Wilderei

Hund reißt trächtiges Reh – Das rät ein Jäger Hundehaltern

Ein wildernder Hund reißt ein Reh am Kurpark in Brilon.

Ein wildernder Hund reißt ein Reh am Kurpark in Brilon.

Foto: Ulrich Heitzig

Brilon.   Ein freilaufender Hund reißt in Brilon am Kurpark ein trächtiges Reh. Anwohner hören die Schreie des Tieres. Jäger Ulrich Heitzig ist entsetzt.

Es sind verstörende Bilder. Ein totes Reh liegt in Brilon nahe der Terrasse eines Hauses. Die Seite des Tieres ist aufgerissen. Neben der Mutter liegen zwei ungeborene Kitze – eines schwarz-braun gefleckt, das andere komplett mit braunem Fell. Alle drei Tiere sind tot.

Ein freilaufender Hund hat sie am Wochenende gerissen. „So etwas kommt immer wieder vor“, sagt Ulrich Heitzig, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit im Hegering Brilon, verärgert. Der Jäger hat eindeutige Verhaltens-Tipps für Hundehalter und erklärt, was ihnen droht, wenn ihr Tier im Wald ein Reh hetzt oder sogar erlegt.

Anwohner hatte den Angstschrei eines Rehs gehört

Durch den Hinweis eines Anwohners am Itzelstein in Brilon war der wildernde Hund an den zuständigen Jagdpächter gemeldet worden. Der Anwohner hatte den Angstschrei eines Rehs gehört. „Das sind grausame Laute. Das geht einem durch Mark und Bein“, sagt Jäger Ulrich Heitzig.

Bei der folgenden Suche wurde eine gerissene, hochtragende Ricke im Terassenbereich eines Hauses tot gefunden. Das Reh war kurz vor dem Setzen ihrer zwei Kitze und dadurch nicht mehr in der Lage, dem freilaufendem Hund zu entkommen. Hund und Hundehalter sind noch nicht ermittelt. „Wir befinden uns in der Recherche. Es war jedenfalls ein großer, hochbeiniger Hund“, so Heitzig.

Jeder Hund hat einen Jagdtrieb

Der Hegering Brilon bittet alle Hundehalter, gerade jetzt in der Brut- und Setzzeit ihre Hunde stets angeleint zu lassen. „Ich höhre immer wieder ‘Mein Hund jagt nicht’ oder ‘Mein Hund hört auf mich, wenn ich ihn zurückpfeife’. Das alles stimmt nicht. Jeder Hund hat einen Jagdtrieb“, mahnt Heitzig. Die Größe des Hundes sei nicht entscheidend. „Im Wald gehören alle Hunde an die Leine – und zwar immer. Ganz besonders aber jetzt.“ Ein hochträchtiges Reh nicht mehr in der Lage zu flüchten.

Jäger spricht Hundehalte im Wald immer an

Gerade in den viel besuchten Bereichen Poppenberg, Waldfeenpfad, Gimmental rund um Brilon würden immer wieder von den Wildhegern frei laufende Hunde beobachtet, die sich außerhalb der Einwirkung ihres Herrchens bewegen. „Das ist unverantwortlich“, sagt der Jäger.

Wenn er im Wald nicht angeleinte Hunde sieht, spricht er die Halter immer an. „Ich appelliere an ihre Vernunft.“ Davon, frei laufende Hunde im Wald zu schießen, hält er nichts. „Das macht kein Jäger. Das kann immer nur die Ultima Ratio sein. Den Hund trägt doch überhaupt keine Schuld. Der Schuldige ist am anderen Ende der Leine.“

Das droht Hundehaltern bei Vergehen im Wald

Wer seinen Hund im Wald frei laufen lässt, riskiert zumindest eine Geldstrafe. Wenn das Tier herum stöbert, ein Wildtier hetzt oder sogar tötet, liegt eine Ordnungswidrigkeit nach dem Landesjagdgesetz vor. Wer seinen Hund immer wieder frei laufen lässt und dem Hundehalter nachgewiesen werden kann, dass er vorsätzlich handelt, riskiert sogar eine Freiheitsstrafe oder eine empfindlich hohe Geldstrafe. Denn nach Paragraf 292 Strafgesetzbuch kann das als Wilderei geahndet werden. „Die Gerichte reagieren mittlerweile sensibler als früher“, sagt Heitzig. Das Umweltbewusstsein sei auch im Bereich der Justiz gewachsen.

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