Falknerei Eulenhof

Falkner pflegen Eulennachwuchs in Borntosten

Die kleine Weißgesichtsohreule, der Brillenkauz und der kleine Habichtskauz warten in der Babystube der Falknerei Eulenhof in Borntosten auf ihr Futter

Foto: Annette Dülme

Die kleine Weißgesichtsohreule, der Brillenkauz und der kleine Habichtskauz warten in der Babystube der Falknerei Eulenhof in Borntosten auf ihr Futter Foto: Annette Dülme

Borntosten.  Es gibt Nachwuchs in der Falknerei Eulenhof in Borntosten: Tatjana und Stefan Kosfeld pflegen zurzeit drei Eulenbabys.

In der Greifvogel-Babystube der Falknerei Eulenhof am Dorfrand von Borntosten ist ordentlich was los. Eine erst drei Wochen alte Weißgesichtsohreule, ein Brillenkauzbaby und ein kleiner weißer Habichtskauz warten in ihren Nestern ungeduldig auf ihr Futter. Das bekommen sie aber nicht von ihren leiblichen Vogelmüttern. Diese Aufgabe haben Tatjana und Stefan Kosfeld übernommen.

Tatjana Kosfeld ist Falknerin aus Leidenschaft

Der kleine Brillenkauz ist gut vier Wochen alt und verliert schon seinen ersten noch ganz weißen Babyflaum. Das erste bunte Erwachsenengefieder kommt schon zum Vorschein. „Der Kopf wird noch lange weiß bleiben“, sagt Tatjana Kosfeld (39). Sie muss es wissen. Sie ist Falknerin aus Leidenschaft und hat ihr Leben den gefiederten Greifern verschrieben. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Stefan (36) betreiben sie die Falknerei Eulenhof. Dem kleinen Brillenkauz haben sie den Namen Hugo Egon Balder gegeben. „Weil er genau so frech und vorlaut ist, wie sein menschlicher Namensvetter“, lacht die Falknerin vergnügt. „Wir werden ihn aber einfach Hugo rufen“, sagt Stefan Kosfeld.

Zwei Wochen älter als Hugo ist der junge weiße Habichtskauz. Er ist schon fast zu groß für die Babystube der Falknerei. Tag und Nacht kümmert sich das Falknerehepaar um den gefiederten Nachwuchs. Damit der sich an die Menschen und die Geräusche der Umwelt gewöhnt, nehmen sie sie auch gerne abends mit ins Wohnzimmer und lassen den Fernseher laufen. Wenn die Vogeljungen alt genug sind, trainieren sie mit ihnen für ihre Flugshows und Veranstaltungen. Zu allen möglichen Anlässen werden die Falkner gebucht. So zeigten sie die Flugkünste ihrer Greifvögel im vergangenen Sommer zum Beispiel auch beim Stadtfest in Marsberg.

Habichtskauz kommt in Deutschland sehr selten vor

Der jungen weißen Habichtskauzdame haben die Falkner den Namen Alana gegeben. Nächste Woche ist sie groß genug, um die Babystube verlassen zu können. „Ein weißer Habichtskauz ist ganz selten“, sind die beiden Falkner stolz, dass sie die einzige Falknerei in Deutschland sind, die eine solche Rarität in ihrer Obhut haben. Graue Habichtskäuze sind die Regel.

Falknertage für Gruppen ab vier bis 34 Personen

37 Greifvögel gehören zur Falknerei. In dem ehemaligen Bauernhof mit 10 200 Quadratmetern Fläche rundherum haben die Kosfelds vor vier Jahren den geeigneten Platz gefunden. Tatjana Kosfeld ist gelernte Optikerin und hat vor zehn Jahren ihr Hobby, die Falknerei, zu ihrem Lebensinhalt gemacht, seit sieben Jahren gemeinsam mit Ehemann Stefan. Sie führen Falknertage für Gruppen ab vier bis maximal 34 Personen durch. Fast jedes Wochenende sind sie ausgebucht.

Der Sibirische Uhu Kari ist darauf trainiert, Brautpaaren die Hochzeitsringe im Flug zu bringen. Auf der großen Wiese hinter dem Hof hat jeder Greifvogel seinen eigenen Holzunterstand mit einer sechs Meter langen Flugdrahtanlage. Den dreijährigen Steppenadler Attila nehmen die Falkner bevorzugt mit auf die Flugshows.

17 Jahre alt ist ihr Sakerfalke. Eigentlich werden Sakerfalken nur 10 bis 15 Jahre alt. Tatjana Kosfeld: „Er bekommt bei uns das Gnadenbrot.“

Der Falklandkarakara, eine Art der Geierfalken, ist erst knapp ein Jahr alt und springt unruhig auf seinem Platz von einem Bein auf das andere. Er gehört zu den seltensten Greifvögeln der Welt. Stefan Kosfeld weiß, was er möchte: „Er bettelt um Aufmerksamkeit.“ Der Falklandkarakara hört erst auf zu schreien, als er die Schnürsenkel des Falkners zwischen seinen Schnabel bekommt. Ruckzuck hat er sie geöffnet. Stefan Kosfeld: „Das ist eine Attraktion in unserer Vorführung.“

Vom Fleckenuhu bis zum Luggarfalken und drei Eseln

Falknerei Eulenhof in Borntosten

Uhu Kari, eine Weißgesichtsohreule und ein Brillenkauzjunge in der Falknerei Eulenhof in Marsberg-Borntosten.
Falknerei Eulenhof in Borntosten

Den afrikanischen Fleckenuhu haben sie aus einer privaten Haltung übernommen. Er war in einem viel zu kleinen Vogelkäfig gehalten worden und hatte sich dadurch schwer verletzt. Der indische Luggarfalke ist darauf spezialisiert bei den Vorführungen Beuteatrappen einzufangen.

Zur Falknerei gehören auch drei Esel, drei Schafe, zwei von ihnen sind guter Hoffnung und zwei Lamas. In der Nachbarwiese grast friedlich eine Kuhherde.

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