VIERBEINER

Hund aus Trauer abgemagert: Jetzt sucht er neues Zuhause

Hund Janosch kuschelt mit Besitzerin Heike Vieten in Bredelar

Foto: Lena Kley

Hund Janosch kuschelt mit Besitzerin Heike Vieten in Bredelar Foto: Lena Kley

Bredelar.  Als Janosch im Tierheim landet, verweigert er das Essen. Heike Vieten aus Bredelar nimmt den Hund auf und sucht jetzt ein neues Zuhause.

Zögernd versteckt sich Janosch hinter seinen vierbeinigen Pflegegeschwistern, doch schon nach ein paar Minuten lässt er sich den Bauch streicheln, die feuchte Nase reibt an der Hand. „Er ist wirklich ein Schmuser vor dem Herrn“, sagt Heike Vieten, die Janosch aus dem Tierheim aufgenommen hat.

Nachdem sein Herrchen in Ungarn gestorben ist, wollten ihn dessen Kinder nicht übernehmen. Ende Juli haben sie ihn ins Tierheim Kecskemét in Ungarn gegeben. Dort ist er immer weiter abgemagert. Dahinter vermutet Heike Vieten die Trauer über den Verlust des Herrchens: „Janosch ist einfach nicht damit fertig geworden.“

Das Tierheim in Ungarn arbeitet mit der Pfotenhilfe im Sauerland zusammen. Sie bringen auch Hunde aus Ungarn mit, aber nur, wenn sie bereits vermittelt worden sind. Da das bei Janosch nicht der Fall war, hat Pia Lübke von der Pfotenhilfe die Vietens nach Asyl für Janosch gefragt.

Von Ungarn ins Sauerland

Der ungarische Tierarzt war nicht sicher, ob das Tier den Transport überleben würde. Doch im Heim würde er sterben: Es wäre zu einem Multiorganversagen gekommen. Mitte September kam Janosch schließlich zu den Vietens nach Bredelar. „Nur weil er ein alter Hund ist, kann man nicht zuschauen, wie er verhungert“, sagt Heike Vieten.

Sie ist selbst Besitzerin von drei Hunden, weshalb sie Janosch nicht dauerhaft übernehmen kann.

Die erste Woche war schwierig: Er hatte ununterbrochen Probleme mit der Verdauung. Beim Tierarzt bekam er schließlich eine Infusion. In dem Haus der Vietens zog er sich nur unter den Tisch im Wohnzimmer zurück. Sie fütterten ihn ausschließlich mit Pute und Hähnchen, um den Magen nicht zu überfordern.

Mit der Zeit päppelte seine Pflegefamilie ihn immer mehr auf: „Er läuft jetzt wunderbar, sieht und hört auch besser“, freut sich Heike Vieten. „Dass er gerne Ball spielt, haben wir auch vor ein paar Tagen herausgefunden“, fügt sie hinzu.

Vom Tierheim wurde ihr mitgeteilt, dass er vermutlich 14 Jahre alt ist, doch Heike Vieten ist skeptisch: „Ich glaube eher, dass er 11 oder 12 Jahre alt ist.“ Trotz seines hohen Alters, ist er noch fit: „In seinem jetzigen Zustand, kann er noch gut fünf Jahre leben“, bekräftigt die Pflegebesitzerin.

Sie vermutet bei den Vorfahren von Janosch einen Dalmatinermix, da er sehr sensibel ist.

Freundlicher Vielfraß

Was bei seiner Vorgeschichte kaum zu glauben ist: Janosch isst um sein Leben gerne. Weil er deshalb auch gerne bettelt, hat ihn Heike Vieten aus der Küche verbannt. „Am Tisch hab ich ihm das Betteln schon abgewöhnt“, sagt sie.

Auch gelbe Säcke müssen vor ihm in Sicherheit gebracht werden. Treppen traut er sich hingegen nicht hoch. Zu Menschen ist er grundsätzlich freundlich. Auch wenn er unterwegs Kinder trifft, reagiert er normal.

Ein neues Zuhause mit einem Garten wäre für Janosch ideal, aber nicht notwendig. Am liebsten würde Heike Vieten eine Familie in der Nähe finden, damit sie ihn ab und zu mal sehen kann. Doch am wichtigsten ist ihr, dass er sich dort wohlfühlt: „Er hat es wirklich verdient ein schönes zu Hause zu finden.“

> > > Janosch sucht ein Zuhause

Janosch ist kastriert und ein Impfpass ist vorhanden. Seine Blutwerte wurden erst vor kurzem gecheckt und sind gut. Er ist kein Kläffer.

Interessenten können sich unter folgenden Telefonnummer bei Familie Vieten melden: s 02991 - 2379698 oder 0160 - 96814561

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