NACHHALTIGKEIT

Erstes Briloner Repair Café findet in Stadtbibliothek statt

Das Konzept Repair Cafe in Briloner Stadtbibliothek

Ab März wird an jedem ersten Freitag im Monat in der neuen Werkstatt in der Bücherei ein Repair Café stattfinden. Bernd Hennecke erklärt, worum es dabei geht

Ab März wird an jedem ersten Freitag im Monat in der neuen Werkstatt in der Bücherei ein Repair Café stattfinden. Bernd Hennecke erklärt, worum es dabei geht

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Brilon.   Verein Kunterbunt macht Aktion in der fertiggestellten Werkstatt der Bücherei. Teilnahme ist kostenlos, eine kleine Spende ist erwünscht.

Für Lampen mit Wackelkontakt, kaputte Toaster oder schiefe Tische hat das letzte Stündlein geschlagen. Denn drei Ehrenamtliche des Vereins Kunterbunt helfen jeden ersten Freitag im Monat Brilonern im neuen Repair Café, ihre Sachen wieder heil zu machen. Gestartet wird mit einem Tag der offenen Tür am 23. Februar um 16 Uhr.

Ab März geht es regulär los, immer von 15 bis 18 Uhr. Platz dafür ist in der neugestalteten Werkstatt der Stadtbibliothek, die als Begegnungsstätte dienen soll. Unterstützt wurde der Umbau dafür zu 60 Prozent vom Land NRW. Das Repair Café ist die erste Aktion in den neuen Räumlichkeiten. Möglich gemacht hat sie auch die Schauspielgruppe „Maulaffenfeil“, die 1000 Euro an den Kunterbunt e.V. spendete.

Der Allrounder

„Das soll Hilfe zur Selbsthilfe sein“, erklärt Bernd Hennecke. „Letztendlich geht es nicht darum, dass die Menschen ihre Sachen hier abgeben und sie dann später heil wieder abholen“, betont er. Hennecke wird von den anderen als „Allrounder“ bezeichnet und repariert alles vom Fußboden bis zur Zimmerdecke. Besonders bei Teilen aus Holz ist er der richtige Ansprechpartner. Und wie wird man zum Allrounder? „Man muss sich einfach an die kaputten Sachen rantrauen“, erklärt er.

Der Elektriker

Bei Geräten mit Drähten hilft Ansgar Weber – er ist als Elektromeister vom Fach und kennt sich noch dazu mit den Sicherheitsbestimmungen aus. „Das Mithelfen der Besitzer wird bei mir schwieriger, aber sie unterstützen mich schon, wenn sie z.B. das Gerät aufschrauben“, erklärt er. Eine Gewährleistung dafür, dass alles am Ende wieder funktioniert, gibt er nicht – ohnehin soll das Angebot nicht als Konkurrenz zu kommerziellen Dienstleistern gesehen werden, sondern mehr als eine Gemeinschaftsaktion.

Meister des Fotos

„Ich habe mir überlegt, wo ich helfen kann, und ich kenne mich gut darin aus, alte Bilder aufzumöbeln“, erklärt Gunter Kotthoff. Helfen kann er aber auch bei anderen Sachen: „Ich bin Autodidakt in allen Richtungen und verfüge auch über ein großes Ersatzteillager“, sagt er. Wer zerkratzte Familienbilder auf Vordermann bringen möchte, sollte aber einen USB-Stick mitbringen.

Generell gilt bei dem Angebot, dass Ersatzteile selbst angeschafft werden müssen, einen Teil an Werkzeug bringen die drei Ehrenamtlichen mit. Besucher sind dazu angehalten, weiteres Equipment bereitzustellen. Das Angebot ist kostenlos, Spenden erwünscht.

Die Idee

Inspirieren lassen hat sich der Verein auch von dem Repair Café bei den Nachbarn in Meschede. „Da war unheimlich viel los und es war eine nette Erfahrung“, berichtet Kirsten Ecken, Mitglied bei Kunterbunt. Aus diesem Grund entschied sich der Verein, daran anzuknüpfen. Dazu hat sich Kunterbunt mit der übergeordneten Stiftung „Stitching Repair Café“ in Verbindung gesetzt. „Werbematerialien wie Flyer oder ähnliches bekommen wir alles von ihnen“, erklärt Ecken.

Das Thema Nachhaltigkeit

Die Aktion stellt den Nachhaltigkeitsaspekt weit nach vorne: „Das finde ich extrem wichtig“, sagt Barbara Harding, Vorsitzende des Vereins. „Wir wollen in unserem Rahmen gegen die Wegwerfgesellschaft wirken“, betont auch Hennecke.

Durch die Arbeit mit Geflüchteten und die Spendenbereitschaft der Briloner sei den Vertretern des Vereins bewusst geworden, wie gut sie ausgestattet seien. Damit verbunden sei, dieses Eigentum auch zu schätzen und zu bewahren, da viele Ressourcen darin stecken.

Die Planungen

Für die gemütliche Atmosphäre beim Werkeln soll es auch etwas zu essen und zu trinken geben, Bücher über das Basteln und Herstellen sollen zum Stöbern einladen. Zum Repair Café gibt es zudem eine Hausordnung, die beispielsweise festlegt, dass kaputte Geräte auch wieder nach Hause mitgenommen werden oder bei großem Andrang nur ein Teil pro Person zugelassen ist. Auch die Hausordnung wird von der Stiftung gestellt.

„Es fehlen noch Experten im Bereich Textil, Handarbeit oder Fahrräder“, bekräftigt Barbara Harding. Mögliche Helfer sind daher auch besonders eingeladen, vorbeizukommen.

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