Gartenserie

Geheimer Garten in Brilon hat einen Fahrstuhl als Schaukel

Im Garten von Ursula Götte befindet sich eine Schaukel, die früher von Dachdeckern benutzt werden konnte. Katja Voss

Im Garten von Ursula Götte befindet sich eine Schaukel, die früher von Dachdeckern benutzt werden konnte. Katja Voss

Brilon.  Ursula Götte lädt zur Generalprobe der Hansetage in ihren Garten ein. Dort gibt es neben Tieren auch Equipment von Dachdeckern zu bewundern.

Morgens geht der erste Blick von Ursula Götte gen Himmel. „Ich brauche keine Wetter-App.“ Das Wetter hat schon im Berufsleben der Dachdeckermeisterin aus Brilon lange eine wichtige Rolle gespielt. Auch jetzt im Ruhestand achtet sie auf die meteorologischen Gegebenheiten - denn die Gartenarbeit treibt sie täglich nach draußen.

Den Erfolg können Besucher beim Tag der Offene Gärten am Samstag, 13. Juli, von 14 bis 18 Uhr selbst begutachten. Der Garten von Ursula Götte ist sozusagen ein Familienerbstück mit einem besonderen Hingucker.

Blick auf die blühenden Blumen

Die ersten Beete hat ihr Vater, ebenfalls Dachdeckermeister, angelegt - so hat sich der Garten über viele Jahrzehnte entwickelt. „Mein Vater war der Ästhet. Das hat er an mich weitervererbt.“ Das ist in vielen Ecken auch an kleinen Details zu erkennen.

Das großes Grundstück ist in verschiedenen Bereiche aufgeteilt: Beim Eingangsbereich des Hauses beginnt ein kleiner Teich und ein weitläufiger Rasen mit Bepflanzung an den Rändern sowie einigen Obstbäumen. Von dort geht es über eine kleine Treppe in einen klassischen Garten mit kleinen Beeten, die von niedrigen Buxhecken eingefasst werden.

Dank des Sitzplatzes kann jetzt im Sommer der Blick auf die blühenden Blumen genossen werden. Ein absoluter Hingucker in diesem Gartenbereich ist die große Trauerweide, deren Äste eine ungewöhnliche Schaukel tragen: Ein alter Fahrstuhl, den Dachdecker früher als Flaschenzug zum Transport von Schieferplatten und Werkzeug benutzt haben, schwingt sachte im Wind. Das Gerät kam zum Beispiel zum Einsatz, wenn die Handwerker an Kirchtürmen gearbeitet haben. Solche Details machen den Garten sehr charmant.

Hühner im Garten

Neben dem akkurat und filigran angelegten Gartenabschnitt befindet sich eine große Rasenfläche mit kleinen Häuschen - dort leben die drei Hühner und produzieren fleißig Eier. An die Hühnerwiese grenzt ein Nutzgarten. In langen Reihen wachsen dort Salat, Möhren, Lauch und anderes Gemüse. Kräuter und Kartoffeln baut Götte ebenfalls an.

Die Farbpalette im Garten von Ursula Götte reicht von Rosa über Violett und Purpur bis hin zu verschiedenen Blautönen. Neben verschiedenen Frühjahrsblühern, und Sommerstauden sind auch Rosen über den ganzen Garten verteilt zu finden - sie entfalten ihren romantischen Zauber jetzt im Sommer.

Gartenarbeit als Entspannung

So eine große Fläche bedeutet auch einen großen Einsatz, damit alles wächst und gedeiht. „Gartenarbeit ist für mich Entspannung, ich mache es gern“, sagt Ursula Götte. In ihrem grünen Refugium gibt es immer etwas zu tun. „Ich bin jeden Tag hier draußen - schon allein wegen des Nutzgartens.“

An manchen Tagen ist auch bei der Brilonerin die Motivation vielleicht nicht ganz so groß. Aber der Natur beim Wachsen zuzuschauen und die Erfolge der eigenen Arbeit mit Hake und Schaufel zu sehen - das belohnt jeden Gärtner. „Beim Gärtnern ist der Weg das Ziel“, betont Götte und kann sich ein kleines Schmunzeln dabei nicht ganz verkneifen.

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