Kultur

Freilichtbühne Hallenberg zählt 28.000 Besucher

Finale auf der Freilichtbühne mit allen Beteiligten der Spielzeit.   

Finale auf der Freilichtbühne mit allen Beteiligten der Spielzeit.   

Foto: Freilichtbühne

Hallenberg.  Die Saison auf der Freilichtbühne Hallenberg ist zu Ende. 28.000 Besucher sahen „Peter Pan“ und „Kohlhiesels Töchter“. Jetzt kommt die Passsion.

Die Saison auf der Freilichtbühne in Hallenberg ist beendet. Insgesamt 27.982 Zuschauer kamen in diesem Jahr und waren begeistert von „Peter Pan“ (12.972 Zuschauer) im Familien- und „Kohlhiesels Töchter“ (15.910) im Erwachsenentheater. Im kommenden Jahr spielt Hallenberg – wie alle zehn Jahre – die Passion.

Als am Samstagnachmittag noch einmal alle rund 130 Akteure beider Stücke in Kostümen auf die Bühne traten, flossen Tränen der Freude und Tränen der Trauer. Gefreut haben sich die Darsteller über den tosenden Beifall und den sehr guten Zuspruch in beiden Stücken. Zugleich hieß es aber auch Abschied nehmen von den Rollen, die den Spielern im Laufe der letzten Monate ans Herz gewachsen waren. Noch einmal spendeten rund 900 Besucher Applaus im Stehen und sangen zum Schluss nach alter Tradition mit den Spielern das „Lobe den Herren!“.

Wagnis eingegangen

28.000 Zuschauer in der Saison ist eine wirklich gute Zahl. „My fair Lady“ sahen im vergangenen Jahr 15.825 Zuschauer und zu „Heidi“ kamen 12.763 Theaterfreunde. Der „Glöckner von Notre Dame“ brachte es 2002 auf 16.984 Besucher und „Die Feuerzangenbowle“ in 2006 auf 15.540, um nur mal ein paar Vergleichszahlen zu nennen. Die Passionen fallen natürlich aus dem Rahmen – allein schon, weil sie viel mehr Aufführungstermine haben. Rund 40.000 Zuschauer kommen im Schnitt zu den Passionsspielen.

„Wir sind mit der Bilanz überaus zufrieden, zumal die Spielzeit eine besondere war. Wir hatten zwei neue Stücke, die das Publikum sonst anders kennt. Mit ,Kohlhiesels Töchter‘ als Musical-Inszenierung und als Welt-Uraufführung sind wir ein Wagnis eingegangen, das sich schlussendlich sehr gelohnt hat. Und auch beim Kinderstück hatten wir eine moderne Textfassung von Bärbel Kandziora, die sie darüber hinaus sehr gut umgesetzt hat. Hinzu kam die eingängige, neue Musik von Stefan Wurz, die sehr gut angekommen ist“, bilanziert Bühnensprecher Georg Glade. Und: Das Wetter passte, die Spieler kamen fast trocken durch die Saison.

Nach dem Spiel, ist auch im Theater vor dem Spiel und daher war Regisseur Florian Hinxlage gestern gedanklich schon wieder einen Schritt weiter. „Ich bin glücklich und beseelt nach dieser hervorragenden Saison. Ich hatte ein phantastisches Ensemble, danke dafür! Aber jetzt schauen wir nach vorne auf 2020 und auf die Passion.“

Casting im November

Bereits vom 15. bis 17. November soll das Casting für die Rollenverteilung sein. Schon im Oktober gibt es ein Treffen für das Bühnenbild. „Wir werden viele Rollen zu besetzen haben und bei 32 geplanten Aufführungsterminen ist das nochmal eine Herausforderung“, so Hinxlage, der damit zum dritten Mal in Hallenberg Regie führen wird.

Zu viel möchte er von der Passion 2020 noch nicht verraten, aber Stefan Wurz, musikalischer Leiter an der Bühne, wird eine eigene Musik komponieren. Hinxlage: „Es wird kein Musical, aber die Musik wird der Passion einen ganz eigenen und einzigartigen Charakter geben.“ Textlich wird wieder die Fassung gespielt, die Wilhelm Wünnenberg verfasst hat. Neu wird sein, dass in der Passion ein Erzähler vorkommt.

Wie sehr die das Stück um Leidensgeschichte Christi auch in der heutigen Zeit noch berührt, zeigen die Vorbestellungen. Schon jetzt sind knapp 5000 Karten geordert. Zur Premiere wird übrigens der Paderborner Erzbischof kommen.

Jesus kommt auf einem Esel

Die Zuschauer dürfen sich auf eine klassische Inszenierung freuen. „Und dazu gehört es auch, dass Jesus auf einem Esel in Jerusalem einzieht“, sagt Regisseur Hinxlage Die Tierrechtsorganisation PETA hatte im Passions-Festspielort Oberammergau gefordert, die Passion ohne den Einsatz vor Tieren zu inszenieren. Jesus könne ja auch mit einem E-Scooter einziehen.

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