Fragendomino

Frauenchor „Just for Joy“ wischt den Staub vom Herzen

Der Frauenchor „Just for Joy“.

Der Frauenchor „Just for Joy“.

Foto: WP

Marsberg/Brilon.   Jede Woche gibt es an dieser Stelle das „Fragen-Domino“. Eine Person stellt einer anderen vier Fragen. Diesmal befragt der Marsberger Vikar Christian Elbracht die Vorsitzende des Frauenchores „Just for Joy“, Frauke Brauer.

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Unser Fragen-Dominostein purzelt heute von Marsberg nach Brilon. Vikar Christian Elbracht aus Marsberg stellt vier Fragen an Frauke Brauer, Vorsitzende des Frauenchores „Just for Joy“. Los geht’s:


Sie engagieren sich ehrenamtlich. Ohne das Ehrenamt sähe es in Staat, Kirche und Gesellschaft düster aus. Zum Ehrenamt steht aber keiner Schlange. Welche Motivation steckt hinter Ihrem Engagement?
Wir sind ein Frauenchor mit mehr als 50 Sängerinnen, die stark engagiert sind. Das Singen steht im Mittelpunkt. Bei dieser Größe bedarf es natürlich einer Organisation. Wir haben ein Vorstandsteam bestehend aus sieben Personen. Mit Apollonia Held-Wiese haben wir eine Frau für alle finanziellen Angelegenheiten. Mit Eva Ehls als meine Stellvertreterin, Maria Becker-Rüther als Schriftführerin und mit den Beisitzerinnen Conny Götte, Anne Prange und Dagmar Schmidthermes arbeiten wir Hand in Hand. Diese enge Zusammenarbeit verbunden mit unseren vielen gelungenen Veranstaltungen und einer tollen klanglichen Entwicklung des Chores motivieren mich, Zeit und Energie für den Chor einzubringen.


Die Musik scheint mir die Kunst zu sein, die uns Menschen am intensivsten ansprechen und bewegen kann. Was möchten Sie mit Ihrem Gesang erreichen oder vermitteln?
Zunächst einmal ist es einfach die pure Lust am Singen, das eigene Instrument Körper zum Klingen zu bringen und damit tolle, mehrstimmige Klänge zu erzeugen. Bei einem Besuch in Dresden haben wir die Semperoper besichtigt und standen ganz oben auf den Zuhörerrängen. Wir bekamen die einmalige Gelegenheit, ein Stück anzustimmen. Die Akustik dort ist sagenhaft. Zu erleben, wie sich unser Gesang mühelos auf den gesamten Opernsaal überträgt, war ein einmaliges Erlebnis, das Gänsehaut erzeugte. In unseren Konzerten versuchen wir, diese Begeisterung auf die Zuhörer zu übertragen und sie mit guter Chormusik zu unterhalten. Wir haben ein Programm unterschiedlichster Stilrichtungen und gestalten die Stücke durch verschiedene Aufstellungen und Bewegungen sehr lebendig. Die Zuhörer lassen sich gern mitreißen und haben nach dem Konzert oft eine Melodie im Ohr und sogar auf den Lippen. Christoph Lehmann hat es sehr treffend ausgedrückt: „Ein guter Gesang wischt den Staub vom Herzen.“ Und wir sehen bei den Auftritten, wie es vom Kind bis zum älteren Menschen alle Altersstufen erfassen kann.


„Just for Joy - Nur zur Freude” so heißt Ihr Chor. Schaut man auf die Bilder der Homepage des Chores, scheint der Name Programm zu sein und gute Stimmung zu herrschen. Wie beschreiben Sie den “Mehrwert” eines in Gemeinschaft gepflegten Hobbys?
Der Name des Chores hat sich bei der Gründung 2002 ergeben. Die ersten Treffen fanden in einem Wohnzimmer statt. Einige Frauen und wenige Männer kamen zusammen, die singen wollten. An diesem Abend wurde unter anderem ein Kanon angestimmt „Singing all together, singing just for joy“. Ein Chor wurde gegründet. Die Männerstimmen konnten jedoch nicht entsprechend besetzt werden, und so entstand daraus ein Frauenchor. Doch der Name ist geblieben. Und das Stück singen wir noch immer, wenn auch ohne Männer.

Als ich vor zehn Jahren zu dem Chor gestoßen bin, waren es knapp 20 Sängerinnen. Inzwischen sind es mehr als 50. Das Besondere ist auch der stetig wachsende Zusammenklang, der sich so nur in einer gemeinsamen Arbeit über die Jahre erreichen lässt. Wir haben mit Michael Busch, der das Singkulturhaus Alma Viva in Soest leitet, einen professionellen Chorleiter.

Er versteht es, die richtige Atmosphäre in den Proben zu schaffen. So können wir gemeinsam auf gesteckte Ziele hinarbeiten und sie erreichen, Ziele wie zum Beispiel die Titel Leistungschor, Konzertchor und schließlich Meisterchor im Chorverband NRW 2009 bis 2014.

Aus der Zusammenarbeit heraus entstehen immer wieder neue Ideen, die mit Hilfe vieler umgesetzt werden. Über das Singen lernen wir andere Chöre kennen. Das unterschiedliche Repertoire und verschiedene Arbeitsweisen beeinflussen sich. Konzerte werden gemeinsam gestaltet. In diesem Jahr geben wir ein Benefiz-Adventskonzert am Sonntag, 15. Dezember, um 17 Uhr in der Kirche St. Michael in Gudenhagen zusammen mit den BB-Singers und der Neuen Chorwerkstatt. Wer mag, kann sich unsere Homepage selbst anschauen unter www.just-for-joy.de


Beruflich sind Sie als promovierte Sportwissenschaftlerin im medizinisch-therapeutischen Bereich tätig. Ein vielfach gehörter Wunsch lautet: “Hauptsache gesund.” Was bedeutet für Sie Gesundheit - auch im Blick auf die Menschen, mit denen Sie arbeiten?
Gesundheit als Zustand in vollkommenem Wohlbefinden sowohl physisch als auch psychisch und sozial – so definiert es die Weltgesundheitsorganisation und beschreibt damit den Idealzustand. Aber ich denke, dass Gesundheit mit einem möglichst hohen Grad an Wohlbefinden einhergeht.

Die positiven Auswirkungen von Bewegung sind durch viele Studien belegt. Die Ausdauerfähigkeit, Kraft, Beweglichkeit und Koordination werden gesteigert. Darüber lassen sich in gezielten therapeutischen Programmen zahlreiche Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder auch Rückenbeschwerden positiv beeinflussen. Bewegung steigert das Wohlbefinden und somit auch die Gesundheit. Wildor Hollmann, ein Dozent an der Deutschen Sporthochschule Köln, sprach von „der Körperarbeit als Lebenselixier“. Ein Medikament mit derselben Wirksamkeit wie die Bewegung wäre das Medikament des Jahrhunderts. Das physikalische Gesetz der Trägheit stehe nur leider der praktischen Anwendung häufig im Wege. Hier sehe ich einen wichtigen Ansatz in meiner Arbeit in einem Gesundheitszentrum für Prävention und Rehabilitation in Brilon: Den Menschen zu helfen, die Trägheit ein Stück weit zu überwinden und sich mit Freude zu bewegen. Trotz bestehender Einschränkungen, die jeder mehr oder weniger mitbringt, wollen wir eine Steigerung des Wohlbefindens und damit auch ein Mehr an Gesundheit und Lebensqualität erreichen.

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