus Denkmalmitteln

Mit 63 m das höchste kirchliche Gebäude in Brilon: der Turm der Propsteikirche St. Petrus und Andreas. Weil u.a. der Turm marode ist, gibt es jetzt Zuschüsse vom Bund aus Denkmalmitteln

Foto: WP

Brilon.   Turm und Dach der Briloner Propsteikirche sind marode. Für die Sanierung hat der Deutsche Bundestag aus Denkmalmitteln 130.000 Euro in Aussicht gestellt.

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Wenn Propst Dr. Richter heute die Große Baukommission des Erzbischöflichen Generalvikariats aus Paderborn und die Obere Denkmalbehörde aus Münster in Brilon empfängt, kann er ihnen eine erfreuliche Mitteilung machen: Die ersten 130 000 Euro zur Sanierung der Propsteikirche sind zugesagt. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat das Geld im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms VI gestern freigegeben. „Ich kann nur Danke sagen“, so Dr. Richter zur WP. Wobei der Propst weiß: Das Geld ist nur ein ganz kleiner Tropfen auf dem heißen Stein.

Denn Turm und Dach der Propsteikirche sind marode. Schon vor drei Jahren hat die Stadt den 63 m hohen Turm mit einem Bauzaun weiträumig sperren lassen, weil immer wieder Schieferplatten von der Haube herunter rutschten und aus der Turmverkleidung heraus brachen. Hinzugekommen sind mittlerweile auch bedenkliche Schäden an der zum Rathaus zeigenden Dachseite.

Die zur Sanierung erforderlichen Summen sind gewaltig. Für den Turm beläuft sich die Kalkulation auf wenigstens eine Million Euro, für das Dach stehen nach bisherigen Betrachtungen mindestens 600 000 Euro an.

Und das ist ja noch nicht alles, was die Propsteigemeinde in nächster Zeit in ihre Immobilien stecken muss. Am Kindergarten St. Petrus und Andreas in der Kirchstraße muss die Fassade saniert werden. Immerhin, so der Propst zur WP, sei das Pfarrzentrum seit gut einem Jahr abbezahlt. Allerdings belasten die Unterhaltungskosten für das 2007 für 2,8 Millionen errichtete Gebäude den Haushalt der Propsteigemeinde mit jährlich rund 30 000 Euro.

Prioritäten festlegen

Die Bauexperten wollen sich bei ihrem Treffen in Brilon heute ein Bild von den Schäden machen und über die Dringlichkeit der diversen Sanierungsmaßnahmen sprechen.

Während die beiden Briloner Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg (CDU) und Dirk Wiese (SPD) den Beschluss des Haushaltsausschusses unisono als „gute Nachricht“ für die Stadt und die Region bezeichnen, denkt der Propst schon einen Schritt weiter: „Wir müssen erst einmal abwarten, wer den Zuschuss erhält: Paderborn oder wir.“ Denn das Generalvikariat fördert die Sanierung kirchlicher Gebäude mit 75 Prozent. Der Propst hofft, dass der Zuschuss aus Berlin direkt nach Brilon fließt und nicht von Paderborn vereinnahmt wird. Die Sanierung des markanten, auf das 13. Jahrhunderte zurückgehenden Bauwerks hält der Propst angesichts der Int. Hansetage in 2020 und dem 100-Jahr-Jubiläum der Propsteigemeinde in 2025 auch städtebaulich für geboten.

Am falschen Ende gespart

Dabei müsse seiner Ansicht nach aber mehr Augenmerk auf die Ausführung der Arbeiten gelegt werden als es früher üblich war. Denn die jetzt aufgetretenen Schäden seien offenkundig Folge „schlechter Arbeit in der Vergangenheit“. Was nicht nur die baulichen Ausführungen betrifft. So sei etwa der Mitte der 90er Jahre bei der Sanierung des Daches verwendete Schiefer von einer schlechteren Konsistenz als der alte. Der Propst: „Da wurde offenbar an der falschen Stelle gespart.“

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