Landtagswahl 2017

Hochsauerland alles andere als wahlmüde

Stoßen im Kreishaus auf das Wahlergebnis an: MdL Matthias Kerkhoff (links) und Landrat Dr. Karl Schneider.

Foto: Kortmann

Stoßen im Kreishaus auf das Wahlergebnis an: MdL Matthias Kerkhoff (links) und Landrat Dr. Karl Schneider. Foto: Kortmann

Hochsauerlandkreis.   Eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als 2012 gab es im Altkreis Brilon. In Marsberg sorgte ein Reichsbürger in einem Wahllokal kurz für Unruhe.

Einen Zwischenfall gab es am Wahltag in Marsberg. Dort tauchte ein Reichsbürger im Wahllokal des Gymnasiums auf und versuchte Wähler zu beeinflussen. Die Wahlhelfer riefen im Rathaus an, dessen Mitarbeiter mobilisierten die Polizei. Aber noch bevor die Beamten sich in Bewegung setzten, hatte der Reichsbürger das Weite gesucht. In allen anderen Städten gab es keine besonderen Vorkommnisse.

Vor allem wegen der hohen Wahlbeteiligung wird die Landtagswahl 2017 in die Geschichte eingehen. Um 16 Uhr zeichnete sich schon in allen Städten im Altkreis ab, dass die Wahlbeteiligung höher sein würde als 2012. In Winterberg waren um 12 Uhr in fünf ausgewählten Wahllokalen schon 26,9 Prozent zur Wahlurne gegangen, um 16 Uhr waren es sogar 57,2 Prozent (ohne Briefwahl).

Auch in Hallenberg ging die Wahlbeteiligung bis 16 Uhr in Richtung der 60-Prozent-Marke (ohne Briefwahl). Deutlich war hier der Anstieg der Briefwähler. Waren es 2012 noch 200 stieg die Zahl in diesem Jahr auf 430 an. In Medebach wurde am Nachmittag aus den Wahllokalen eine Beteiligung von 51,8 Prozent vermeldet.

Hoch war die Beteiligung auch in Marsberg. Inklusive der Briefwähler waren es am Nachmittag zum Beispiel in Leitmar und Meerhof schon 79 bzw 78,5 Prozent, während einzelne Bezirke der Kernstadt nur auf 57 Prozent kamen.

Hoher Anstieg der Briefwähler

Von allein 500 Briefwählern mehr als bei der letzten Landtagswahl wusste Udo Dünnebacke, Wahlleiter in Olsberg, zu berichten. Um 16 Uhr lag dort die Wahlbeteiligung vier Prozent über dem 2012-er Wert. Auch Brunskappel kam um 16 Uhr schon auf 78 Prozent.

In Brilon hat vielleicht der Schützenzug um 14 Uhr noch mehr Menschen an die Wahlurne gelockt. Wenn man sich schon einmal chic gemacht hat, dann kann man auch gleich an die Wahlurne gehen. „Die Wahlbeteiligung ist insgesamt fünf bis sechs Prozent höher als bei der letzten Landtagswahl“, stellte Wahlleiter Marc Reermann fest. Es sei alles - auch schon in der Vorbereitung – sehr ruhig verlaufen.

Ergebnis-Check beim Schützenfest

Wer sich nach dem Festzug in der Schützenhalle besonders für den Wahlausgang interessierte, der hatte sich vor der großen Theke eingefunden. Dort lief die TV-Live-Wahlberichterstattung. Am Gejohle bei der ersten Hochrechnung waren die politischen Präferenzen auf Anhieb erkennbar. „Läuft“, meinte etwa Lukas Kraft kurz und knapp. Der Student, der als Musiker des Spielmannszuges Wülfte gestern beim Schützenfest aktiv war, gehört der CDU an - liegt in der Familie. Vater und Großvater haben bzw. hatten Ratsmandate inne.

Gute Laune herrschte auch im „Schiffchen“ in Bigge. Dort feierte MdL Matthias Kerkhoff mit Bekannten und Parteifreunden das Wahlergebnis, nachdem er zuvor im Kreishaus in Meschede abgewartet hatte, wie der Wechsel Wahrheit wurde. Auch MdB Patrick Sensburg schaute im „Schiffchen“ vorbei. Im gesamten Altkreis legte die CDU mit 7,7 Prozent in Medebach am Stärksten zu. Die AfD verzeichnete dagegen in der Hansestadt den wenigsten Zugewinn im Altkreis mit 4,8 Prozent. MdL Kerkhoff holte in Dreislar mit 83,7 Prozent sein wahrscheinlich bestes persönliches Ergebnis. Christa Hudyma (Freie Wählergemeinschaft) punktete in ihrer Heimatstadt Medebach mit ihrer Erststimme. Sie kam auf satte 8,1 Prozent.

Die FDP hatte in Winterberg das höchste Ergebnis mit 13,2 Prozent in allen sechs Städten.

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