Kunst

Hund auf Sauerländer Stein: Sandra Kamp malt Tier-Portraits

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Ein Hund auf Stein: Nach dem Fotomotiv des Hundes (kleines Bild) hat Sandra Kamp das PETit Portrait gemalt.

Ein Hund auf Stein: Nach dem Fotomotiv des Hundes (kleines Bild) hat Sandra Kamp das PETit Portrait gemalt.

Foto: privat / WP

Oberschledorn.  Hund oder Katze auf Wackermännern verewigt: Sandra Kamp aus Oberschledorn malt fantastische „PETit Portaits“ von Haustieren auf kleinen Steinen.

„Pet“ ist die englische Bezeichnung für Haustier. Und „petite“ heißt im französischen „klein“. Unter dem Namen „PETite Portrait“ stellt Sandra Kamp - aufgewachsen in Titmaringhausen, wohnhaft in Oberschledorn - kunstvolle Bilder von Haustieren her, die sie auf Steine malt. Aus ganz Deutschland melden sich inzwischen Tierliebhaber bei ihr, die solche Wackermänner mit dem Bild ihres Vierbeiners in Auftrag geben. Bis in den Mai ist sie ausgebucht. Und wenn ein Tier zeitlebens bei seinem Menschen einen Stein im Brett hatte, ist ein auf Stein gemaltes Konterfei oft letzter Liebesbeweis und Erinnerung, nachdem der treue Begleiter über die Regenbogenbrücke gegangen ist. Aber natürlich kann man seinen Vierbeiner auch zu Lebzeiten malen lassen.

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Steine sammeln und bemalen

„Angefangen hat alles mit Corona. Im Mai 2020 mussten meine beiden Kinder irgendwie beschäftigt werden und dann haben wir angefangen, Steine im Bach zu sammeln und mit einfachen Acrylfarben zu bemalen“, sagt die 40-Jährige, die in Teilzeit als zahnmedizinische Prophylaxe-Assistentin in Brilon arbeitet. Bei facebook und Instagram findet Sandra Kamp damals diverse „Stein-Gruppen“, die dort ihre Ideen und Motive austauschen. Inzwischen ist sie auch selbst dort sehr aktiv. Und irgendwann stößt sie auf ein Tierporträt, das sie besonders anspricht. Danach greift sie zu Pinsel und Farbe und malt den verstorbenen Kater ihrer Schwester auf einen Stein. „Hey, das ist doch Merlin! Cool, den kann man ja richtig gut erkennen“, sagt diese. Und so landet das Porträt des Stubentigers in diversen WhatsApp- und facebook-Gruppen und schon bald kommen die ersten Anfragen: „Kannst Du meinen Hund/meine Katze nicht auch malen?“

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Austausch in sozialen Netzwerken

Sie kann und sie tut es. Erst kommt die eigene facebook- bzw. instagram-Seite, dann meldet Sandra Kamp ihr Hobby als kleines Gewerbe an, denn die Nachfrage nimmt stetig zu. „Ich habe immer gedacht, Musik ist mein Leben. Neun Jahre habe ich Blockflöte gespielt, dann Gitarre, Akkordeon, Trompete, Spielmannszug, Musikverein – dass ich auch etwas anderes kann, wusste ich gar nicht.“ Im Sommer geht es an die heimischen Bäche, wo passende Steine gesucht werden. Schön flach und eben müssen sie sein und einen Umfang von 10 bis 20 oder maximal 30 Zentimeter haben. „Mein Mann und meine Kinder verdrehen schon die Augen, wenn es ums Steinesammeln geht.“ Die Fundstücke müssen dann zu Hause geschrubbt und vor dem Bemalen mit einer Spachtelmasse geglättet werden. Dann geht es an den künstlerischen Part.

Mit den Augen geht’s los

„Dafür brauche ich sehr gute Vorlagen. Je besser das Foto ist, desto lebendiger wird auch später das Bild. Das Wichtigste ist mir, die Seele der Tiere zu malen. Und die Augen sind der Spiegel der Seele. Mit den Augen fange ich an. Denn schließlich will ich nicht irgendeinen Hund malen, sondern d e n Hund, dem ich auf meine Art wieder Leben einhauche.“ Zum Einsatz kommen ganz normale Acrylfarben und wenn das PET-Porträt wetterfest sein muss, wird ein entsprechender Lack aufgetragen.

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Der Lockdown hat bei allem Negativen für Sandra Kamp auch etwas Positives gehabt. „Ich bin dadurch in eine ganz andere kunsthandwerkliche oder künstlerische Richtung gedrängt worden. Und vor allem habe ich dadurch sehr viele nette Leute kennengelernt. Man tauscht sich auch aus, nimmt Kritik an und spornt sich gegenseitig an.“ Im Gegenzug bekommt die 40-Jährige aber auch sehr viel positives Feedback. „Viele sagen einfach nur aus tiefstem Herzen Danke und manche weinen vor Freude, wenn sie das Bild ihres Haustieres ins Händen halten.

Und was kostet so ein „PETit Portrait“? Das hängt von Aufwand und Größe ab. „Wenn ich einen schwarzen Schäferhund male, ist das weniger aufwändig als ein zehnfarbiger Locken-Hund. Zwischen vier und acht Stunden sitze ich schon an so einem Bild, das bei knapp 50 Euro startet.“

Gemessen an der Arbeit, ist das eigentlich nur ein Tropfen auf einen heißen Stein - und schließlich ist jedes Bild zum Steine-Erweichen schön…

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