Umwelt

Eschensterben – 500 Jahre alte Esche in Marsberg gefällt

Um die 500 Jahre alt war die Esche am südlichen Ortseingang von Obermarsberg. Vom Eschentriebsterben befallen musste sie gefällt werden.

Um die 500 Jahre alt war die Esche am südlichen Ortseingang von Obermarsberg. Vom Eschentriebsterben befallen musste sie gefällt werden.

Foto: Annette Dülme

Obermarsberg.   Das Eschentriebsterben setzt einem Baum in Obermarsberg zu, der in die historische Stadtmauer eingewachsen war. Er wurde gefällt.

Rund 500 Jahre lang stand die alte Esche wie ein Wahrzeichen am Ortseingang von Obermarsberg. Zwischen dem jüdischen Friedhof und dem Südtor war ihr Stamm mit den dicken Wurzeln im Laufe der Jahrhunderte in die historische Stadtmauer eingewachsen. Als Naturdenkmal stand sie in der Denkmalschutzliste der Stadt. Jetzt hat ihr das Eschentriebsterben ein Ende bereitet und sie fiel der Motorsäge zum Opfer. „Da hat mein Herz schon geblutet“, sagt Grundstückseigentümer Alfons Dicke zur WP.

Wegen Stadtmauer: der abgesägte Stumpf bleibt stehen

Anfang November bekam Dicke Post vom Hochsauerlandkreis. „Um die Verkehrssicherheitspflicht an der Kreisstraße zu erfüllen, muss die Esche wegen des Befalls gefällt werden“, wurde er aufgefordert. Um die ebenfalls unter Denkmalschutz stehende Stadtmauer nicht zu gefährden, bleibt der abgesägte Stumpf stehen. Aber nicht nur das Eschentriebsterben machte dem gut 20 Meter hohen Baum zu schaffen. Im Wurzelbereich hatte sich der Bohrkäfer eingenistet. Holzmehl in dem Bereich ließ schon vor gut zwei Jahren Ortsbürgermeister Martin Halsband aufhorchen. Der Baumsachverständige des Kreises hatte sich daraufhin die Esche angesehen. „Damals sah der Kreis noch keinen Grund zum Handeln“, sagt Martin Halsband, dem es heute weh tut, dass die Esche nicht mehr zu halten war.

Im Stadtwald Marsberg sind 30 Prozent der Eschen erkrankt

Das Eschentriebsterben macht den Waldbesitzern europaweit zu schaffen, weiß Stadtförster Lars Grothe: „Wenn eine Esche mit dem Pilz befallen ist, gibt es keine andere Möglichkeit, als sie zu fällen.“ Der Pilz töte die Feinwurzeln ab. Die Standsicherheit sei dann nicht mehr gegeben. Es lasse sich auch nicht genau einschätzen, wann es letztendlich zur Standunsicherheit komme. Auch im Stadtwald am Wulsenberg seien 30 Prozent der Eschen stark befallen. Ein Großteil ist gefällt worden. Einige weniger befallene Eschen wurden stehen gelassen, um Gegenmaßnahmen einzusetzen und zu beobachten.

Rund um das Thema Eschensterben

Eschen werden durch den Pilz Hymenoscyphus pseudoalbidus massiv geschädigt. Im Frühstadium treten an der Mittelrippe der Blätter bräunliche Nekrosen auf. Später treten Welkeerscheinungen auf. Das Eschensterben wurde in Deutschland erstmals 2007 nachgewiesen.

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