Schützenhalle

Hochsauerlandhalle Hildfeld macht zuviel Minus

Die Hochsauerlandhalle Hildfeld bietet reichlich Platz – der aber zu selten genutzt wird.

Die Hochsauerlandhalle Hildfeld bietet reichlich Platz – der aber zu selten genutzt wird.

Foto: Stefanie Bald

Hildfeld.   Die Hochsauerlandhalle kostet viel Geld im Unterhalt und die Einnahmen sind zurückgegangen. Jetzt möchte der Heimatverein Hilfe von der Stadt

Die Hochsauerlandhalle Hildfeld macht jedes Jahr ein Minus. Der Heimatverein, seit 2000 Eigentümer der Halle, kann und möchte dieses nicht mehr tragen: Der 2. Vorsitzende und CDU-Ratsmitglied Meinolf Ittermann hat den Antrag gestellt, dass die Stadt das jährliche Defizit übernehmen soll.

Hauptgrund für die Schwierigkeiten: mangelnde Auslastung. Nur 20 bis 30 Mal im Jahr könne vermietet werden und vor allem die Einnahmen durch Ferienlager seien eingebrochen. Von früher drei Kindergruppen komme mittlerweile nur noch eine. „In den letzten drei Jahren hat sich die Situation zugespitzt“, erklärt Ittermann bei einem Treffen mit Vereinsvertretern und der WP.

Kein Renovierungsstau

Optisch macht die Halle innen und außen einen guten Eindruck. Ja, sagen die Vereinsvertreter, Renovierungsstau gebe es nicht. Es sei kontinuierlich gearbeitet und investiert worden. Vermietungen, Sponsoren, Vereinsmittel, Reste des bei der Übernahme im Jahr 2000 von der Stadt gewährten Investitionskostenzuschusses und viel ehrenamtliche Arbeit machten das möglich.

Trotzdem bleibe derzeit jährlich ein Minus zwischen 2000 und 5000 Euro, bei rund 10.000 Euro Gesamtkosten. „Und sollte eine große Investition fällig werden, wäre das schlimm“, sagt Ittermann. „Wir müssen reagieren, sonst fahren wir gegen die Wand.“ Konkret würde das bedeuten, dass die Halle bei einer Geschäftsunfähigkeit des Vereins an die Stadt zurückfiele.

Doch der Verein ist sich einig, dass er das vermeiden möchte. Man stehe dahinter, dass die Halle Eigentum der Dorfgemeinschaft bleibe. „Alles Organisatorische klappt ja“, betont Ortsvorsteherin Elisabeth Sauerwald. Ittermann ergänzt: „Fast jeder im Ort ist irgendwie in die Arbeit eingebunden.“ Man teile sich ein, so übernähmen zum Beispiel die Vereine abwechselnd für ein Jahr das Rasenmähen.

Politische Beratung nötig

Laufende Kosten aber, findet der Verein, sollten nicht an Ehrenamtlichen hängen bleiben. Schließlich seien Schützenhallen „systemrelevante Infrastruktur“ und in manchen Dörfern auch weiterhin in städtischer Hand, „was ja eine Ungleichbehandlung ist“.

In der jüngsten Ratssitzung hatte Ittermann seinen Antrag eingebracht – quasi als Überraschung im letzten Tagesordnungspunkt. Deshalb wurde er nicht weiter behandelt. „Über den Antrag muss politisch beraten und im Haupt- und Finanzausschuss abgestimmt werden“, teilt die Stadt auf Anfrage mit. „Dabei muss es darum gehen, die Win-win-Situation für Stadt und Dorfgemeinschaft aufrechtzuerhalten.“ Denn ebenso wie der Verein dürfte die Stadt eine Rückgabe der Halle vermeiden wollen – fiele doch damit die Verantwortung für sämtliche Kosten und Arbeiten wieder ihr zu.

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