Kultur

Neuer Termin für Eröffnung des Kinos in Brilon steht fest

Stellen im vergangenen Sommer die Planung für das Fünf-Säle-Kino in der Keffelke in Brilon vor: (vorne von links) Architekt Lothar Beltz sowie Judith, Ute und Dr. Heribert Schlinker, hinten von links Benjamin Beltz, Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Propst Dr. Reinhard Richter und Beigeordneter Reinhold Huxoll. 

Stellen im vergangenen Sommer die Planung für das Fünf-Säle-Kino in der Keffelke in Brilon vor: (vorne von links) Architekt Lothar Beltz sowie Judith, Ute und Dr. Heribert Schlinker, hinten von links Benjamin Beltz, Bürgermeister Dr. Christof Bartsch, Propst Dr. Reinhard Richter und Beigeordneter Reinhold Huxoll. 

Foto: Jürgen Hendrichs

Brilon.   Die Filmförderung gab den Zuschuss für das Kino in Brilon frei. Jetzt kann es endlich losgehen. Auch der Termin für die Eröffnung steht nun fest.

Brilon bekommt ein neues Kino – das ist bekannt. Ursprünglich sollte im November 2019 der erste Film über die Leinwand in der Keffelke flimmern. Dieser Termin konnte nicht gehalten werden. Jetzt steht der neue Termin fest, wann Brilon endgültig wieder ein Kino bekommt.

Der neue Bond und Brilon: Nachdem sich der Bau des Cineplex-Kinos genau wie die Dreharbeiten des neuen Blockbusters mit dem Superspion in Diensten Ihrer Majestät, der Königin, im vergangenen Jahr verzögert hatten, steht jetzt der neue Termin fest.

Wieder soll es mit James Bond losgehen: Zur Deutschland-Premiere des 25. Bond-Spektakels im April kommenden Jahres soll das Kino-Center in der Keffelker Straße in Betrieb gehen - und wenn nicht, dann liegt es diesmal nicht an Brilon, sondern an Bond: Hauptdarsteller Daniel Craig hat sich bei den Dreharbeiten auf Jamaika verletzt und ist zur ärztlichen Behandlung in die USA geflogen worden. Welche Folgen das für den Film hat, ist noch offen. Aus Briloner Sicht jedenfalls dürfte mit dem Termin um Ostern herum alles klargehen. Am 23. Mai findet der symbolträchtige erste Spatenstich statt.

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr, am 25. Mai, hatte die WP exklusiv die Pläne der Warburger Kinobetreiber- und Investoren-Familie Schlinker vorgestellt und damit eine geradezu euphorisches Echo in der Stadt des Waldes ausgelöst.

Allein: Aus der damals für den 9. November diesen Jahres geplanten Eröffnung wurde nichts. Das hatte zum einen mit der komplexen Brandschutzmaterie zu tun und zum anderen mit dem „Kino-Boom in Deutschland“, wie Ute Schlinker gegenüber der WP erläuterte.

Bundesweit nur drei neue Projekte

Zwar ging die Zahl der Kinobetreiber bundesweit um sechs auf 1171 zurück, die allerdings investierten kräftig in neue Säle und zusätzliche Plätze. Die Branchenstatistik weist für das vergangene Jahr 695.686 Plätze vor 4849 Leinwänden aus,; 2017 waren es 4803 Säle mit 789 279 Sitzen.

Die hohe Investitionsbereitschaft der Betreiber wirkt sich auf die Unterstützung durch die Filmförderanstalt (FFA), die öffentlich-rechtliche Einrichtung der deutschen Filmwirtschaft, in Berlin aus. Die Absicht, noch im vergangenen Jahr mit dem Briloner Projekt da „rein zu rutschen“, so Ute Schlinker, habe sich leider nicht realisieren lassen.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres allerdings war es so weit. In ihrer ersten Sitzung (von vieren insgesamt pro Jahr) am 28. Februar hat die „Kommission Kino“ 200.000 Euro für das Cineplex in Brilon freigegeben - als einem von bundesweit lediglich drei Neubau-Projekten. „Wieder ein Kino in Brilon (Sauerlandkreis)“ - leitet die FFA auf ihrer Homepage den Bericht über die Sitzung der Kommission ein.

Sechs-Millionen-Euro-Investition

200.000 Euro, das ist der maximale Förderbetrag. Den erhielten neben einer auf der Frankfurter Zeil neu erstehenden Filmlounge fünf weitere Kinos für Modernisierungsmaßnahmen. Weitere 100.000 Euro fließen aus der NRW-Film- und Medienstiftung nach Brilon. Rund sechs Millionen Euro verplant die Familie Schlinker in Brilon. „Ein großes Invest. Da hängen Generationen dran“, sagt Ute Schlinker. Damit ist die Familie jedoch vertraut. Ist sie doch bereits seit über 100 Jahren in Warburg im Filmgeschäft tätig. Rund 900.000 Euro hat sie dort im vergangenen Jahr in die Erweiterung des Cineplex-Betriebs von sechs auf acht Säle investiert.

„Das Projekt findet unsere volle Unterstützung,“ sagt Bürgermeister Dr. Christof Bartsch zu dem Vorhaben der Familie Schlinker. Die Stadt habe bei der Suche und Vermittlung eines geeigneten Grundstücks geholfen und bei der Bezirksregierung den Weg zur Nutzung der als Industriegebiet ausgewiesenen Fläche für kulturelle Zwecke geebnet.

Die Inbetriebnahme im Frühjahr würde es zulassen, das Kino--Center in das Rahmenprogramm der Int. Hansetage vom 4. bis 7. Juni einzubinden. „Das müssten wir mit der Familie Schlinker einmal besprechen“, so der Bürgermeister.

Zerschlagen hat sich allerdings die Überlegung, zum Auftakt des Hansetag- und Jubiläumsjahres -Brilon feiert 2020 auch 800 Jahre Stadtrechte - den Neujahrsempfang in der neuen Kultur--Location auszurichten. Vielleicht gehe man dann in die Schützenhalle. Ist ja auch eine kulturelle Institution.

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