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Hallenberg - schwarzweißes Fachwerk vor grüner Waldkulisse

Der Marktplatz mit Pfarrkirche St. Heribert (von
1250), dem Petrusbrunnen
von 1756 und dem Infozentrum Kump.

Der Marktplatz mit Pfarrkirche St. Heribert (von 1250), dem Petrusbrunnen von 1756 und dem Infozentrum Kump.

Hallenberg.   Im Gebiet des Naturschutzgebietes der „Medebacher Bucht“ liegt Hallenberg. Als Grenzfeste des kurkölnischen Landesherren gegründet, ist Hallenberg heute mit insgesamt rund 4.700 Einwohnern in seinen Ortsteilen Hallenberg, Braunshausen, Hesborn und Liesen die dritt kleinste Stadt Westfalens.

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Am Südostrand des Rothaargebirges, im Gebiet des Naturschutzgebietes der „Medebacher Bucht“, liegt das Städtchen Hallenberg. Vor fast 800 Jahren als Grenzfeste des kurkölnischen Landesherren gegründet, ist Hallenberg heute mit insgesamt rund 4.700 Einwohnern in seinen Ortsteilen Hallenberg, Braunshausen, Hesborn und Liesen die dritt kleinste Stadt Westfalens.

Hallenbergs historischer Stadtkern mit seinen malerischen Fachwerkhäusern zeigt noch heute im typisch ringartig angelegten Straßenverlauf seinen Ursprung um Burg, Kirche und Marktplatz. Von den ehemaligen Hallenberger Stadtvierteln, den sogenannten Quartalen, zeugt noch das Backhaus des Quartals „Burg“, in dem wie vor Jahrhunderten das charakteristische Hallenberger Backhausbrot gebacken wird. Mittelständische Industrie- und Handwerksbetriebe (Sitzmöbel, Autofelgen, Aufzüge, Holz- und Metallverarbeitung) bilden heute das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt.

Unterhaltsames Sommertheater auf der Freilichtbühne

Und auch die Landwirtschaft ist nach wie vor von einiger Bedeutung. Ein wachsender Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr. Die Lage am Rand des Rothaargebirges bietet Wanderern und Radfahrern die besten Möglichkeiten für schöne Touren in einer hügeligen und waldreichen Umgebung.

Buchtipp Für sportliche Aktivitäten stehen gespurte Langlaufloipen im Winter sowie Sportplätze, ein Hallen- und ein Freischwimmbad bereit. Mit besonderer Sorgfalt wird in Hallenberg das überlieferte Brauchtum gepflegt: Hallenberg ist als Marienwallfahrtsort mit jährlich gefeiertem „Muttergottestag“ sowie durch seine Osterbräuche weithin bekannt. Überregionale Bekanntheit hat sich auch die Freilichtbühne erworben, die seit fast sechs Jahrzehnten mit Kinder- und Erwachsenenstücken unterhaltsames Sommertheater für Groß und Klein bietet.

Ein untergegangenes Dorf als Ortskern

Gründung und Namensgebung verdankt die Stadt Hallenberg ihrer besonderen Lage: Auf einem Bergsporn, einer „Halde“, im Mündungswinkel der Flüsschen Nuhne und Weife, bot sich ein geeignetes Gelände zur Anlage einer Festung im Auftrag des Kölner Erzbischofs und Landesherrn des Herzogtums Westfalen, Konrad von Hochstaden. Diese Burg trug zur Sicherung der Territorialgrenzen des Herzogtums Westfalen gegen die Landgrafschaft Hessen und die Grafschaften Waldeck und Sayn-Wittgenstein bei. Entsprechende Landes- und Konfessionsgrenzen bestehen bis in die heutige Zeit.

Ursprünglicher Kern von Hallenberg ist das untergegangene Dorf Merklinghausen, das sich seit dem 11. Jahrhundert um eine vom Deutzer Benediktiner-Kloster abhängige Siedlung entwickelt hatte. Nach der Zerstörung der neu gegründeten Stadt durch Otto von Waldeck und ihrem Wiederaufbau um 1300 wurde der ovalförmige Siedlungsbereich der Stadt mit einer Ringmauer umgeben, die durch mehrere Türme verstärkt wurde, wahrscheinlich sieben an der Zahl. Zwei Doppeltore, benannt nach den ersten Kirchenpatronen, sicherten den Zugang im Norden und Süden.

Vom 2. Weltkrieg fast komplett verschont

Bewegte Zeiten brachten das 16. und 17. Jahrhundert. Zu nennen sind hier der Stadtbrand von 1519, die Pestepidemie von 1540–1542, die Reformation. Der Dreißigjährige Krieg richtete auch in Hallenberg mit Brandschatzungen, Plünderungen etc. großen Schaden an. Von 1802 bis 1816 kam Hallenberg zur Landgrafschaft, später Großherzogtum, Hessen- Darmstadt. In dieser Zeit kam auch der Befehl zum Abbruch der Stadtbefestigung.

Tipps Im Jahr 1816 kam Hallenberg dann zum Königreich Preußen. Die beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts forderten auch Opfer in Hallenberg. Im Zweiten Weltkrieg gab es in Hallenberg fast keine Gebäudeschäden. Nach dem Krieg entstand in einem Steinbruch nördlich der Stadt die Hallenberger Freilichtbühne. Nach der kommunalen Neugliederung 1975 besteht die Stadt neben dem Ort Hallenberg aus den Stadtteilen Hesborn, Liesen und Braunshausen.

Sehenswertes bei einem Stadtrundgang durch Hallenberg 

P Parkplatz: Am Marktplatz oder hinter dem Rathaus

1. Der Marktplatz ist Ausgangspunkt des Rundganges. Zusammen mit dem Petrusbunnen (2) und der St. Heribert-Pfarrkirche (4) bildet er den Mittelpunkt des alten Hallenberg.

2. Der Petrusbrunnen von 1756 (Oberkump). Er diente der Wasserversorung der Stadt. Die Petrusfigur ist aus dem Jahr 1903.

3. Haus Kump: Kaufmannshaus, Gaststätte, Infozentrum. Teile des Gebäudes stammen aus dem 18. Jahrhundert, die repräsentative Fassade mit Türmchen aus dem Jahr 1909. Heute Informationszentrum, Museum und Veranstaltungsgebäude.

Tipps 4. St. Heribert-Pfarrkirche, Mitte 13. Jh. Sehenswert sind die Renaissance-Fresken aus dem Jahr 1558.

5. Rathaus: Als Volksschule 1843 gebaut und 1936 erweitert. Seit 1979 als Rathaus genutzt.

6. Backhaus des Quartals „Burg“ (um 1600). Letztes erhaltenes Quartals-Backhaus. Noch heute wird dort Brot gebacken.

7. Burgplatz: Standort der ursprünglichen Burganlage, die 1259 fertiggestellt gewesen sein muss. Gebäude und Wehranlagen sind heute spurlos verschwunden.

8. Vierzehn-Nothelfer-Kapelle, entstanden 1722. Die Ursprünge der Kapelle sind vermutlich auf einen mittelalterlichen Pestfriedhof zurückzuführen.

9. Antoniusstein, 1777. Bildstock zu Ehren des hl. Antonius, dem Schutzheiligen gegen ansteckende Krankheiten bei Mensch und Tier.

10. Fachwerkhaus Ortstraße 4: 1818 grundlegend renoviert mit selbstbewusstem Stolz vermittelnden Fachwerkinschriften.

11.–13. Fachwerkhäuser in der Petrusstraße, 17.–19. Jahrhundert. Diese Häuser prägen das Bild der historischen Altstadt bedeutend mit.

14. Standort Unterkump: Hier stand bis 1903 ein weiterer Brunnen zur Wasserversorgung, der vom Petrusbrunnen aus mit Wasser befüllt wurde.

15. Stadtmauerrest: Das letzte Mauerstück der mittelalterlichen Stadtmauer.

16. Standort Untertor: Hier stand das Unter- bzw. Nikolaitor der mitt elalterlichen Stadtbefestigung. Das Tor verfügte über die Stadtuhr mit Glocke sowie ein Arrestlokal.

17. Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt: Pfarrkirche des untergegangenen Dorfes Merklinghausen, das 1002 durch Schenkung an die Benediktinerabtei in Deutz kam. Bis heute Wallfahrtskirche der jährlichen Marienwallfahrt.

18. Unterkirchplatz: Wallfahrtsgelände mit Freialtar (1946). Bis 1899 diente das Gelände als Friedhof, einige Priestergräber sind noch vorhanden.

19.–20. Fachwerkhäuser an der Merklinghauser Straße Nr. 19 ist eines der ältesten Häuser Hallenbergs aus dem Jahr 1659. Haus Nr. 15 zeigt eine reich verzierte Giebelfassade.

Buchtipp 21. Standort der ehemaligen Synagoge. Im Haus des jüdischen Kaufmanns Stessmann befand sich ein Synagogenraum, der bis 1938 genutzt wurde. Das Haus selbst wurde 1957 abgerissen.

22. Standort Obertor. Das Ober- oder Katharinentor sicherte den nördlichen Zugang zur Stadt. Es war wie das Untertor als Torhaus angelegt und beherbergte ebenfalls ein Arrestlokal.

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