PLANUNGEN

Hängebrücke kann alternativ beim Stryck-Tal gebaut werden

Bei der Vorstellung der ersten Planungen für die Diemelseer Hängebrücke im vorigen Jahr: der Willinger Hotelier Gert Göbel, Bürgermeister Volker Becker und der Planer Detlef Schmidt.

Foto: Karl

Bei der Vorstellung der ersten Planungen für die Diemelseer Hängebrücke im vorigen Jahr: der Willinger Hotelier Gert Göbel, Bürgermeister Volker Becker und der Planer Detlef Schmidt. Foto: Karl

Diemelsee/Willingen.  Investoren könnten sich einen Standort in Willingen nahe der Sprungschanze vorstellen. Gemeinde Diemelsee möchte an den See-Plänen festhalten.

Die Planungen für die Hängebrücke über den Diemelsee laufen weiter. Die Diemelseer Gemeindevertreter haben eine Änderung des Flächennutzungsplanes beschlossen. Doch die Investoren der „Skyline“-Beteiligungsgesellschaft prüfen inzwischen auch einen alternativen Standort: im Stryck-Tal bei Willingen. Das bestätigte auch Geschäftsführer Ulrich Keudel: es habe „erste Vorgespräche“ gegeben.

„Alle Behörden und die Gemeinde Diemelsee unterstützen uns super bei der Erschließung am Diemelsee“ betonte Keudel. Doch die Gesellschafter hätten ein Problem: die Zeit. Selbst bei einem optimistischen Verlauf des Genehmigungsverfahrens sei mit einem Baubeginn in diesem Jahr wohl nicht mehr zu rechnen.

Weitere Verzögerungen

Und weitere Verzögerungen sind nicht ausgeschlossen: Wie berichtet, hat der Naturschutzbund in Stellungnahmen zum Bauleitverfahren eine Reihe von Bedenken zu Protokoll gegeben. Sie reichen von der Anbindung der Brücke an den Berg „Sankt Muffert“ bis zum Verkehrskonzept. Jede Umplanung kostet Zeit und Geld. Und Klagen sind durchaus denkbar.

Zweiter Aspekt: „Auch das Risiko des Geschäftsplanes steigt mit jeder Investition in die Infrastruktur, ohne dass dadurch zusätzliche Einnahmen generiert werden“, erklärt Keudel. Gemeint ist damit der Aufwand, der am Diemelsee erforderlich ist. Wie berichtet, soll am Ende der Brücke am Hohen Rade ein Lokal mit Aussichtsplattform und Toiletten gebaut werden.

Laut Verkehrskonzept muss zudem ein Parkplatz mit 680 Stellflächen gestellt werden, denn auch die Zufahrt muss geregelt werden. All diese Investitionen kosten Geld.

Investitionen entfallen im Stryck-Tal

Allein die Gemeinde hat im Haushalt dieses Jahres für die Erschließung mit Kanalisation und Wasserleitungen rund 400 000 Euro eingeplant.

Diese Investitionen sollen im Stryck-Tal entfallen, weil die Investoren-Gesellschaft die vorhandene Infrastruktur mitnutzen könnte – ob Parkplätze, Leitungen oder Einrichtungen an der Mühlenkopf-Schanze. Sie würde nach ihren Vorstellungen lediglich die Hängebrücke bauen.

Es solle zwischen den Gemeinden Diemelsee und Willingen aber „keine Konkurrenzsituation entstehen“, hebt der Geschäftsführer hervor. Die Prüfung eines Standortes bei Willingen bedeute nicht das „Aus“ für den Diemelsee: „Wir glauben an den ,Brücken-Tourismus’ als Teil eines schonenden Wander- und Naturtourismus“, erklärte Keudel. „Wir können uns vorstellen, in naher Zukunft eine zweite Brücke zu bauen.“ Daher will die Gesellschaft die Bauleitplanungen am Diemelsee weiter laufen lassen. Auch Willinger Politiker kennen die Absicht.

Vorbereitungen seit einem Jahr

Zur Erinnerung: Seit einem Jahr laufen die Planungen für die Diemelsee-Brücke. Fast genau vor einem Jahr stellten der Willinger Hotelier Gert Göbel und Bürgermeister Volker Becker in Heringhausen die Idee vor: Private Investoren wollen eine Hängebrücke über den Diemelsee bauen. Mit 400 Metern soll es die längste Fußgängerbrücke Deutschlands werden - diesen Rekord haben andere Gemeinden mit ihren Planungen inzwischen getoppt.

Der Bau soll eine neue Touristenattraktion werden und tausende Besucher an den Diemelsee locken. Die an Seilen hängende Konstruktion würde vom Berg „Sankt Muffert“ übers Wasser bis zur Halbinsel „Hohes Rad“ führen. Dort soll ein Basisgebäude mit Gastronomie, Aussichtsplattform und Toiletten entstehen.

Bereits im Februar 2017 stimmten die Gemeindevertreter dem Projekt zu und beschlossen, die Bauleitplanung in die Wege zu leiten. Im April meldeten sich Naturschützer kritisch zu Wort, im Planverfahren legte der Naturschutzbund umfangreiche Stellungnahmen voller Bedenken vor.

Vier-Millionen-Euro-Investition

Im Mai 2017 stellten die Gründer der Beteiligungsgesellschaft „Skyline Diemelsee“ möglichen Investoren die Planungen vor. Sie umfassen ein Ausflugslokal mit 150 Innen- und 300 Außenplätzen und einen Abenteuerspielplatz. Gesamtinvestition: etwa vier Mio. Euro. Die Gesellschafter hofften, das Baurecht im Frühjahr 2018 zu erhalten und die „Skyline“ im Herbst 2018 eröffnen zu können. Geschäftsführer sind Melanie Wilke, Björn Becker, Arndt Brüne, Markus Göbel und Ulrich Keudel. Im Dezember 2017 nahmen die Gemeindevertreter das Verkehrsgutachten „positiv zur Kenntnis“.

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