Gastronomie

Gastronom in Winterberg: Keine Chance auf Weihnachtsfeiern

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Im vergangenen Jahr machte der Lockdown allen Weihnachtsfeiern einen Strich durch die Rechnung. In diesem Jahr laufen die Buchungen bisher schleppend.

Im vergangenen Jahr machte der Lockdown allen Weihnachtsfeiern einen Strich durch die Rechnung. In diesem Jahr laufen die Buchungen bisher schleppend.

Foto: Dpa

Hochsauerlandkreis.  Weihnachtsfeiern sind für viele Gastronomen im HSK eine wichtige Einnahmequelle. Die Buchungen laufen schleppend und es gibt weitere Probleme

Die Gastronomie im HSK hat schon lange mit vielen Problemen wie Personalmangel und Corona-Beschränkungen zu kämpfen. Langsam erholt sich die Branche. Und viele Gastronomen hoffen jetzt auf das Weihnachtsgeschäft und Weihnachtsfeiern.

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So wie der Geschäftsführer vom Restaurant und Hotel Haus Starke in Brilon, Gökhan Lichtenwald. Der Dezember sei in der Regel der stärkste Monat, sagt er. Weihnachtsfeiern und Silvesterpartys würden das Geschäft dann erheblich ankurbeln. Das sei ihm noch einmal schmerzlich klar geworden, als wegen des Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr alle Feiern abgesagt werden mussten. Da haben man einen hohen Netto-Verlust gehabt“ sagt Lichtenwald.

Viele warten bis Dezember

Er hoffe nun, dass in diesem Jahr wieder viele Veranstaltungen in seinem Haus stattfinden können. Der September und Oktober seien bisher schon recht umsatzstark gewesen, sagt der Geschäftsführer. Doch der November sei seiner Meinung nach ein „schwarzer Monat“ in der Gastronomie. „Viele halten ihr Geld zurück und warten bis zum 1. Dezember“. Bisher sei er deshalb mit den Buchungen für die Weihnachtsfeiern noch nicht so zufrieden.

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Viele Firmen blieben noch zurückhaltend, was das organisieren von Festen angehe. Bisher habe er erst drei Weihnachtsfeiern registriert. In der Vor-Corona-Zeit hätten im Haus Starke zwischen 20 und 30 Veranstaltungen stattgefunden. Gökhan vermutet, dass viele Unternehmen noch davor zurückscheuen, mit vielen Mitarbeitern zusammenzukommen. Außerdem hätten die Firmen wegen Corona Verluste gemacht. Dann fehle halt das Geld, sagt er. Hinzu komme, dass noch nicht jeder geimpft sei. Er selbst verspricht seinen eigenen Mitarbeitern: „Wenn bei mir alle geimpft sind machen wir eine Feier“, sagt er.

Noch ist die Deko im Bistro Café am Markt in Brilon herbstlich gestaltet. Doch der 34-jährige Inhaber Victor Wolf denkt auch schon an das kommende Weihnachtsgeschäft. Es gebe bereits eine große Buchung für 30 Personen, sagt er. Für die Vorweihnachtszeit werde man sich dann überlegen, was man noch an passenden Speisen anbieten könne. Interesse und erste lose Anfragen habe es zumindest schon gegeben.

Wichtig aber nicht existenziell

Auch Evgeni Tzima vom griechischen Restaurant Zorbas in Brilon sagt, dass auch sie bereits Anfragen für Weihnachtsfeiern habe. Die Feste gingen im November los und erstrecke sich bin in den Januar hinein. Noch seien sie aber nicht ausgebucht. Das macht Tzima aber nicht nervös. Weihnachtsfeiern würden zwar für das Geschäft wichtig sein - aber nicht existenziell: „Wir haben sehr viele Stammkunden, die zu uns kommen“, sagt sie.

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Jan Homann freut sich regelrecht auf die Vorweihnachtszeit. Seit zwei Wochen ist die Homberg Jause in Winterberg-Züschen geöffnet. „Wir sind bereit für die Weihnachtsfeiern“, sagt Homann. Sein Betrieb sei sogar einer der wenigen, die auch im November in Winterberg noch geöffnet hätten. Es gebe schon diverse Buchungen von Firmen, Stammtischen und Kegelvereinen. Die Weihnachtszeit biete dem Gastronomen nun die Möglichkeit sich zu etablieren und die Gäste von der urigen Einrichtung und dem Essen wie Wild aus der Region, Käsespätzle und Kaiserschmarrn zu überzeugen.

Alarmierende Situation im Nudelhaus

Dagegen ist die Situation im Nudelhaus in Winterberg alarmierend. „Bei uns kann man dieses Jahr keine großen Weihnachtsfeiern buchen“, sagt Inhaber Steve Brack. Der Betrieb laufe jetzt schon am absoluten Limit. Man sei froh, dass man das Geschäft gerade überhaupt noch am Laufen halten könne. Grund sei der Personalmangel. „Ich bekomme einfach keine Leute“, sagt Brack. Deshalb nehme er auch nur noch Gruppenreservierungen bis zu sechs Leuten an.

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