Ostern

Hase zieht im Hochsauerland mit dem Christkind bald gleich

Nur drei Ostereier - der Trend bei den Ostergeschenken geht mittlerweile zu hochwertigeren Dingen.

Nur drei Ostereier - der Trend bei den Ostergeschenken geht mittlerweile zu hochwertigeren Dingen.

Hochsauerland.   Immer häufiger kaufen Menschen zusätzlich Sachgeschenke, um Familie und Freunden eine Freude zu machen. Läuft Ostern Weihnachten den Rang ab?

Ein Osterhase aus Schokolade, bunt angemalte Eier und weitere Süßigkeiten in einem Strohnest oder -körbchen. Für viele Menschen sieht so das typische Osternest aus. Aber: Immer öfter kaufen die Menschen zusätzlich kleine Sachgeschenke, um Familie und Freunden eine Freude zu machen. Besonders in den Nestern der Kinder verbirgt sich oft neues Spielzeug. Der Einzelhandel profitiert vom Ostergeschäft. „Neben Weihnachten ist es mit die wichtigste Zeit“, so Karina Brühmann vom Einzelhandelsverband Südwestfalen.

Vor allem ein Fest für Kinder geworden

Der Konsum scheint mehr in den Vordergrund zu rücken, der religiöse Aspekt in den Hintergrund. Ostern sei vor allem zu einem Fest für Kinder geworden. Der Trend gehe zu kleinen Technik- und Spielzeuggeschenken, so Brühmann. Das macht sich auch in Sauerländer Geschäften bemerkbar: Stefan Scharfenbaum von der Schatzkiste in Brilon erzählt: „Viele suchen an Ostern eine Alternative. Das ist dann meistens Spielzeug.“ Auch Schulranzen oder Bücher rund ums Thema Ostern seien beliebte Geschenke. „Extra zu Ostern kommen auch neue Spielsachen heraus. Das wird wie an Weihnachten passend getimet“, erklärt Scharfenbaum und zeigt auf ein ferngesteuertes Auto. Zwar hat das mit Ostern nichts zu tun.

Aber der Trend zeige, dass Kunden eher Dinge kaufen, die auch nach den Feiertagen noch interessant sind. „Tonies sind im Moment am beliebtesten. Das sind kleine Figuren, die als Hörspiel funktionieren, wenn man sie auf die dazugehörige Box stellt.“ Osterhasen aus Stoff oder Schafe seien hingegen weniger beliebt. Das Ostergeschäft sei für die Schatzkiste in Brilon nicht so wichtig wie Weihnachten oder die Erstkommunion.

Uhren, Schmuck und Parfum sind gefragt

Neben Spielwaren kaufen einige Menschen Uhren, Schmuck oder Parfüm, ergänzt Karina Brühmann. Im Marsberger Uhrenhaus von Walter Rentrop macht sich dies bemerkbar: „Es ist schon mehr los als sonst, aber mit Weihnachten ist es natürlich überhaupt nicht zu vergleichen. Weil aber Kommunion und Konfirmation auch mit drin hängen, merkt man es.“ Zu dieser Zeit verkaufe er vor allem kleine Kreuzanhänger und Silberarmbänder.

30 Prozent mehr Umsatz als sonst an Wochenenden

Kleine Geschenke sind gefragt, so Rainer Eiden von der Parfümerie Aurel. „Gerade hier in Winterberg wird wegen des Tourismus an Ostern mehr gekauft“, bestätigt er. In diesen Tagen mache er 30 Prozent mehr Umsatz als in einer normalen Woche. Da im Kurort Winterberg andere Regeln gelten, öffnen viele Geschäfte auch am Ostersonntag ihre Türen. Darunter fallen vor allem Bekleidungs- und Schuhgeschäfte. Hinsichtlich der Kleidung als Geschenkoption hat die Nachfrage in der Textilbranche nachgelassen, so Brühmann.

Aufgrund des Tourismus lohne sich der verkaufsoffene Sonntag dennoch, heißt es auf Anfrage der WESTFALENPOST bei verschiedenen Modegeschäften. Auch auf Lebensmittelläden hat das Ostergeschäft Auswirkungen: „Zum Kochen werden an Ostern qualitativ hochwertige Lebensmittel eingekauft. Da möchten sich viele mal etwas gönnen“, erklärt Karina Brühmann.

„Eigentlich ist der Sonntag dem Herrn geweiht“

Aber geht dabei nicht der eigentliche Sinn des Osterfestes verloren? Nicht unbedingt, meint Pfarrer Norbert Lipinski aus Winterberg. Er sehe Vor- und Nachteile in einem verkaufsoffenen Sonntag. „Eigentlich ist der Sonntag dem Herrn geweiht. Aber ich bin nicht gegen den Verkauf am Sonntag“, erklärt er. „Vielleicht finden so auch Gäste den Weg in die Kirche.“ Jeder Christ müsse für sich den richtigen Weg finden, die Feiertage zu verbringen. Dass die Menschen an Ostern zusammenkommen und miteinander feiern, sei das Wichtigste. „Auch eine kleine Aufmerksamkeit, mit der man anderen eine Freude bereitet, ist an Ostern natürlich nicht falsch“, so Pfarrer Lipinski. Es sei immerhin das Fest der Freude.

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