Gericht

Haftstrafe nach Messerattacke für Mädchen (15) aus Olsberg

Die Polizei vor Ort am 17. August 2017.

Foto: Boris Schopper

Die Polizei vor Ort am 17. August 2017. Foto: Boris Schopper

Olsberg/Arnsberg.   Ein Mädchen (15) aus dem Raum Olsberg ist zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Sie hatte einen Freund mit einem Messer verletzt.

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Ein Mädchen (15) aus dem Raum Olsberg ist am Mittwoch vor dem Landgericht Arnsberg zu einer zweijährigen Jugendstrafe ohne Bewährung verurteilt worden. Das Mädchen hatte am 17. August vergangenen Jahres in der elterlichen Wohnung einen Bekannten aus Bestwig mit einem Messer schwer verletzt. Der Junge war in ein nahe gelegenes Autohaus geflüchtet.

Haftbefehl vom Gericht aufgehoben

Verurteilt wurde die 15-Jährige wegen gefährlicher Körperverletzung, weil sie den Jungen nicht vorsätzlich attackiert hatte. Damit folgte die Kammer der Argumentation des Verteidigers des Mädchens. Der Briloner Rechtsanwalt Oliver Brock hatte am ersten Verhandlungstag in Zweifel gezogen, dass die 15-Jährige vorsätzlich gehandelt hat. Die Anklage lautete auf versuchten Totschlag. Da die Angeklagte minderjährig ist, tagte die 6. Große Strafkammer nichtöffentlich. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Staatsanwalt fordert drei Jahre Jugendhaft

Der Haftbefehl wurde aber aufgehoben, sagte der Briloner Rechtsanwalt Oliver Brock auf Nachfrage dieser Zeitung. „Das ist zunächst einmal gut. Denn die Familie konnte jetzt zusammen nach Hause fahren. Das war ein sehr emotionaler Moment.“ Ob das Urteil – und die Haftstrafe – akzeptiert wird, werde die Familie in den kommenden Tagen beraten. Möglich sei jetzt noch eine Revision vor dem Bundesgerichtshof, so Brock.

Der Briloner Rechtsanwalt hatte am dritten und letzten Verhandlungstag eine 18-monatige Haftstrafe auf Bewährung gefordert. Die Staatsanwaltschaft hatte im Plädoyer drei Jahre Jugendhaft gefordert. Die Kammer sei der Ansicht gewesen, dass die bisherige Untersuchungshaft positive Auswirkung auf die Entwicklung des Mädchens gehabt habe. Daher habe das Gericht die Strafe nicht zur Bewährung ausgesetzt, so Brock.

Das geschah im Sommer 2017

Drei Jugendliche hatten im August des vergangenen Jahres bei dem Mädchen übernachtet; die Eltern waren nicht zu Hause. Nachdem sich das spätere Opfer an einer Scherbe geschnitten hatte, war es zum Streit gekommen, in dessen Verlauf das Mädchen den Jungen mit einem Messer verletzt haben soll. Laut Rechtsmedizin waren es zwei nicht lebensbedrohliche Stiche: einer ein Zentimeter tief im Brustbein und einer vier Zentimeter tief im Schulterbereich.

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