Haushalt

Flüchtlinge und Obdachlose – Wie viel Marsberg 2020 bezahlt

In der Flüchtlingsunterkunft am Rennufer ist für 44 Flüchtlinge Platz. Vier Plätze sind momentan frei.

In der Flüchtlingsunterkunft am Rennufer ist für 44 Flüchtlinge Platz. Vier Plätze sind momentan frei.

Marsberg.  Stadt Marsberg unterhält drei Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge und 17 angemietete Wohnungen. Die Gebühren steigen bei sinkenden Kosten.

In 2016 lebten rund 450 Flüchtlinge in der Stadt an der Diemel. Die Situation hat sich entschärft. Derzeit sind es nur noch 125. Die Stadt erarbeitet derzeit den Entwurf für den städtischen Haushalt 2020. Sämtliche Gebührenkalkulationen für das nächste Jahr stehen auf dem Prüfstand. Auch die über die Benutzungsgebühren für die Unterbringung von Flüchtlingen und Obdachlosen im Stadtgebiet. Neben den 125 Flüchtlingen lebt ein Obdachloser in den dafür gedachten Unterkünften.

Die Stadt Marsberg unterhält derzeit die Flüchtlingsunterkunft am Rennufer, zwei Gemeinschaftsunterkünfte sowie 17 angemietete Wohnungen. Bisher waren es 22. Eine städtische Gemeinschaftsunterkunft (Ritterstraße 2) wurde inzwischen schon geschlossen. Hinzu kommt die Obdachlosenunterkunft des Ordnungsamtes in der Diemelseestraße 1 in Padberg.

Aufnahmequote zu 99 Prozent erfüllt

Bis zu 161 Personen können in diesen Objekten untergebracht werden. Davon entfallen 158 Plätze auf Flüchtlingen und drei auf Obdachlose. Derzeit sind 35 Plätze nicht belegt (33 für Flüchtlinge, zwei für Obdachlose).

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n der Flüchtlingsunterkunft am Rennufer ist für 44 Flüchtlinge Platz. Derzeit leben dort 40. In der ehemaligen Grundschule in Essentho können 45 Flüchtlinge untergebracht werden. Momentan sind es 38. In der Gemeinschaftsunterkunft in der Bahnhofstraße in Marsberg ist für 13 Flüchtlinge Platz. Zehn leben dort momentan. Die angemieteten 17 Wohnungen in Marsberg mit mit 70 Plätzen voll belegt.

Die Gesamtkosten haben sich laut der Kalkulation der Benutzungsgebühren aller Flüchtlings- und Obdachlosenunterkünfte auf 352.296 Euro (bisher 466.040 Euro) verringert.

Drei Gemeinschaftsunterkünfte und 17 Wohnungen für Flüchtlinge im Stadtgebiet

Die Kosten haben sich zwar verringert, durch die Veränderungen in den Berechnungsgrundlagen ist allerdings die Benutzungsgebühr pro Person und Monat gestiegen auf 182 Euro (vorher 180,50 Euro).

Die Stadt Marsberg erfüllt derzeit die Aufnahmequote für Flüchtlinge zu 99 Prozent. „Wir müssen aber weiterhin mit Zuweisungen rechnen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage zur Gebührenberechnung.

Die Quote nach dem Aufenthaltsgesetz zur Wohnsitzauflage ist zu 64 Prozent erfüllt. Derzeit könne nicht gesagt werden, ob und in welchem Umfang für das kommende Jahr mit Zuweisungen in diesem Bereich zu rechnen sei. Für 2020 erwartet die Stadtverwaltung aber, dass ein Teil der hier untergebrachten Flüchtlinge in den Aufenthaltsstatus der Duldung wechseln und rechnet mit entsprechend neuen Zuweisungen.

Defizit bei den Benutzungsgebühren

Der Gebührenhaushalt weist für 2020 ein Defizit von 9.408 Euro aus. Die Entwicklung der Flüchtlingssituation wird das Sozialamt genau im Auge behalten. Es ist weiterhin beabsichtigt, nicht benötigten Wohnraum zu kündigen, um die Vorhaltekosten so gering wie möglich zu halten.

Über die Erhöhung der Benutzungsgebühren berät zunächst der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am heutigen Dienstag, ab 18 Uhr in der Aula der Sekundarschule und abschließend der Stadtrat am Donnerstag, 10. Oktober.

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