Lokalpolitik

Gänseessen – Was Olsberg und Berlin verbindet

Ferdi Wiegelmann, Reinhard Brüggemann, Franz Schrewe, Michel Müller, Rudolf Przygoda, Dr. Michael Schult, Peter Rosenfeld und Dirk Wiese (v.l.) kurz bevor es an die Gänse ging.

Ferdi Wiegelmann, Reinhard Brüggemann, Franz Schrewe, Michel Müller, Rudolf Przygoda, Dr. Michael Schult, Peter Rosenfeld und Dirk Wiese (v.l.) kurz bevor es an die Gänse ging.

Foto: WP

Olsberg.   Der Regierender Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, war zu Gast beim Gänseessen der SPD in Olsberg. Zentzrales Thema war die Flüchtlingskrise.

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Die Flüchtlingskrise war ein zentrales Thema beim traditionellen Gänseessen der SPD Olsberg am Freitagabend mit Ehrengast Michael Müller, dem Regierender Bürgermeister von Berlin, im Gasthof zur Post. Nicht nur das Thema Flüchtlinge macht deutlich: Zwischen Olsberg als kleine, ländliche Kommune im Hochsauerland und Berlin als Metropole liegen zwar Welten. Doch die kommunalen Herausforderungen in vielen Bereichen sind ähnlich.

Infrastruktur, Bildung und Ausbildung, Wirtschaftsförderung oder Politikverdrossenheit – die Themen eines Lokalpolitikers in Berlin und Olsberg sind deckungsgleich. Einen wesentlichen Unterschied machte indes Michael Müller deutlich: Während das Sauerland mit einem Bevölkerungsrückgang zu kämpfen hat, muss Berlin seit Jahren Platz schaffen für immer mehr Menschen, die es in die Stadt zieht.

„Noch vor einem halben Jahr hätte ich an dieser Stelle auch den Leerstand von Häusern nennen müssen“, sagte der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Ferdi Wiegelmann. Infolge des Zustroms so vieler Menschen sei das Thema indes fast vollständig verschwunden. Ehrengast Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin, nahm den Ball auf. Rund 15 000 Flüchtlinge kommen jeden Monat neu nach Berlin. Die Standards für die Unterbringung müssten ständig nach unten korrigiert werden. An den alten Hangars in Berlin-Tempelhof würden demnächst 5000 Menschen leben.

Sicherheitsvorkehrungen

Die Problematik viele Flüchtlinge möglichst würdig unterzubringen, kennen auch die Sauerländer Kommunen. Die Suche nach Wohnraum wird immer mehr zur Herausforderung. „Die Unterbringungen erfolgen bei uns bislang nur dezentral“, so Wiegelmann, der auf das ehrenamtliche Engagement vieler Bürger verwies. „Das ist gelebte Solidarität mit fremden Menschen – aber auch gute soziale Einbindung, insbesondere in den Dörfern, so dass hier nichts aus dem Ruder läuft. Hoffen wir, dass es so bleibt“, sagte Wiegelmann, der davor warnte, die Terroranschläge von Paris mit der Flüchtlingsfrage zu verquicken.

Vor dem Hintergrund der jüngsten terroristischen Angriffe waren die Sicherheitsvorkehrungen für die Veranstaltung in diesem Jahr besonders umfangreich. Neben dem Geleitschutz für den Regierenden Bürgermeister waren beamte der Polizei im HSK vor Ort. Michael Müller reihte sich mit seinem Besuch beim Olsberger Gänseessen in die Riege prominenter Sozialdemokraten wie Sigmar Gabriel, Hannelore Kraft oder Franz Müntefering ein. Oder, wie Ferdi Wiegelmann es mit einem Augen zwinkern ausdrückte: „Es ist nur eine Frage der Zeit, dann müssen alle, die politisch in Deutschland etwas werden wollen – mindestens in der SPD – erst zum Gänseessen nach Olsberg – quasi als sozialdemokratisches Assessment Center. Du, lieber Michael, hast dieses Ticket heute gelöst und damit die Fahrkarte für die allerhöchsten Weihen in der deutschen Politik.“

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