Theater

Freilichtbühne Hallenberg hofft weiter auf Passion 2021

Die Passion ist nicht einfach nur ein Schauspiel. Mit Leib und Seele hängen die Hallenberger an ihrer Passsion, die sie auf 2021 verschieben mussten (Bild Szener aus 2010).

Die Passion ist nicht einfach nur ein Schauspiel. Mit Leib und Seele hängen die Hallenberger an ihrer Passsion, die sie auf 2021 verschieben mussten (Bild Szener aus 2010).

Foto: Thomas Winterberg / WP

Hallenberg.  Ein Tempel aus Holz als äußeres Zeichen der Hoffnung. Warum die Freilichtbühne Hallenberg 2021 auf jeden Fall ihre Passion spielen möchte.

Im Theater liegen bekanntlich die Bretter, die die Welt bedeuten. Auf der Freilichtbühne Hallenberg machen momentan ein paar schlichte Holzbretter zumindest etwas Hoffnung darauf, dass es vielleicht doch 2021 weitergehen könnte. Aus ihnen, aus Nägeln, Balken und menschlicher Energie ist in den letzten Wochen der Tempel von Jerusalem gebaut worden. Den hätte man schon in diesem Jahr für die Passions-Spiele gebraucht, die alle zehn Jahre stattfinden und dann bis zu 40.000 Zuschauer in die Nuhnestadt locken. Doch Corona hat dies verhindert.

Auf bessere Zeiten hoffen

Nun hoffen die Hallenberger gespannt auf bessere Zeiten – auch wenn es aktuell nicht danach aussieht. „Der Probenbetrieb ruht natürlich nach wie vor. Aber wir haben in diesem Jahr trotzdem schon einiges geschafft und müssen im nächsten Jahr nicht bei Null anfangen“, sagt Bühnensprecher Georg Glade. Die Absage der kompletten Saison war dem Theater nicht leicht gefallen. Aber im April sah sich der Vorstand dann doch zu dem Schritt gezwungen, den nahezu alle Freilichtbühnen gehen mussten. Längst stehen die neuen Termine fest. 32 sind es zwischen dem 30. Mai und dem 4. September. Zusatzaufführungen sind je nach Resonanz nicht ausgeschlossen. Und auch der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker hat sein Kommen zur Premiere erneut zugesagt.

Abstand halten

Exakt 1424 Sitzplätze hat der fast komplett überdachte Zuschauerraum – und die sind in Passions-Jahren fast immer belegt. Sollte sich die Corona-Lage bis zum Frühjahr nicht entspannen, müsste auch die Bühne einen Plan B entwickeln. Eine erneute Saison-Verschiebung wäre mehr als ärgerlich, zumal das Theater 2021 auf sein 75-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Natürlich könnte die Bühne theoretisch und praktisch nur jede zweite Sitzreihe belegen und erforderliche Abstände einhalten. Schwieriger würde es aber mit dem „Begegnungsverkehr“ und einem separaten Ein- und Ausgang. Und selbst bei nur 700 Zuschauern müsste in der Pause - sofern eine erlaubt wäre - vor den Toiletten große Disziplin herrschen. Und was ist mit der Bratwurst aus dem Heimstudio?

Auch für die Darsteller würde sich bei anhaltender Pandemie-Gefahr vieles ändern: Vielleicht müssten sie sich zu Hause kostümieren und schminken oder zu fest getakteten Zeiten in Garderobe bzw. Maske erscheinen. Das Abstand-Halten auf der 90 Meter breiten und 15 Meter tiefen Bühne dürfte möglich sein. All das sind Fragen, mit denen man sich am liebsten gar nicht beschäftigen möchte, die aber immer wieder mal diskutiert werden - zum Beispiel dann, wenn sich die Bühnenmitglieder unter Einhaltung der Auflagen zum Waldfest treffen. Denn neben der Abstinenz vom Spielbetrieb bedeutet die Corona-Zwangspause für die Mitwirkenden vor und hinter der Bühne auch einen Verzicht auf soziale Kontakte, die gepflegt werden wollen. Schließlich gibt es ein Leben auf und hinter der Bühne.

Optimismus ist gefragt

Optimismus ist gefragt – und den zeigen die treuen Zuschauer. Schon jetzt liegen rund 5000 Kartenbestellungen vor. Die Programmhefte sind noch nicht gedruckt, aber die Druckvorlagen mit den neuen Terminen liegen bereit. Und die Fertigstellung des Tempels ist ein schönes sichtbares Zeichen der Hoffnung darauf: 2021 wird gespielt. Die Schluss-Szene aus „Kohlhiesel’s Töchter“ - 2019 als Welturaufführung in Hallenberg - bekommt in dem Zusammenhang eine neue Bedeutung: „Was morgen bringt werden wir seh‘n, wir werden alles übersteh‘n. Alles wird gut, wir glauben dran.“

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