Polizei

Exotischer Drogenfund im Hochsauerland bei Vermisstensuche

Bei der Suche nach einer vermissten Frau macht die Polizei in Olsberg einen außergewöhnlichen Drogenfund.

Bei der Suche nach einer vermissten Frau macht die Polizei in Olsberg einen außergewöhnlichen Drogenfund.

Foto: Armin Weigel

Brilon/Olsberg.  Die Polizei sucht eine vermisste Frau in Olsberg. Beamte erhalten einen Hinweis auf den Aufenthaltsort. Dort findet sie außergewöhnliche Drogen.

„Sie wissen gar nicht, was Ihnen da angedreht wurde. Das könnte auch Gift sein“, sagt der Staatsanwalt kritisch zum Angeklagten am Amtsgericht in Brilon. Der hatte sechs Tabletten mit dem Wirkstoff Buprenorphin am Körper. Dabei handelt es sich um ein Schmerzmittel aus der Gruppe der Opioide, das zur Schmerztherapie eingesetzt wird oder auch zur Entwöhnung bei der Behandlung von Opioid-Abhängigkeit.

Das Medikament soll 70 Mal stärker als Morphin sein. Dass die Drogen gefunden wurden, war reiner Zufall.

Polizei stellt Tabletten bei Durchsuchung sicher

Am 22. Juni diesen Jahres erhielt die Polizei einen Hinweis über den Verbleib einer vermissten Person. Diese sollte sich in einer Wohnung in Olsberg aufhalten. Als drei Streifenwagen vor Ort eintrafen, fanden die Beamten die junge Frau schnell im Treppenhaus vor einer Dachgeschosswohnung vor. Die Räumlichkeiten durchsuchten die Polizisten im Anschluss.

Laut eines Polizeiberichtes fasste sich der 22-jährige Angeklagte ständig in die Hosentasche, weigerte sich allerdings dessen Inhalt preiszugeben. Bei einer Durchsuchung stellten die Beamten dann sechs Tabletten sicher. „Die habe ich kostenlos vor einem Supermarkt bekommen. Der Mann sagte mir, dass sie bei Schlafstörungen helfen würden.“ Das sorgte beim Staatsanwalt für Unverständnis. „Wenn Sie jemanden auf der Straße mit Medikamenten treffen, dann glauben Sie doch nicht, dass es sich um einen Arzt oder Apotheker handelt. Entsprechend muss Ihnen doch klar gewesen sein, dass es illegal ist, was sie dort machen.“

Drogendealer mit Namen Cowboy

Das räumte auch der Angeklagte ein. Auf Nachfrage nach dem Namen des Dealers sagte der 22-Jährige, dass er seinen richtigen Namen nicht kennt und die Person unter „Cowboy“ bekannt ist. Der junge Mann fiel bisher zwar bereits strafrechtlich auf, jedoch kam er laut Bundeszentralregister noch nicht mit Betäubungsmitteln in Berührung. Staatsanwaltschaft und Richter Härtel einigten sich daher darauf das Verfahren gegen eine Geldstrafe von 300 Euro einzustellen.

Härtel hatte abschließend noch einen gut gemeinten Rat für den Angeklagten: „Schon zwei bis drei dieser Tabletten können Sie abhängig machen. Sorgen Sie nicht dafür, dass Sie sich noch mehr Fehltritte leisten.“

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