Serientäter

Fünfte Tat des Thülener Feuerteufels: Täter zündet Auto an

In Thülen schlägt in der Nacht auf Freitag erneut ein Brandstifter zu. Diesmal setzt er ein Auto in Brand.

Foto: Boris Schopper

In Thülen schlägt in der Nacht auf Freitag erneut ein Brandstifter zu. Diesmal setzt er ein Auto in Brand.

Thülen.   Der Serienbrandstifter schlägt in der Nacht zu Freitag am „Thülener Bahnhof“ zu. Er zündet ein Auto an. Die betroffene Familie ist geschockt.

Als Sabine W. nachts um kurz vor 2 Uhr aufsteht, um etwas zu trinken, sieht sie beim Blick durchs Küchenfenster einen orangefarbenen Schein. Es ist das Auto ihres Sohnes Sebastian. Es brennt.

Schwarze Rauchschwaden drücken nach draußen. Sabine W. weckt ihre Familie. Sie löschen den Brand mit einem Feuerlöscher, der im Schuppen steht. Dann rufen sie die Polizei. „Ich bin fassungslos und geschockt“, sagt Sabine W.

Brandermittler nimmt die Arbeit auf

Noch in der Nacht fahren Streifenwagen am sogenannten „Thülener Bahnhof“, der ehemaligen Gaststätte Bürger, am Nehdener Weg vor. Ein Brandermittler nimmt die Arbeit auf. Am Freitagmorgen ist klar: Es war Brandstiftung. Es ist vermutlich das fünfte Mal seit dem 26. August, dass der Feuerteufel in Thülen zuschlägt. Zuletzt hatte er am 23. Dezember versucht, eine Scheune abzufackeln – diesmal ohne Erfolg. Schlug der Täter deshalb nach so kurzer Zeit erneut zu?

„Ob die Tat im Zusammenhang mit der Brandserie in Thülen steht, ist Bestandteil der kriminalpolizeilichen Ermittlungen“, sagt Polizeisprecher Holger Glaremin. Erhebliche Zweifel, dass die jüngste Brandstiftung im Zusammenhang mit dem Serientäter steht, hat die Polizei aber nicht. Bislang hatte der Täter Scheunen oder in einem Fall Strohballen angezündet. Diesmal vergriff er sich an einem Auto.

Das Feuer konnte Sauerstoff ziehen

Der metallic-türkisfarbene Subaru Justy, Baujahr 1996, stand auf dem Grundstück der Familie an der stillgelegten Bahnlinie, rund drei Meter entfernt von dem Einfamilienhaus an der nach Thülen führenden Straße Zur Heide. „Nicht auszudenken, was hätte passieren können, wenn das Feuer auf unser Haus übergegriffen hätte“, sagt Sabine W. Zwei weitere Autos standen auf dem Grundstück – etwas näher am Wohnhaus geparkt. Der Brandstifter suchte sich das älteste Modell aus. Ob ein Brandbeschleuniger benutzt wurde, dazu sagte die Polizei am Freitag nichts.

Innenraum des Subaru ist ruiniert

Der Innenraum des Subaru ist ruiniert. Vermutlich hat der Täter den Fahrersitz in Brand gesteckt. Dann lehnte er die Fahrertür an, so dass das Feuer Sauerstoff ziehen konnte. Der Fahrersitz ist komplett versengt, das Lenkrad und die Scheiben sind tiefschwarz verkohlt. Das Armaturenbrett ist verrußt und teilweise verzogen. Vom Dachhimmel hängen schwarze Fäden, die Innenseite der Fahrertür ist von der Hitzeentwicklung angesengt. Es stinkt nach verbranntem Plastik. „Das Auto ist nur noch Schrott“, sagt Sebastian W.

Die Polizei, die seit Beginn der Serie in Thülen verstärkt Streife fährt, bittet die Thülener Bevölkerung um Mithilfe. Da sich der Brandort etwas außerhalb von Thülen befindet, ist es möglich, dass der Täter mit einem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs war und nachts gesehen wurde. Die Polizei fragt: Wem ist in der Nacht zum Freitag eine verdächtige Person in der Straße „Zur Heide“ aufgefallen. Wer hat auch in der Vergangenheit verdächtige Feststellungen in Thülen machen können?

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