Flugreisen

Flughafen Paderborn: Kein Passagierwachstum um jeden Preis

Ab in den Süden! Bei dem Sauerländer Schmuddelwetter wächst das Fernweh. Der Paderborn-Lippstadt Airport steuert im Winter zahlreiche Sonnenziele an.

Ab in den Süden! Bei dem Sauerländer Schmuddelwetter wächst das Fernweh. Der Paderborn-Lippstadt Airport steuert im Winter zahlreiche Sonnenziele an.

Foto: Bernd Thissen / FUNKE Foto Services

Brilon/Büren-Ahden.  Mallorca wird günstiger. Trotzdem muss das Produkt „Flug“ mehr wertgeschätzt werden, fordert der Paderborner Airport-Geschäftsführer Dr. Cezanne.

„Ein Flug ist keine Ramsch-Ware. Es kann nicht sein, dass es Tickets für fünf Euro nach Mallorca gibt. Das Umweltbewusstsein der Menschen sollte auch an dieser Stelle greifen.“ Der Geschäftsführer des Paderborn-Lippstadt-Airports, Dr. Marc Cezanne, findet deutliche Worte. Flughafen und Touristik-Konzern TUI haben eigentlich zu einem Pressegespräch eingeladen, um den Sommerflugplan 2020 vorzustellen. Doch gerade im Rahmen der Thomas-Cook-Misere und im Zuge der Klimadiskussion entfaltet das Thema Reisen seine ganze Bandbreite.

Reisen mit Verstand

Und in dem Zusammenhang bricht der Flughafengeschäftsführer eine Lanze für das Reisen – aber für das Reisen mit Verstand. „Das Produkt ,Flug` muss viel mehr wertgeschätzt werden.“ Der Airport Paderborn-Lippstadt unterstütze keine Airlines, die Profit auf Kosten anderer erzielten. Auch die TUI müsse Geld dafür zahlen, dass sie von Paderborn aus starten könne. Dass ein wachsender Markt - das Reisen - immer noch mit Pleiten zu kämpfen habe, sei pervers. Der Erfolg eines Flughafens sei nicht ausschließlich an wachsenden Passagierzahlen zu messen, vor allem dann nicht, wenn diese um jeden Preis erzielt würden.

In puncto Flug-Scham - also ein schlechtes Gewissen wegen der Umweltbelastung durch das Fliegen - sagte Cezanne: „Ich bemerke eine kollektive Betroffenheit bei individueller Gelassenheit.“ wp.de/staedte/altkreis-brilon/hinter-den-kulissen-am-flughafen-paderborn-lippstadt-id226547843.html

Das unterstrich auch TUI-Geschäftsführer Stefan Baumert. Die Sorge um das Klima spiegele sich nicht im Buchungsverhalten der Kunden wider. Sein Unternehmen versuche trotzdem der Sorge um den Klimaschutz Rechnung zu tragen. Aber die TUI mache Urlaub und keine Politik. Die Deutschen seien Reiseweltmeister und ließen sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen. Das gelte in Sachen Klimaschutz und auch bei Reisen z.B. in die Türkei. Baumert: „Erst wenn ein Land in die Schlagzeilen der Publikumspresse gerät, hat das Auswirkungen.“ Beim Abflug ab Paderborn-Lippstadt habe gerade die Türkei das größte Wachstum erzielt. Die Nummer Eins bleibt aber Mallorca, das im bundesweiten Ranking inzwischen von Antalya überholt wurde.

Balearen werden günstiger

Im Winter steht Fuerteventura als beliebteste Destination ab PAD ganz oben. Stefan Baumert: „Im nächsten Sommer setzen wir nach wie vor stark auf Spanien, Griechenland und die Türkei. Das wird in Paderborn ein Schwerpunkt sein.“ Gute Nachrichten in puncto Preise: Der Mallorca-Urlaub werde im nächsten Sommer rund zwei Prozent günstiger, Griechenland bleibe stabil, bei der Türkei und Ägypten zeichneten sich Preisanhebungen um zwei bis drei Prozent ab. Bundesweit haben die Türkei und die nordafrikanischen Länder sogar um 30 Prozent zugelegt.

Zum 1. November hat der Paderborn-Lippstadt Airport auf den Winterflugplan umgestellt. Damit stehen wöchentlich bis zu 62 Flüge zu insgesamt acht Destinationen im Programm. Mit Sonnenzielen an Mittelmeer, Atlantik und Rotem Meer sind auch in der kalten Jahreszeit Badeurlaube möglich und über die Drehkreuzanbindungen Ziele in der ganzen Welt erreichbar.

Den gesamten Winter über ist Antalya mit den Airlines Corendon, Sun-Express oder Freebird mit insgesamt bis zu 12 wöchentlichen Starts erreichbar. Eurowings hebt bis zu sieben Mal in der Woche nach Palma de Mallorca ab. Für die Kanarischen Inseln Fuerteventura, Teneriffa und Gran Canaria sowie den ägyptischen Badeort Hurghada hat Reiseveranstalter TUI in diesem Winter erneut ein Programm am Heimathafen aufgelegt. Im aktuellen Winterflugplan werden die vier Ziele zusammen wöchentlich sechs Mal von TUI fly bedient. Ab kommendem Frühjahr werden zudem größere Flugzeuge auf den Strecken eingesetzt. Insgesamt legt das TUI-Angebot ab PAD damit um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Ein weiterer wöchentlicher Flug nach Hurghada der Airline Holiday Europe ergänzt das Angebot im touristischen Bereich. Bei den Linienflugverkehren stehen wöchentlich 36 Zugänge zu den Drehkreuzen München und Frankfurt zur Verfügung und ermöglichen mit nur einem Umstieg Reisen zu Zielen in der ganzen Welt.

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Auch wenn man jetzt erstmal an Winter denkt - die Touristiker haben das Startsignal für den Sommerurlaub 2020 gegeben. TUI fly hat den Flugplan für die nächste Hauptsaison veröffentlicht und bietet den Fluggästen zwischen Teutoburger Wald und Sauerland ab Paderborn acht sonnige Destinationen an. Mehrmals pro Woche hebt der Ferienflieger zu den Kanarischen Inseln (Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa) sowie nach Mallorca ab. Mit Kreta, Kos und Rhodos stehen zudem drei griechische Destinationen und mit Hurghada das Taucherparadies am Roten Meer zur Auswahl. Während im Winter eine TUI fly Boeing 737-700 mit 144 Sitzplätzen in PAD stationiert ist, kommt zur Sommersaison ein größerer Airbus A320 mit 180 Sitzplätzen zum Einsatz, den die Stralsunder Partner-Airline Sundair betreibt.

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